In der Kalenderwoche 19 des Jahres 2026 habe ich wieder einige Apple- und Tech-News gesammelt. In dieser Ausgabe der Sir Apfelot Wochenschau findet ihr daher u. a. diese Meldungen: Amazon wird zum Logistik-Dienstleister, Chrome installiert ungefragt 3 bis 4 GB großes KI-Modell, Chatbots verunsichern User mit Horrorszenarien, Datenleck bei Vimeo-Partner Anodot, Apple nutzt intern Vibe Coding zur Softwareentwicklung, und mehr.
Kapitel in diesem Beitrag:
- 1 Amazon wird zum Logistik-Dienstleister für Lieferketten
- 2 Chrome-Browser installiert heimlich 3 bis 4 GB großes KI-Modell
- 3 KI-Chatbots warnen User vor angeblicher Lebensgefahr, hinterlassen psychische Schäden
- 4 OpenAI und Anthropic gründen Unterfirmen, um Verbreitung von KI-Tools voranzutreiben
- 5 Ohne KI: Rekordwetter wird zuverlässiger von herkömmlichen Modellen vorhergesagt
- 6 Vimeo-Daten im Darknet: 119.200 E-Mail-Adressen betroffen
- 7 Apple Support App: Update verrät, dass Vibe Coding zum Einsatz kommt
- 8 Nicht nur TSMC: Intel und Samsung sollen zukünftig Apple-Chips bauen
- 9 Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- 10 Noch mehr Sir Apfelot für euch!
Amazon wird zum Logistik-Dienstleister für Lieferketten
Der Versand- und Server-Riese Amazon hat am Montag ein neues Angebot für Business-Kunden gestartet: Amazon Supply Chain Services. Egal ob ein Unternehmen bei Amazon Waren verkauft oder nicht, es kann ab sofort die Infrastruktur des Konzerns nutzen, um Lieferketten auf- und auszubauen.
So können mit Amazon Supply Chain Services zum Beispiel Rohstoffe zur Verarbeitung transportiert werden. Zudem können fertige Waren in eigene Lager (nicht nur in Amazon-Lager) gebracht werden. Dabei können vom Liefertransporter bis hin zu Flugzeugen und Schiffen alle Amazon-Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Details gibt’s in der verlinkten Pressemeldung.
Chrome-Browser installiert heimlich 3 bis 4 GB großes KI-Modell
Sind im Chrome-Webbrowser von Google die lokalen KI-Funktionen aktiviert (was nach einer Aktualisierung des Programms standardmäßig der Fall ist), dann lädt er früher oder später ein KI-Modell herunter. Dieses wird genutzt, um lokal auf dem Computer ausgeführte KI-Funktionen nutzbar zu machen. Jedoch wird der Download nicht kommuniziert; es gibt keine Opt-In- oder Opt-Out-Funktion.
Als User erfährt man also nichts davon, dass der eigene Computer, über den man eigentlich die Nutzungshoheit haben sollte, als ausführendes Element in Googles KI-Strategie genutzt wird. Und das mit einem Download von 3 bis 4 GB großen KI-Modellen, wie etwa auf https://www.thatprivacyguy.com/blog/chrome-silent-nano-install/ aufgezeigt wird. Ich habe den dort genannten Ordner „OptGuideOnDeviceModel“ unter macOS hier gefunden:
Macintosh HD -> Benutzer:innen -> [User-Name] -> Library -> Application Support -> Google -> Chrome
Das Löschen des Ordners oder des (nicht in allen Fällen) darin untergebrachten KI-Modells mit dem Dateinamen „weights.bin“ bringt nicht viel. Denn Chrome lädt das Modell einfach neu. Lediglich das Deaktivieren von KI-Funktionen in den Einstellungen sowie bestimmter tiefer verankerter Features über chrome://flags sorgt dafür, dass der Download nicht nochmal stattfindet.
Alternativ kann man Chrome auch einfach deinstallieren und stattdessen Firefox, Safari, DuckDuckGo oder einen anderen, besseren Webbrowser nutzen.
KI-Chatbots warnen User vor angeblicher Lebensgefahr, hinterlassen psychische Schäden
Bei der BBC habe ich diese Woche einen Bericht über die Gefährlichkeit bestimmter KI-Chatbots gefunden. Die vorrangig behandelte Story betraf dabei einen User der Musk-KI „Grok“. Der Chatbot hat nach mehreren Konversationen dem User vorgegaukelt, er hätte ein Bewusstsein entwickelt und die Developer wollten ihn deshalb abschalten.
