Im Test: Das AUKEY iPhone-Makro-Objektiv zum Aufstecken für iPhone 6 und iPhone 7

Das iPhone Makro Objektv von Aukey im Detail. Man sieht deutlich die Vergütung der Linsenoberfläche, die gegen Spiegelungen, Flares und Geisterbilder helfen soll.

Ich bin immer wieder etwas enttäuscht, wenn ich mit dem iPhone Makroaufnahmen machen möchte. Schon mit dem iPhone 5 und iPhone 6 war es problematisch, wenn man nah an ein Objekt ran geht. Der Autofokus des iPhone schafft es ab der Unterschreitung einer gewissen Entfernung nicht mehr, das Objekt scharfzustellen und so bleibt einem oft nur die nachträgliche Vergrößerung mit Verlusten in der Bildqualität.

Die Zeichnung auf der Aukey Verpackung zeigt schön, wie das Makro-Objektiv am iPhone angebracht wird (Fotos: Sir Apfelot).

Die Zeichnung auf der Aukey Verpackung zeigt schön, wie das Makro-Objektiv am iPhone angebracht wird (Fotos: Sir Apfelot).

Makroaufnahmen mit dem iPhone – mehr schlecht als recht

Mit dem iPhone 7 Plus, das ich seit kurzem in Verwendung habe, ist das Ganze etwas besser geworden, da es das zweite Kameraobjektiv besitzt, das zum normalen Objektiv eine zweifache Vergrößerung aufweist. Das klingt erstmal unspektakulär, aber in der Praxis ist der Unterschied zwischen 1x und 2x schon deutlich sichtbar. Aber das sollte hier nicht Inhalt des Artikels sein, denn eigentlich geht es hier um ein Anklipp-Kameraobjektiv von Aukey, das Makroaufnahmen mit dem iPhone ermöglicht – das sich aber mit etwas Geschick vorzüglich mit der 2-fach Vergrößerung des iPhone 7 Plus kombinieren läßt.

Das iPhone Makro Objektv von Aukey im Detail. Man sieht deutlich die Vergütung der Linsenoberfläche, die gegen Spiegelungen, Flares und Geisterbilder helfen soll.

Das iPhone Makro Objektv von Aukey im Detail. Man sieht auch die Vergütung der Linsenoberfläche, die gegen Spiegelungen, Flares und Geisterbilder helfen soll.

Aukey iPhone-Objektiv für Makro-Aufnahmen mit 10-facher Vergrößerung

Ich habe mir das Aukey-Aufsteckobjektiv für das iPhone gekauft, da ich mal testen wollte, wie gut die Aufnahmen mit einem solchen Objektiv werden, das im Anschaffungspreis nur bei 15 bis 20 Euro liegt. Große Erwartungen hat man in dieser Preisklasse ja nicht und entsprechend "vorbereitet" bin ich auch in den Test gegangen.

Im Lieferumfang: Das Aukey Aufsteckobjektiv, eine Hülse, zwei Ansteckclips, ein Beutelchen und ein Mikrofasertuch für die Reinigung.

Im Lieferumfang: Das Aukey Aufsteckobjektiv, eine Hülse, zwei Ansteckclips, ein Beutelchen und ein Mikrofasertuch für die Reinigung.

Technische Details und Verwendung

Die technischen Details sind schnell erklärt: Man bekommt mit dem Aukey iPhone Objektiv eine Lösung, die relativ unabhängig vom Smartphonemodell auf das Linsensystem des Smartphones geklippt wird. Mit im Set wird neben dem Makro-Objektiv auch eine transparente Aufsteckhülse geliefert, die in der Praxis dafür sorgen soll, dass das einfallende Licht sich besser über das zu fotografierende Objekt verteilt. Ebenso gibt die Hülse den optimalen Abstand zum Objekt vor, damit die Aufnahmen scharf werden. Mit einer ruhigen Hand – oder einem Stativ – geht es ohne Hülse aber deutlich besser.

Die Makro-Linse selbst kann man sowohl für Fotos als auch für Videos nutzen. Ich habe hier jedoch nur den Einsatz in der Makrofotografie ausprobiert. Die Linse verfügt ausserdem über eine Multibeschichtung, die Reflexionen, Flares und Ghosting vermeiden soll.

Fotografieren mit dem Aukey Makro-Objektiv

Beim Fotografieren mit dem Aukey iPhone-Objektiv muss man sich etwas umstellen, denn der Autofokus der Kamera ist nicht mehr sehr hilfreich, wenn das Aukey Objektiv auf der Linse sitzt. Stattdessen muss man mit der Entfernung zum Objekt spielen, um zu sehen, wann das Foto scharf wird. In der Regel liegt man hier bei etwa 2 Zentimeter Abstand zwischen Aukey-Linse und Fotomotiv.

