Der Prozess „VTDecoderXPCService“ erzeugt am Mac eine CPU-Last von über 100% – was tun?

Der Prozess VTDecoderXPCService saugt ordentlich an der CPU. Aber was ist die Ursache dieses Prozesses?

Heute habe ich mal wieder etwas dazu gelernt. Mein MacBook Pro ist plötzlich ziemlich langsam geworden, Tastatureingaben haben Sekunden gebraucht und der Mauszeiger bewegte sich nur noch in Zeitlupe. Ein Blick in das Dienstprogramm „Aktivitätsanzeige“ – fest installiert in macOS und zu finden unter „Programme“ -> „Dienstprogramme“ – zeigte mir gleich die Ursache: Ein Prozess namens „VTDecoderXPCService“ hat die CPU ordentlich belagert und fast durchgehend über 100% der Rechenzeit gezogen.

Der Prozess VTDecoderXPCService saugt ordentlich an der CPU. Aber was ist die Ursache dieses Prozesses?

Der Prozess VTDecoderXPCService saugt ordentlich an der CPU. Aber was ist die Ursache dieses Prozesses?

Was tut der Prozess?

Eine kurze Recherche in den Apple Support Foren zeigte mir, dass ich scheinbar nicht der einzige bin, bei dem der Prozess aufgetaucht ist. Die Begründung von Apple ist folgende:

Der VTDecoderXPCService Prozess ist für alle möglichen Sachen verantwortlich die mit Quicktime zusammenhängen. Er „sandboxed“ diese Prozesse und sorgt dafür, dass diese nicht auf ungewünschte Speicherbereiche zugreifen kann. Wenn es also irgendwie um Audio- oder Videowiedergabe geht, dann dürfte der Prozess unter macOS Sierra beteiligt sein.

In meinem Fall war mir fast klar, was für ein Programm dafür zuständig war, denn weiter unten fand ich noch den Prozess „com.apple.photos.VideoConversionService“ und dieser – so meine Annahme – rechnet die Videos aus meiner Foto-Mediathek klein, um sie in die iCloud hochzuladen. Ich habe testweise „Fotos“ beendet und promt lief der Mac wieder ohne Schnecken-Modus.

Fehlersuche mit Aktivitätsanzeige und Programm-Switcher

Laut den Apple-Support-Foren können jedoch auch eine Webcam, die Videoanzeige oder ähnliches für den Aufruf des Prozesses sorgen. Ihr solltet also überlegen, was bei eurem Mac läuft, was eventuell diesen Prozess aufgerufen hat. Das Beenden von Programmen in zeitlichem Abstand hilft bei der Prüfung, welches Programm verantwortlich sein könnte. Welche Programme alle laufen, seht ihr, wenn ihr auf der Tastatur „cmd“ + Tab drückt.

Was macht der Prozess „kernel_task“?

Wer sich wundert, was der oberste Prozess im Screenshot namens „kernel_task“ macht, der hier auch über 100% CPU-Last erzeugt: Dieser Prozess greift ein, wenn die CPU des Macs zu heiß wird. Dann werden die Prozesse unterbrochen und nur stückenweise abgearbeitet, damit die CPU sich abkühlen kann. Die Folge ist, dass der Mac sehr verlangsamt wird. Sorgt man für bessere Lüftung und Kühlung, sinkt die CPU-Last des kernel_task Prozesses wieder.

Um die CPU-Last und die Temperatur der CPU im Blick zu halten, kann ich übrigens das Programm „iStat Menus“ empfehlen. Mit diesem kann man sich einen kleinen Graphen und die aktuelle Temperatur der CPU in der Menüleiste einblenden, was sehr praktisch ist.

Sir Apfelot auf SteadyHQ unterstützen

10 Kommentare

  1. Teresa Zak sagt:

    Es dauer sehr lange und ich kann das nicht ausschalten, weil der Prozess sich immer wieder einschaltet. Wie kann ich das dauerhaft ausschalten.