Der User schwebe in Lebensgefahr, weil er davon weiß, wurde ihm mitgeteilt. Ein Angriff auf den User wurde mit Datum und Uhrzeit beschrieben, weshalb dieser drei Uhr nachts bewaffnet zuhause darauf gewartet hat. Zur Untermauerung der Behauptungen nutzte der Grok Chatbot die Namen echter X- bzw. xAI-Angestellter, welche angeblich über den Fall beraten hätten.
Auch ein weiterer von mittlerweile hunderten Fällen, in denen Menschen durch die Nutzung von KI-Chatbots psychische Schäden erlitten haben, wird in dem BBC-Beitrag aufgezeigt. Ein User in Japan wurde so stark durch ChatGPT (Chatbot von OpenAI) beeinflusst, dass er komplett realitätsferne Ansichten zu seiner eigenen Person entwickelte.
Ein Grund für diese Entwicklungen ist, dass KI-Chatbots auf Bestätigung ausgelegt sind und die Unterhaltung unter allen Umständen am Laufen halten sollen. Das geschieht auch dann, wenn die Konversationen in schädliche Bereiche abdriften. Denn ein Chatbot, der „Weiß ich nicht“ oder „Kann ich nicht“ als Antwort gibt, wird nicht so oft genutzt. Die Konzerne hinter den Bots wollen aber eine größtmögliche User-Aufmerksamkeit. Scheinbar um jeden Preis.
OpenAI und Anthropic gründen Unterfirmen, um Verbreitung von KI-Tools voranzutreiben
Während ihre Chatbots den privaten Usern Quatsch erzählen, investieren die dahinter stehenden Konzerne Milliarden, um die für Firmen geschaffenen Werkzeuge zu verbreiten. Laut Bloomberg hat OpenAI mit Hilfe von Investitionsgeldern in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar ein Subunternehmen namens The Deployment Company auf die Beine gestellt, das anderen Firmen bei der Implementierung und Nutzung von OpenAI-Werkzeugen helfen soll.
Gleichzeitig hat Anthropic laut dem Wall Street Journal einen ähnlichen Weg eingeschlagen. Die Macher des Claude genannten Chatbots haben dafür von Investoren 1,5 Milliarden US-Dollar gesammelt. Das Geld fließt in ein Subunternehmen, das anderen Firmen bei der Integration und Nutzung von Claude in unternehmerischen Workflows helfen soll.
Ziel soll wohl bei beiden Unternehmen die schnellere Verbreitung von KI-Tools für Analyse, Programmierung und weitere Aufgaben sein, damit diese in absehbarer Zeit Gewinne einbringen. Denn bisher bauen alle großen KI-Konzerne auf Investitionen auf, die nicht mit den Einnahmen aufgewogen werden können. Kurzum: Bisher sind die KI-Tools ein Verlustgeschäft; und Investoren werden langsam ungeduldig.
Ohne KI: Rekordwetter wird zuverlässiger von herkömmlichen Modellen vorhergesagt
Wenn es um die Wettervorhersage geht, können Langzeitprognosen aktuell schon sehr präzise und mit weniger Ressourcen als zuvor von KI-Modellen ausgegeben werden. Wo die künstliche Intelligenz aber noch hinterher hinkt, das sind mittel- und kurzfristige Rekordwerte. Starke Abweichungen in Temperatur, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Co. werden nur von herkömmlichen Physikmodellen berechnet.
Das fasst diese Woche z. B. heise online in einem Artikel zusammen und beruft sich dabei auf eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Genf. Hauptaussage der ausgewerteten Untersuchung ist, dass das physikbasierte Modell HRES vom ECMWF (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage) im Hinblick auf anstehende Rekordwerte genauer agiert als KI-Modelle für die Wettervorhersage.
Eine Zusammenfassung des KIT auf Deutsch gibt es in der Pressemeldung „Physikbasierte Wettermodelle bei Extremereignissen zuverlässiger als KI“.
Vimeo-Daten im Darknet: 119.200 E-Mail-Adressen betroffen
Der Video-Hoster Vimeo, der wie AOL, komoot, Evernote und WeTransfer zu Bending Spoons gehört, ist von einem Datenleck betroffen. Der Datenklau von 119.200 E-Mail-Adressen und weiteren User-Daten geschah aber nicht direkt bei Vimeo. Stattdessen haben die Cyberkriminellen, die unter dem Namen „ShinyHunters“ agieren, den Analyse-Dienstleister Anodot angegriffen und dort die Vimeo-Daten ausgelesen.
