Apple kündigt neue Bedienungshilfen für mehr Barrierefreiheit an

Wie in den letzten Jahren, so hat Apple nun wieder kurz vor der WWDC-Woche neue Bedienungshilfen für mehr Barrierefreiheit vorgestellt. Die Systemneuheiten, die am 8. Juni bei der Präsentation von iOS 27, macOS 27 und Co. ausgespart werden, hat Apple per Pressemitteilung aufgezeigt. Im Folgenden habe ich sie zusammengefasst.

Apple Intelligence soll unter iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 und Co. mehrere Bedienungshilfen verbessern. Hier sagt die Umgebungsbeschreibung an, dass der Fahrstuhl außer Betrieb ist und wo man stattdessen hingehen soll.
Apple Intelligence soll unter iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 und Co. mehrere Bedienungshilfen verbessern. Hier sagt die Umgebungsbeschreibung an, dass der Fahrstuhl außer Betrieb ist und wo man stattdessen hingehen soll.

Verbesserte Bedienungshilfen in zukünftigen Apple-Betriebssystemen

Bei eingeschränktem Sehvermögen oder Blindheit können neue Features der Lupe App und der VoiceOver-Bedienungshilfe genutzt werden.

Durch Apple Intelligence soll zudem die Sprachsteuerung von Apple-Geräten verbessert werden. Eingaben in natürlicher Sprache werden dabei umgesetzt.

Bei eingeschränktem Hörvermögen oder Gehörlosigkeit können systemweite Untertitel für Videos genutzt werden. Zuletzt sollen Elektrorollstühle bald per Vision Pro über Augenbewegungen gesteuert werden können.

Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

  • VoiceOver: Apple Intelligence wird genutzt, um systemweit Bilder detailreicher beschreiben zu können. Neben Fotos betrifft das z. B. auch Rechnungen, deren Rechnungssumme, Fälligkeitsdatum und weitere Inhalte erfragt werden können. Über die Aktionstaste des iPhones können schnell Fragen zu dem gestellt werden, was die Kamera im Blick hat. Folgefragen in natürlicher Sprache sind anschließend möglich.
  • Lupe: Auch die Lupe erhält weitere Funktionen für die unterstützende Erkundung und visuelle Beschreibung der Umgebung. Die Antworten in Textform werden mit großer Schrift und hohem Kontrast ausgegeben. Die Lupe kann ebenfalls per Aktionstaste nach Inhalten befragt oder mit Befehlen gesteuert werden – etwa „Vergrößern“, „Verkleinern“ oder „Taschenlampe einschalten“.

  • Sprachsteuerung: Mit Apple Intelligence soll die Sprachsteuerung von Apple-Geräten intuitiver werden, da natürliche Sprache genutzt werden kann. Das heißt, dass auch längere Ausführungen oder Befehle mit Denkpausen möglich sind. Die KI analysiert die Spracheingaben dann und findet die Aktionen darin, die es umzusetzen gilt. Statt Bezeichnungen und Nummern für Displayobjekte können diese beschrieben werden, was die Sprachsteuerung vereinfacht.
  • Reader für Bedienungshilfen: Der Reader für Bedienungshilfen liefert grafisch vereinfachte Ansichten von Dokumenten, etwa mit besser lesbarer Schrift, höherem Kontrast und farblich unterteilten Tabellen. Hinzu kommen die KI-Zusammenfassung für einen schnellen Überblick sowie die Übersetzung von Dokumenten in die Muttersprache.

  • Systemweite Untertitel für Videos: Für Menschen mit Schwerhörigkeit oder Gehörverlust bieten die kommenden Apple-Systeme per Apple Intelligence die Erstellung von Untertiteln für Videos an. Auch und vor allem für jene Videoquellen, die nicht mit einer eigenen Untertitel-Option ausgestattet sind (Fotos App, Messenger Apps, Webseiten, etc.).

