Infos zu macOS 10.14 Mojave (WWDC 2018)

Mit dem neuen Betriebssystem macOS 10.14 Mojave für den Apple Mac hat der Apfel-Technikriese aus Cupertino auf der diesjährigen Juni-Keynote zum Auftakt der WWDC 2018 viele Verbesserungen vorgestellt. Details zur Präsentation und zu den neuen Features, die es ab Herbst für Apple-Computer und -Notebooks geben wird, habe ich euch in diesem Beitrag zusammengetragen.

Apple macOS 10.14 Mojave - so heißt das neue Mac-Betriebssystem, das auf der Juni-Keynote zum Auftakt der WWDC 2018 vorgestellt wurde. Details dazu findet ihr hier!

Apple macOS 10.14 Mojave – so heißt das neue Mac-Betriebssystem, das auf der Juni-Keynote zum Auftakt der WWDC 2018 vorgestellt wurde. Details dazu findet ihr hier!

macOS 10.14 Mojave – Mit dem „Dark Mode“ in die Wüste

Mit dem kommenden Betriebssystem macOS 10.14 Mojave für Apple Mac, iMac und MacBook hat sich Cupertino nun von den Bergen verabschiedet und zieht durch die Wüste. Vor allem die Nacht hat es den Entwicklern und Programmierern angetan, weshalb es nun (endlich!) auch einen Dark Mode in macOS geben wird, den man bisher nur durch Zusatz-Apps oder andere Tricks herbeiführen konnte.

Es ist kein Wunder, dass es den macOS Dark Mode für dunklere Fenster, Menüleisten, Menüs, Hintergründe und Symbole geben wird – richtet sich doch zum Beispiel der iMac Pro explizit an Kreative, etwa an Fotokünstler. Wer mit Bildern und Farben umgeht, bevorzugt nun einmal eine dunklere Umgebung. Aber auch in xCode können Entwickler beim Schreiben von Code sowie im Interface Builder auf den Dark Mode setzen. Otto-Normal-User profitieren in Mail, iTunes, Kalender und so weiter davon.

Kleine Spielerei – Dynamischer Desktop in Mojave

Nicht ganz neu und zum Beispiel von einigen Smartphone-Hintergründen für iOS und Android bekannt sind sogenannte „dynamische Desktops“, also Hintergründe, die ihr Aussehen nach verschiedenen Kriterien ändern. In macOS 10.14 Mojave sollen sich die dynamischen Wallpaper an die Tageszeit anpassen und zum Beispiel das neue Symbolbild – eine Sanddüne der Wüste – in entsprechender Beleuchtung (Morgen-, Mittags- und Abendsonne sowie Dämmer- und Mondlicht) darstellen.

Neuerungen für Desktop, Finder und Quick Look

Wer öfter neue Dateien anlegt, diese bearbeitet, Kopien davon für die Erstellung neuer Versionen nutzt und so weiter, speichert seine Zwischenergebnisse gern mal auf dem Desktop / Schreibtisch. Dort gibt es schnell ein Chaos aus den unterschiedlichsten Projekten, Dateien und Dateiformaten. Mit der neuen „Stacks“-Funktion (zu Deutsch: „Stapel“) soll damit Schluss sein. Mit Stacks lassen sich Dateien auf Stapeln zusammenfassen; individuell nach Dateiformat, Datum, Tag (und somit nach Projekt) oder anderen Kriterien ordnen.

Auch der Finder soll mit macOS Mojave für mehr Ordnung sorgen. Es wird neben den aktuellen Ansichten (Liste, Symbole, Cover Flow) eine Galerie-Ansicht geben, in der es auf einer unteren Leiste Thumbnails geben wird – anders als die Liste bei Cover Flow. Zudem wird die Side Bar, die rechte Seitenleiste, nun alle Metadaten anzeigen können und es wird „Quick Actions“ geben. Quick Actions sind Buttons für voreingestellte oder selbst zugewiesene Befehle und Aktionen. Vor allem für die Fotobearbeitung kann das eine zeitsparende Abkürzung sein.

Apropos Fotobearbeitung: auch in Quick Look wird es umfangreiche Neuerungen geben, die den Workflow wesentlich verbessern sollen. Die neue „Mark Up“-Funktion gibt euch die Möglichkeit, Teile eines Dokuments mit einem virtuellen Marker hervorzuheben, eine Unterschrift einzufügen und andere Aktionen auszuführen. Neben Bildern sind auch Videos unter macOS 10.14 per Quick Look editierbar. Zumindest das Zuschneiden von Videodateien lässt sich schnell und einfach realisieren.