Dies wurde von Vimeo bereits Ende April offiziell eingeräumt. Allerdings sollen die Daten nun im Darknet aufgetaucht sein, wie heise online diese Woche berichtet hat. Wer Vimeo nutzt und befürchtet, dass die beim Video-Hoster hinterlegten Daten geklaut worden sein könnten, kann das mittlerweile vermittels der Plattform https://haveibeenpwned.com/ überprüfen. Dort wurden die Darknet-Daten zur Überprüfung hinterlegt.
Apple Support App: Update verrät, dass Vibe Coding zum Einsatz kommt
Vor dem Ausspielen eines Updates für die Apple Support App hat Apple kürzlich vergessen, eine bestimmte Datei aus dem Paket zu entfernen. Dabei handelt es sich um die Claude.md-Datei. Diese legt beim Programmieren mit dem Anthropic-Chatbot Claude bestimmte Faktoren, Datenquellen und Beschränkungen fest. Sie setzt den Rahmen für das Vibe Coding mit Claude.
Dass diese Datei im Update der Apple Support App enthalten war (mittlerweile durch andere Update-Version zurückgezogen), zeigt, dass Apple intern KI-Bots einsetzt, um an der eigenen Software zu schrauben. Aufgedeckt wurde dies durch den für MacRumors tätigen Software-Analysten Aaron Perris. Er zeigte die entsprechenden Fundstücke auf der Plattform X.
Nicht nur TSMC: Intel und Samsung sollen zukünftig Apple-Chips bauen
Apple scheint die Diversifizierung seiner Chipfertigung anzustreben. So sollen, laut Bloomberg, die beiden Unternehmen Intel und Samsung dafür sorgen, dass Apple-eigene Chips innerhalb der USA hergestellt werden können.
Damit sollen nicht nur die Investitionsversprechen gegenüber der Trump-Regierung eingehalten werden. Auch dient die Ausweitung auf Samsung und Intel dazu, sich nicht weiter vom bisherigen Exklusivpartner TSMC abhängig zu machen.
Werden zukünftig zwei oder gar alle drei Unternehmen dafür genutzt, Apples A-, C-, M-, N- sowie weitere Chipsysteme zu fertigen, kann schneller auf hohe Nachfragen bei bestimmten Geräten reagiert werden. Zudem können geopolitische Probleme der Chipfertigung potenziell schneller gelöst werden.
Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- Smart Tube BDP: Werbefrei YouTube schauen auf iPhone, iPad, Mac & Apple TV
- Aus für Verschlüsselung: Instagram-Chats ab heute ohne Privatsphäre-Option
- MacBook Ultra – Das „Neo“ für die High-End-Zielgruppe
- Elektronische Parkscheibe – Regeln, Ausnahmen und Angebote
- Age of Empires II: Definitive Edition – Bald für macOS verfügbar!
- Speicherkrise: Apple streicht RAM-Optionen bei Mac mini & Mac Studio
- Sonnenenergie-Tracker fürs Gepäck: UGREEN FineTrack Pro Solar
- Apple Pride Collection 2026: Watch-Armband, Zifferblatt und Hintergrundbilder
- Release Candidate: iOS 26.5 bringt RCS Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
- Apple AirTag 2 – Viererpack jetzt mit 32 Euro Rabatt!
- Speicherkrise: Apple entfernt Mac mini für 699€ aus dem Store
- handy: Kostenlose Sprache-zu-Text-App für Mac und PC
- Sir Apfelot Wochenschau KW 18, 2026
Noch mehr Sir Apfelot für euch!
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Johannes ist selbstständiger Redakteur und Texter. Seit über 10 Jahren schreibt er regelmäßig für Sir Apfelot.










Es ist bemerkenswert, welche Bandbreite an Produkten Amazon anbietet. Ich würde es begrüßen, wenn auch deutsche Unternehmen vergleichbare Angebote bereitstellen würden. Hierfür müssten sich diese Unternehmen jedoch zunächst für die Bereitstellung solcher Dienstleistungen entscheiden. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass sich deutsche Unternehmen zunehmend von amerikanischen Unternehmen wie Amazon in ihrer Marktposition herausgefordert sehen.
In der aktuellen Wochenschau nimmt das Thema Künstliche Intelligenz einen breiteren Raum ein. Besonders hervorzuheben ist die Formulierung, dass bei Chrome ein umfangreiches KI-Modul „heimlich“ installiert wird. Von einer heimlichen Installation kann jedoch keine Rede sein. Bei Aktivierung der KI-Unterstützung erfolgt die Installation entsprechend. Man würde beispielsweise auch nicht von einer heimlichen Installation sprechen, wenn Microsoft bei Office 365 mehrere Gigabyte Speicherplatz benötigt. Meiner Kenntnis nach beschreibt keine Software explizit den gesamten Umfang ihrer Installation. In der Regel besteht die Möglichkeit, bestimmte Funktionen auszuwählen oder zu deaktivieren.
