Kernel Panic – was ist das eigentlich?

Die sogenannte Kernel Panic klingt nach einem schwerwiegendem Computer-Fehler, ist aber meist gar nicht so schlimm. Welches Problem der Begriff an Apple Mac und iPhone, am PC und Android-Gerät sowie an anderen Maschinen beschreibt, lest ihr in diesem Ratgeber. Neben dem Panik-Begriff gehe ich auch darauf ein, was ein Kernel eigentlich ist.

Was ist eine Kernel Panic, was sind die Auslöser und was ist beim Systemabsturz zu tun? Alle Informationen zur Kernel Panic unter macOS, Windows, Linux- und Unix-Systemen gibt's hier.

Was ist eine Kernel Panic, was sind die Auslöser und was ist beim Systemabsturz zu tun? Alle Informationen zur Kernel Panic unter macOS, Windows, Linux- und Unix-Systemen gibt’s hier.

Was ist ein Kernel?

Als Kernel wird der grundlegende Kern eines Betriebssystems bezeichnet. Es handelt sich dabei auf die für das Betriebssystem (macOS, iOS, Android, Ubuntu, etc.) essenziellste Software, welche die Arbeit am Computer erst ermöglicht. Weitere Begriffe für den Kernel sind daher auch Betriebssystemkern oder Core System. 

Der Kernel ist dabei – einfach gesagt – die Zwischeninstanz zwischen der Hardware (CPU, RAM, Eingabegeräte) und der ausgeführten Software respektive den Apps. Auf der detaillierter erklärenden Wikipedia-Seite heißt es zudem:

Gängige Anforderungen an einen Kernel sind Parallelverarbeitung verschiedener Aufgaben (Multitasking), Einhaltung zeitkritischer Grenzen, Offenheit für unterschiedlichste Anwendungen und Erweiterungen.

Was ist eine Kernel Panic?

Kernel Panic – was ist das eigentlich? Nun, die Kernel Panic beschreibt jene Fehlermeldung, welche angezeigt wird, wenn sich das Betriebssystem bzw. dessen zugrundeliegende Software in einem undefinierten Zustand befindet. Unter (älteren) Windows-Versionen drückt sich dies durch den allseits bekannten „Blue Screen“ aus. Der auch als „fataler Fehler“ beschriebene Zustand des Kernels zeigt also eine massive Fehlfunktion bzw. das Auftreten mehrerer Fehler in Hardware und / oder Software auf. 

Kurzum handelt es sich um einen Systemabsturz. Unter Apple macOS kann sich dieser in einem Blackscreen äußern, in alten Mac OS Versionen als Bombe, als Red Screen unter Win Vista, als Black Screen unter Win 8, und so weiter. Neben einem entsprechend gefärbten Bildschirm wird meist natürlich auch eine Fehlermeldung als Text angezeigt; idealerweise mit einem Fehlercode, an dem sich der Auslöser erkennen lässt.

Was löst eine Kernel Panic aus?

Kernel-Panik-Auslöser können sowohl Fehlfunktionen der Hardware als auch eine fehlerhafte Software sein. Zur letzteren gehören zum Beispiel fehlerhafte oder ausbleibende Speicherzugriffe. Jedoch kann auch der Kernel selbst eine Panic auslösen; bei modernen Systemen ist das meist sogar der einzige Weg, dass das Problem weiterhin auftaucht. 

Manchmal ist es aber auch gewünscht, zum Beispiel, um ein „Split Brain“ zu verhindern. Dies beschreibt die gleichzeitige Trennung aller Verbindungen in einem Computercluster. Bei einem einzelnen Rechner mit macOS, Windows oder anderem Betriebssystem versteht man die Kernel Panic aber als unerwünschten Systemabsturz. 

Wie heißen die Kernels von macOS, Linux, Windows und Co.?

Die Kernel Panic beschrieb zuerst bei der 1969 entwickelten Software Unix einen Ausfall. Unix und ihre Klone sind auch weiterhin eine Basis für viele Betriebssysteme, weshalb auch der Begriff für den Systemabsturz beibehalten wurde. Allerdings ist Unix heutzutage nicht mehr die einzige Kernelvariante. Zum Beispiel Linux ist euch sicherlich ein Begriff, sowohl als vollwertiges Betriebssystem, aber auch als 1991 eingeführter Kernel. 

Welcher Systemkern in welchem Betriebssystem eine Panic auslösen kann, habe ich euch hier zusammengefasst:

  • XNU (NeXT, Apple): Darwin, macOS, iOS, iPadOS, tvOS, watchOS
  • Windows NT (Microsoft): Windows NT, 2000, XP, Vista, 7, 8, 8.1, 10
  • Windows 9x (Microsoft): Windows 95, 98, ME
  • Linux bzw. GNU/Linux: Debian, Ubuntu, Mint, openSUSE, verschiedene „Linux“-Derivate
  • Unixoide Systeme („Unix-ähnliche“): Unix-Systeme, BSD, OpenBSD, weitere „BSD“-Derivate, FreeNAS, TrueOS

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Kernel Panic – Was ist zu tun?

Die Kernel Panic auf dem Mac und auf anderen Computern kann ein temporäres Problem sein, welches sich durch einen Neustart lösen lässt; also das gute, alte Aus- und wieder Anschalten. Sollte das nicht fruchten – auch nicht bei einem erzwungenen Runterfahren – dann probiert es nochmal ohne angeschlossene Geräte (bei iMac und MacBook auch Zweitbildschirme, Maus, externe Tastatur und Co.). 

Bei andauernden Problemen kann das Starten im Safe Mode oder das Booten von einer DVD / einem USB-Stick sowie die so ermöglichte Systemdiagnose respektive ein Update helfen. Ab und an informiert Apple auch auf seiner Support-Seite dazu, wenn in einem bestimmten System ein Bug zu einer Kernel Panic führen kann, und welches Update dies in Zukunft verhindert. Aber wie gesagt: Meist hilft ein Neustart bei Blue Screen, Black Screen, Red Screen und Co. 😉

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