Screenshots und Continuity werden ebenfalls verbessert

Screenshots (Bildschirmaufnahmen) sowie Continuity (Kontinuität) sind weitere Bereiche, für die Verbesserungen gewünscht wurden und die in macOS Mojave eben jene bekommen werden. Nach der Aufnahme eines Bildschirmfotos wird dieses zum Beispiel als Vorschaubild unten rechts auf dem Desktop angezeigt. So kann man es direkt anklicken und bearbeiten. Neben dem Screenshot als Bilddatei gibt es zudem ab Herbst die Möglichkeit, selbst abgesteckte Bereiche des Bildschirms als Video aufzunehmen – das heißt dann „Video Capture“.

Im Rahmen der Kontinuität können die so erstellten Bilder und Videos durch das Ziehen des Vorschaubilds von unten rechts in eine Präsentation oder auch Web-Baukasten direkt in Projekte eingebunden werden. Gleiches gilt für Inhalte, die mit dem (über iCloud) verbundenen iPhone erstellt werden. Ein Foto machen oder ein Dokument mit der iPhone-Kamera scannen sowie die Ergebnisse am Mac bearbeiten und weiterverarbeiten ist damit nahtlos möglich. 

Phase 1 von iOS-Apps auf dem Mac – native Apple-Programme

Craig Federighi hat ein ganz klares „Nein.“ als Antwort auf die Frage gegeben, ob denn macOS und iOS in Zukunft verschmolzen werden sollen. Dennoch gibt es das Bestreben, iOS-Apps auch auf dem Apple Mac, iMac und MacBook zugänglich zu machen. Das sei aber ein mehrjähriges Projekt, das aktuell in die erste Phase startet. Entwickler können sich ab 2019 daran beteiligen; Apple legt seinerseits mit Apps wie News, Stocks, Voice Memo und Apple Home vor. Mit Apple Home und Siri lässt sich das Smart Home nun endlich vom Mac aus steuern. Aber auch auf andere praktische Helfer von Apple und anderen Entwicklern, die bisher unter iOS laufen, kann man sich wohl in Zukunft auf dem Mac freuen.

Mehr Sicherheit und Privatsphäre unter macOS 10.14 Mojave

Die Sicherheit des Systems und der Schutz persönlicher Daten soll auf dem Mac weiterhin eine große Rolle spielen, weshalb sie unter macOS 10.14 Mojave weiter ausgebaut werden wird. Neben Standort, Kontakten, Fotos, Kalender-Informationen und Erinnerungen werden deshalb ab Herbst auch die Kamera und das Mikrofon besser geschützt. 

Die Zugriffs-Hinweise und Warnmeldungen, die man jetzt schon immer bekommt, wenn ein Programm, eine Funktion oder eine Webanwendung auf lokale Sachen zugreifen will, wird es dann auch für Mikro und Cam geben – so kann man individuell zustimmen oder ablehnen, wenn die entsprechende Hardware angesteuert wird. Weiterhin wird die verbesserte Sicherheit auf folgende Punkte ausgeweitet:

  • Mail-Datenbanken
  • Message-Historie
  • Safari-Daten
  • Time Machine Backups
  • iTunes Geräte-Backups
  • Standorte und Routinen
  • System-Cookies

Safari wird gegen „Fingerprinting“ und Tracking ausgerüstet

Der Apple Web-Browser „Safari“ geht ja nun schon seit einiger Zeit von Haus aus gegen personalisierte Werbung vor. Eure angeschauten Produkte, Dienstleistungen und Angebote im Web sollen so nicht weitergegeben und für Werbebanner und andere Werbeanzeigen genutzt werden können. Ab Herbst 2018 geht das Bestreben nach mehr Privatsphäre in Safari noch ein paar Schritte weiter. So sollen Nutzer- und Geräte-Daten nur noch vereinfacht und damit anonymisiert weitergegeben werden. 