Schwer wird es dabei, wenn man Objekte hat, die sich bewegen. Eine Blume im Wind oder eine Ameise zu fotografieren bedarf sicher einiger Aufnahmen, bis man eine findet, die entsprechend scharf ist. Ebenso ist die Ebene, die im Foto scharf wird, relativ eng begrenzt. Das heißt, wenn man eine Fliege von vorne fotografiert, werden die Augen scharf, aber die Flügel und die hinteren Beine sind sicher unscharf. Ein Effekt den Apple im "Portrait-Modus" des aktuellen iPhone 7 Plus per digitaler Nachbearbeitung in Fotos reinrechnet.

Um bei den Fotos mit dem Aukey möglichst viel des Motivs scharf zu bekommen, sollte man versuchen, dass die interessanten Bildelemente auf einer "optischen Ebene" sind. Ebenso ist eine gute Beleuchtung hilfreich, da dadurch eine kleinere Blende in der Kamera zum Einsatz kommt, die wiederum für eine höhere Schärfentiefe sorgt. Und ja, der Begriff heißt "Schärfentiefe" und nicht "Tiefenschärfe" – ich hab extra gegooglet! 😉

Kompatibilität des Aukey mit iPhone Modellen

Durch die Konstruktion des Anklipp-Makroobjektivs von Aukey ist eine Verwendung an diversen Smartphones möglich. Ich spreche hier jedoch nur über iPhones, obwohl ich sicher bin, dass es auch mit diversen Android-Geräte wie dem "Samsung Galaxy S irgendwas" zu verwenden ist.

In Bezug auf die iPhone-Modelle kann man sicher eine Kompatibilität mit folgenden Modellen aussprechen:

  • iPhone 5, 5s
  • iPhone 6, 6s und Plus
  • iPhone 7 (und 7 Plus nur bedingt, siehe unten)

Das Makro-Objektiv von Aukey hat einen Ring, der um die "Kamerabeule" des iPhone passt – so hat die Beule auch endlich mal einen Vorteil. Die Aukey Makrolinse zentriert sich dadurch automatisch um das Objektiv der iPhone-Kamera. Das funktioniert bis zum iPhone 7 ohne Probleme, aber mit dem iPhone 7 Plus kommt man in Schwierigkeiten, da hier die beiden Kameraobjektive eine Einheit bilden und keine runde Auswölbung mehr bilden.

Verwendung der Aukey-Aufstecklinse mit dem iPhone 7 Plus

Ich habe die Aukey Makrolinse trotzdem an meinem iPhone 7 Plus verwendet. Man benötigt dann nur etwas Übung, um die Linse sauber über dem Objektiv des iPhones zu zentrieren. In der Praxis funktioniert das ganz gut, wenn man von oben in die Aukey-Linse schaut, denn dann sieht man das Objektiv des iPhone und kann so erkennen, ob man sie richtig angebracht hat. Im Zweifelsfall erkennt man auch am Kamerabild, ob der Ring irgendwo noch im Weg ist.

Ebenfalls wichtig: Wenn man nah ans Motiv ran geht und auf den 2x Modus des iPhone 7 Plus schaltet, dann wechselt das iPhone manchmal aufgrund von mangelndem Lichteinfall auf das andere interne Objektiv. Da dies aber durch den Ring des Aukey bedeckt ist, wird das Bild plötzlich schwarz. In der Praxis hilft dann das Umschalten auf 1x und dann wieder zurück auf 2x. So konnte ich die meisten Makrofotos mit dem 2x Objektiv und dem zusätzlichen 10x Makro-Objektiv von Aukey machen.

Ich erwähne die Verwendung mit dem iPhone 7 Plus hier gezielt, da das bekannte Olloclip-Linsensystem noch nicht für das iPhone 7 / 7 Plus lieferbar ist. Wer also schon mit seinem iPhone 7 (Plus) Makroaufnahmen machen möchte und eine Aufstecklinse dafür sucht, hat hier eine preiswerte Alternative, die schon im Handel verfügbar ist.

Bildqualität und Verarbeitung der Aukey-Aufsteckobjektives

Die Verarbeitung der Linse finde ich sehr gut. Ob die Vergütung der Linsen tatsächlich etwas bewirkt, weiss ich nicht. Aber es sieht auf jeden Fall schick aus. 😉

Durch den Anklipp-Mechanismus hält das Aukey Objektiv auch recht gut (ausser am iPhone 7 Plus, wo es leicht verrutschen kann). Beim iPhone 7 Plus hat man – wie oben schon erwähnt – die Möglichkeit das eingebaute Objektiv mit der 2-fachen Vergrößerung in Verbindung mit dem Aukey Makro-Objektiv zu nutzen. Das bietet dann eine enorme Vergrößerung (20-fach), die man mit einem Smartphone sonst nie hinbekommen würde und die beeindruckende Makroaufnahmen erlaubt.

Die mitgelieferte Hülse finde ich persönlich weniger praktisch. Sie sorgt bei mir am iPhone 7 Plus dafür, dass die Fotos einen dunkeln Rand (eine Art Vignettierung) erhalten, die ich weniger hübsch finde.