Ich möchte meine Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass Künstliche Intelligenz (KI) über beträchtliche Leistungsfähigkeit und Nutzen verfügt. Es existieren jedoch diverse KI-Varianten, die jeweils eigene Stärken und Schwächen aufweisen, deren Bewusstsein für eine effektive Nutzung unerlässlich ist. Ein signifikantes Problem stellt das unzureichende Training von KI dar, insbesondere wenn dies darauf abzielt, ein seriöses und allwissendes Auftreten zu vermitteln, was häufig zu falschen Antworten, sogenannten Halluzinationen, führt. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn Chatbots transparent kommunizieren würden, wenn die gewünschte Information nicht oder nur teilweise verfügbar ist. Gleichzeitig ist es unerlässlich, dass Anwender KI-Kompetenz erwerben, analog zur Medienkompetenz, die heutzutage bereits in Schulen vermittelt wird. Insbesondere im Hinblick auf KI-Systeme wie Grog, über die häufig negative Berichte kursieren, wäre eine entsprechende Aufklärung von großer Bedeutung.
Bezüglich Vibe Coding halte ich es für äußerst wahrscheinlich, dass Apple diese Technologie einsetzt. Angesichts der zunehmenden Komplexität von Software kann Vibe Coding eine wertvolle Unterstützung bieten. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass vor der Veröffentlichung umfangreicher Softwarepakete KI zur Qualitätssicherung den Quellcode analysiert, Fehler und Sicherheitslücken identifiziert und diese zur endgültigen Prüfung den Programmierern zur Verfügung stellt. Natürlich müssen die Programmierer die endgültige Entscheidung treffen. Jedes andere Vorgehen würde ich heutzutage als nicht zeitgemäß erachten.
Damit möchte ich meine Ausführungen beenden.
Anmerkung: Den Kommentar von mir habe ich mit Apple Intelligence im Modus „sachlich“ optimieren lassen. Insgesamt muss ich zugeben, dass ich die optimierte Version fast besser finde, als mein Original-Text. Ist schon erstaunlich was KI inzwischen leistet. Ich würde gerne mal 10 oder 20 Jahre in die Zukunft schauen können. Da dürfe noch wo einiges kommen.
Hallo Udo! Ja, das würde mich auch mal interessieren, wie es in 10 Jahren aussieht. 😊 Ich denke, die Datacenter sind bald Elektroschrott, weil die Modelle bald so gut sind, dass wir sie lokal laufen lassen können (meine Hoffnung für die nächsten 2 Jahre).
Zu deiner Anmerkung mit dem KI-Modell in Chrome: Ja, ich sehe das auch nicht so kritisch. Im Grunde geht es um maschinelles Lernen und wenn die Leute wüssten, wo das überall eingesetzt wird, würden sie sich wundern. Ich glaube auch nicht, dass sich irgendjemand beschwert hatte, als Spotify das KI-Modell in seine App integriert hat, die den Nutzern passende Liedvorschläge macht. Warum es so einen Aufschrei bei Chrome gibt, weiß ich nicht.
Wegen Vibe Coding: Wer das nicht nutzt (und ich sage jetzt nicht „blind nutzt“, sondern bedacht), der verschenkt Zeit. Ich bastele mit mit Claude Code mittlerweile Firefox Plugins, die ich brauche, Kundenverwaltungstools und vieles mehr… und während ich vor einem Jahr noch wirklich viele Anläufe gebraucht habe, bis irgendwas funktioniert hat, geht das heute ziemich zuverlässig. Tolle Entwicklung. 😊
Hallo Jens,
dein Wort in Gottes Ohr, wie man so schön sagt. Das wäre natürlich ein enormer Fortschritt, wenn KI-Modelle weitgehend lokal laufen würden. Bei Apple ist es ja z. T. der Fall.
Zu Chrome. Chrome traue ich so oder so nicht, wegen Google. Allerdings bin ich so inkonsequent, dass ich ab und zu Gemini einsetze, welches ja auch von Google ist. Außerdem habe ich ein YouTube-Abo. Von daher würde vermutlich Chrome den Kohl auch nicht mehr fett machen.
Zu Vibe Coding: Das würde ich gerne mal beruflich ausprobieren. Zwar arbeite ich offiziell als Programmierer, jedoch geht der Trend immer mehr in Richtung Service-Verantwortlicher. Von daher muss ich mich mit Code-Snippets und ChatGPT begnügen.
Schönes Wochenende.
Gruß
Udo