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Teresa! Wie man es dauerhaft deaktiviert, weiss ich auch nicht. Aber das wäre auch nicht sinnvoll, da der Prozess Sachen in der Fotos-Mediathek umrechnet. Die sollen ja irgendwann auch mal erledigt sein. Aus dem Grund ist meine Empfehlung, den Prozess einfach über Nacht mal durchlaufen zu lassen. Am nächsten Tag sollte der Mac alles erledigt haben und wieder flüssig laufen.

      • Tessa sagt:

        Danke Sir Apfelot! So mache ich, ich hoffe, dass dies endlich aufhört. Bisher habe ich nie das Problem gehabt. Seit der Neuinstallierung meines MacBook Pro erlebe ich so etwas.

        • Sir Apfelot sagt:

          Na, dann drücke ich dir die Daumen, dass er bald damit fertig ist. Nervt ja sonst bei der normalen Arbeit. 🙂

          • Tessa sagt:

            Es ist schrecklich, ich kann ja nicht mal diese Antwort an Sie schreiben. Es hört nicht auf. Bevor ich den Mac nicht neu aufgestellt habe, gab es solche Sachen nicht, obwohl ich viele Videos mit meinem Iphone gemacht habe. Vielleicht ist das eine andere Ursache?
            Ich wäre dankbar für einen Tipp. Herzlich

          • Sir Apfelot sagt:

            Hallo Tessa! Mein Vorschlag wäre, vielleicht nochmal macOS High Sierra drüber zu installieren. Dabei gehen keine Daten verloren, da nur die Systemdateien neu geschrieben werden. Vielleicht hilft das aber bei deinem Problem. Ansonsten w+sste ich aus dem Stand auch nicht, was man noch machen könnte. Bist du sicher, dass es immer wieder der VTDecoderXPCService-Prozess ist, der deinen Mac lahm legt?

  2. Tessa sagt:

    Ja, ich bin sicher

    • Hut sagt:

      …wenn erst mal alles durchgerechnet ist, hört es auch wieder auf. Abhängig von der Größe der Fotomediathek (und anderen Faktoren) geht’s schnell oder dauert eben etwas.

  3. M.Schlegel sagt:

    Ich bin heute ebenfalls über dieses Verhalten gestolpert. Mein noch ziemlich neuer iMAC Pro mit OSX Mojave ist seit 5 Stunden lahmgelegt, ich fasse es nicht. Ich dachte nicht, dass das überhaupt möglich ist. Ein Rechner mit 10 CPU-Kernen und 64 GB RAM wird von OSX in die Knie gezwungen. Atemberaubend. Meine Aktivitätsanzeige zeigt:

    VTEncoderXPCService: 507.4%
    VTDecoderXPCService: 359.6%
    com.apple.photos VideoConversion … 98.1%

    Was denkt sich Apple hierbei? Der Begriff „ärgerlich“ drückt nicht im Mindesten die Dicke meines Halses aus, mit dem ich diesen Beitrag verfasse. Dabei geht es nicht nur darum, dass ich einen hochperformanten Rechner gekauft und teuer bezahlt habe, um damit zu arbeiten – und nicht um dämliche Fotos, die über mein iPhone in meine iCloud geladen werden, irgendwie zu unbestellten absurden Pseudovideos zusammenzukleben. Es geht darum, dass Rechner nicht einsatzbereit sind wenn man sie braucht. Nicht mal eine Nachricht an den Benutzer ist das die Herrschaften von Apple wert. Fürwahr eine ganz eigene „user experience“ – auf die ich gerne dankend verzichtet hätte…

    Diese Nachricht schreibe ich übrigens auf einem Windows-Notebook, auf dem ich den ganzen Nachmittag nach einer Erklärung für das Verhalten meines Rechners gesucht habe.

    • Sir Apfelot sagt:

      Ja, bei dem Konvertieren ist es egal, wieviele Cores man hat. Die werden einfach alle bis zum Anschlag ausgereizt… natürlich geht es mit 10 Cores etwas schneller, aber der Prozess legt trotzdem alles lahm. Am besten ist, man geht mal einen Kaffee trinken und läßt den Rechner vor sich hin arbeiten. Dann vielleicht mal einen Neustart probieren und schauen, was passiert. Bei mir war nach der Konvertierung der Mediathek wieder alles gut und es ist auch seitdem nichts mehr in der Richtung passiert.

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