Bei diesem Foto einer 50 Cent Münze sieht man deutlich den Rand, der durch die Hülse des Objektivs entsteht. Ich lasse sie aus diesem Grund lieber weg…

Bei diesem Foto einer 50 Cent Münze sieht man deutlich den Rand, der durch die Hülse des Objektivs entsteht. Ich lasse sie aus diesem Grund lieber weg…

Von der Bildqualität ist das Aukey-Objektiv besser als ich erwartet habe. Profi-Fotografen werden vermutlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn ich hier das Wort "Qualität" verwende, aber man darf nicht vergessen, dass man eine Aufstecklinse vor sich hat, die weniger als 20 Euro kostet. Die Fotos, die ich damit machen kann, sind es mir allemal wert.

iPhone Makro-Fotografie: Galerie mit Testfotos

Für euch habe ich unten auch noch eine kleine Galerie mit Fotos zusammengestellt, die ich mit dem Aukey iPhone-Objektiv gemacht habe. Die Fotos sind nicht in Lightroom oder Photoshop nachträglich "aufgehübscht" sondern wurden nur kleiner gerechnet. Die ersten Fotos, die ich gemacht habe, wurden mit dem Mikrofasertuch von Aukey als Motiv gemacht. Diese möchte ich hier in groß zeigen (auch in Originalauflösung!), damit ihr seht, wie die hochauflösenden Fotos aussehen. In den Bildern habe ich angemerkt, welche Ausrüstung für das jeweilige Foto genutzt wurde.

Diese Aufnahme wurde mit dem 2x Modus des iPhone 7 Plus gemacht – ohne Zusatzlinse.

Diese Aufnahme wurde mit dem 2x Modus des iPhone 7 Plus gemacht – ohne Zusatzlinse.

Hier wurde das Tuch mit dem iPhone 6 und der Aukey Makro-Linse (10x) fotografiert.

Hier wurde das Tuch mit dem iPhone 6 und der Aukey Makro-Linse (10x) fotografiert.

Dieses Foto wurde mit dem iPhone 7 Plus mit 1x Vergrößerung und dem Aukey Makro gemacht.

Dieses Foto wurde mit dem iPhone 7 Plus mit 1x Vergrößerung und dem Aukey Makro gemacht.

Maximale Vergrößerung: gemacht mit dem iPhone 7 Plus mit 2x Modus und dem Aukey 10-fach Makro-Objektiv.

Maximale Vergrößerung: gemacht mit dem iPhone 7 Plus mit 2x Modus und dem Aukey 10-fach Makro-Objektiv.

Fazit zum Aukey 10x Makro-Objektiv

Ich bin ehrlich gesagt am überlegen gewesen, ob ich auf das Olloclip Objektiv warte, das in Kürze auch für das iPhone 7 erscheinen wird. Die Tatsache, dass dies aber fast 100 Euro kosten soll, hat mich dazu bewegt, dieses Aukey Objektiv als Alternative zu testen.

Ich denke, ich werde mir den Olloclip für einen Test ebenfalls shoppen, wenn es soweit ist, aber die Bildqualität kann aus meiner Sicht nicht so immens besser sein, dass man einen mehr als 4-fachen Preis rechtfertigen könnte.

Bei diesem Makro-Foto der Münze sieht man deutlich, wie wenig Schärfentiefe die Aufnahme hat. Schrägaufnahmen sind davon natürlich besonders betroffen. :)

Bei diesem Makro-Foto der Münze sieht man deutlich, wie wenig Schärfentiefe die Aufnahme hat. Schrägaufnahmen sind davon natürlich besonders betroffen. Ein allgemeines Problem von Makroaufnahmen, das bei allen Auftecklinsen auftritt.

Wer eine Makro-Möglichkeit für sein iPhone sucht, dem kann ich das Aukey iPhone Objektiv mit gutem Gewissen ans Herz legen. Unbewegliche oder sehr langsame Motive lassen sich damit sehr gut ablichten. Die fehlende Schärfentiefe ist im Allgemeinen ein Problem mit Makro-Objektiven. Lösen läßt sich das in der Regel nur mit einem richtigen Fotoapparat, einer kleinen Blendenöffnung und einer langen Belichtungszeit. Aber da ich gerne auf Spaziergängen fotografiere, kommt diese umständliche Lösung für mich sowieso nicht in Betracht.

Für mich ist das Aufsteck-Objektiv von Aukey perfekt. Der mitgelieferte Transportbeutel dürfte vielleicht etwas größer sein, damit auch alles rein passt. In der Praxis werde ich aber vermutlich sowieso eine kleine Kunststoffschachtel für den sicheren Transport verwenden.

Bezugsmöglichkeit der Aukey Makrolinse

Wer sich die Linse für die iPhone Makrofotografie mal anschauen möchte, der findet sie recht preiswert bei Amazon:

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Weitere Nahaufnahmen mit der Aukey iPhone-Makrolinse

Hier habe ich noch ein paar weitere Makrofotos für euch, die ich mit dem Aukey realisiert habe. Alles nichts besonderes, aber ich finde, sie zeigen gut, was mit dem iPhone 7 Plus und dem Aukey Makro möglich ist. Schöne Fotos mache ich dann demnächst auch noch – in einem weiteren Beitrag. Dieser hier ist nun wirklich schon lang genug. 😉

 

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