  • Anpassungen in Touch: Bieten eine neue Möglichkeit, die Einstellungen in iOS und iPadOS individuell anzupassen (keine Details genannt).
  • Hörgeräte „Made for iPhone“: Speziell für die Verwendung mit dem iPhone gemachte Hörhilfen lassen sich zuverlässiger mit Apple Geräten koppeln und zwischen diesen wechseln – mit einer verbesserten Einrichtungserfahrung in iOS, iPadOS, macOS und visionOS.
  • Größerer Text auf dem Apple TV: Unter tvOS wird die Bedienungshilfe Größerer Text eingeführt, was das Lesen von Inhalten sowie das Mitlesen von Untertiteln bei eingeschränktem Sehvermögen einfacher machen soll.
  • Fahrzeugbewegungshinweise für die Vision Pro: Die von iPhone, iPad und Mac bekannten Fahrzeugbewegungshinweise halten Einzug in visionOS. Sie sollen die Reisekrankheit bei der Konzentration auf Displayinhalte in sich bewegenden Fahrzeugen verringern bzw. ihnen vorbeugen.
  • Gesichtsgesten- und Verweilsteuerung der Vision Pro: Hinzu kommt die Steuerung der Apple Vision Pro mit Gesichtsgesten zum Ausführen zum Tippen. Außerdem die Steuerung mit den Augen durch die sogenannte Verweilsteuerung.
  • Steuerung von Elektrorollstühlen mit der Apple Vision Pro: Da für manche Menschen die Steuerung des E-Rollstuhls per Joystick keine Option ist, will Apple es ihnen ermöglichen, kompatible Modelle per Augenbewegungen über die Vision Pro zu steuern. Das Ganze startet in den USA mit den Herstellern Tolt und LUCI.

Die Möglichkeit, meinen Elektrorollstuhl selbst zu steuern, ist für mich Gold wert“, sagt Pat Dolan, Gründer von GeoALS und Mitglied des Patientenbeirats von Team Gleason, der seit zehn Jahren mit ALS lebt. „Mit dieser neuen Funktion entwickelt Apple lebensverbessernde Technologie für die Menschen, die sie am dringendsten benötigen.

Neue Bedienungshilfen setzen aktuelle Geräte voraus

Die Updates für erweiterte Bedienungshilfen setzen die Nutzung von Apple Intelligence voraus, dem hauseigenen KI-Werkzeugkasten. Für diesen sind aktuelle Geräte (Mac mit M-Chip, iPhone mit mindestens A17 Pro Chip, etc.) nötig. Für einige Leute bedeutet das also eine Neuanschaffung, wenn sie die Bedienungshilfen mit KI verwenden wollen.

Ist so ein Gerät allerdings vorhanden, dann können die für die „27“-Systeme angekündigten Bedienungshilfen genutzt werden. Und das schon recht bald. Denn Apple verspricht die Veröffentlichung noch in diesem Jahr. Wahrscheinlich werden sie bereits im September mit iOS 27.0, iPadOS 27.0, macOS 27.0, visionOS 27.0 und Co. zur Verfügung gestellt.

Apples Engagement zur Barrierefreiheit ist einzigartig“, sagt Tim Cook, CEO von Apple. „Mit Apple Intelligence erweitern wir nun unsere Funktionen zur Barrierefreiheit um leistungsstarke neue Möglichkeiten und halten gleichzeitig an unserem grundlegenden Bekenntnis zu ‚Privacy by Design‘ fest.

Im Apple Online Store: Hikawa Grip & Stand für iPhone

Ab sofort ist der Hikawa Grip & Stand fürs iPhone weltweit im Online-Store von Apple verfügbar. Das MagSafe-Zubehör wurde von der Designerin und Künstlerin Bailey Hikawa gestaltet, in Zusammenarbeit mit Leuten mit unterschiedlichsten Einschränkungen von Greiffähigkeit, Kraft und Mobilität.

Durch eine Kooperation mit dem Hersteller PopSocket (bekannt durch die gleichnamigen Smartphone-Haltehilfen) kann der Hikawa Grip & Stand für iPhone nun weltweit angeboten werden. Vorerst gab es das in Los Angeles designte iPhone-Zubehör nur in einigen wenigen Regionen zu kaufen. Im deutschsprachigen Apple Store kostet es 54,95 Euro.

Apples Arbeit im Bereich Barrierefreiheit – bei der Menschen mit Einschränkungen bereits in den frühesten Phasen des Designs einbezogen werden, um das bestmögliche Produkt für alle zu schaffen – war die treibende Kraft hinter diesem Projekt“, sagt Bailey Hikawa. „Unser Studio konzentriert sich auf intuitive, ansprechende Zubehörteile für das iPhone, und es war ein großes Privileg, ein Produkt zu entwickeln, das das iPhone als Hilfsmittel nutzt und der Barrierefreiheit Tribut zollt.

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1 Kommentar zu „Apple kündigt neue Bedienungshilfen für mehr Barrierefreiheit an“

  1. Kai-Uwe Schneider

    Wann kommt endlich eine intergrierte Prüfung von Pages/PDF-Dokumenten auf Barrierefreiheit. In Word schon lange vorhanden. Völlig unverständlich.

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