Das sogenannte „Fingerprinting“, das mit Hilfe der individuellen Daten des verwendeten Geräts inkl. der erkennbaren Hardware funktioniert und so schon viel Aufschluss über den Nutzer gibt, soll unterbunden werden. Es sollen weniger Details zum Mac, zu dessen Version, zur verwendeten Hardware und zur genutzten Software (Betriebssystem, Browser, etc.) weitergegeben werden, sodass bestimmte Mac-Modelle im Internet „alle gleich aussehen“. 

Weiterhin kommt eine zusätzliche „Intelligent Tracking Protection“-Technologie im neuen Safari zum Einsatz, die die Erkennung des Nutzers über Like- und Share-Button sowie über Kommentarfelder unterbindet. Like- und Teilen-Schaltflächen auf Webseiten sind ja bereits Thema bei DSGVO-Abmahnungen. Apple zeigt sich hier proaktiv und will die Weitergabe von Nutzerdaten über diese Webobjekte schon im Browser unterbinden.

Neuer Mac App Store

Der Mac App Store bekommt in Apple macOS 10.14 Mojave ein komplettes Make-Over. Nicht nur wird es ein neues Design geben, sondern auch ganz neue Möglichkeiten für Entwickler, ihre Apps zu präsentieren. So wird es in Zukunft auch Demo-Videos geben, welche die Apps und Spiele in Aktion zeigen und so besser darstellen können, welchen Nutzen der Anwender aus ihnen ziehen kann. Neben dem „Kategorien“-Tab wird es zudem die Bereiche „Create“, „Work“, „Play“ und „Develop“ geben (bzw. entsprechende Pendants auf Deutsch). 

Um auch die Annäherung an iOS-Apps weiter zu verdeutlichen, bekommt der Mac App Store zudem noch ein paar Inhalte spendiert, die wir bereits aus dem aktuellen iOS App Store für iPhone, iPad und iPod Touch kennen: einen Discover-Tab zum Entdecken, Stories von Entwicklern, Top Charts und dergleichen. Das Angebot soll also nutzerfreundlicher und interaktiver werden. Zudem soll es später in 2018 direkt über den App Store auch Microsoft Office 365 und Adobe Lightroom geben.

Hintergrundtechnologie und Infos für Entwickler

Den Abschluss zu den Ausführungen hinsichtlich Apple macOS 10.14 Mojave machte Craig Federighi mit Informationen und Details zur Hintergrundtechnologie sowie Anwendungsmöglichkeiten für Entwickler und Nutzer. So ging er darauf ein, dass Macs und MacBooks die Leistungen aus „Metal“ zum Rendern von digitalen Inhalten und virtuellen Welten auch aus externen Grafikkarten ziehen können. Die Verwendung von sogenannten eGPU-Geräten zeigt bei allen Geräten einen enormen Boost in der Grafikleistung. 

Mit „Create ML“ gibt es zudem ein Swift-Tool, das speziell auf das Machine Learning ausgelegt ist. Damit lassen sich smarte respektive lernende Apps schneller erstellen und schlau machen. Die neue Kerntechnologie „Core ML 2“ sorgt sogar dafür, dass die Vorgänge 30% schneller laufen und die Modelle um bis zu 75% in der Größe reduziert werden konnten. Nagelt mich aber nicht drauf fest; die Angaben gehören zum Abschluss meiner Notizen, die ich bei der WWDC Keynote gemacht habe und die rund 1.800 Wörter umfassen 😀

Apple macOS 10.14 Mojave – Zusammenfassung

In Apple macOS 10.14 Mojave werden wir viele Verbesserungen sehen, die Otto-Normal-Nutzern, Kreativen sowie Entwicklern zugute kommen werden. Auch die Nutzung von iOS-Apps auf dem Mac wird nun langsam ins Rollen gebracht. Zudem gibt es mehr Sicherheit und Privatsphäre – schon allein bei der Internetnutzung mit Safari. Der Dark Mode sowie die neuen Funktionen von Schreibtisch, Finder und Quick Look werden sich sicher bei vielen positiv auf den Workflow auswirken. Insgesamt gibt es also viele Gründe, um sich auf macOS Mojave zu freuen. Was meint ihr dazu: hat Apple alles richtig gemacht oder einen wesentlichen Punkt vergessen? Lasst gern einen Kommentar zum Thema da!

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2 Comments

  1. Nicolaas Stegeman sagt:

    Gut gemacht, aber etwas wesentliches fehlt mir: auf welche Rechner kann man Mojave installieren bzw. mit welchen auch älteren Rechnern ist Mojave kompatibel?

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