Sir Apfelot Wochenschau KW 27, 2026

Diese Woche sind wir nicht nur in die zweite Jahreshälfte gestartet, es gab auch wieder interessante Apple- und Tech-News. In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 27 des Jahres 2026 findet ihr u. a. diese Meldungen: Rekordstrafe für Google, „E-Mail-Adresse verbergen“-Funktion von iCloud+ nicht sicher, Apple ordert Teile für 10 Millionen iPhone Ultras, macOS bald ohne eigene DVD-Wiedergabemöglichkeit, Sony stellt Disc-Produktion für PlayStation ein, und mehr!

EuGH-Urteil: Google muss 4,1 Milliarden Euro Strafe zahlen

Weil Google den Herstellern von Android-Smartphones vorschreibt, welche Apps vorinstalliert sein müssen, und weil damit die Google-Suchmaschine bevorzugt wird, wurde der Konzern nun zu einer Rekordstrafe verurteilt. Im Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ging es dabei um das Paket aus elf Apps, die Hersteller vorinstallieren müssen – etwa die Google-Suche und den Chrome-Webbrowser.

Wie u. a. die Tagesschau aufzeigt, musste das Google-Programmpaket seit 2011 auf Android-Systemen zur Standardeinrichtung gemacht werden (sog. Bloatware). Nach nunmehr 15 Jahren wurde jetzt vom EuGH geurteilt, dass dieses monopolstärkende Verhalten rechtswidrig ist und zu einer empfindlichen Strafe von 4,1 Milliarden Euro führt. Dem Ganzen geht ein seit Jahren laufendes Verfahren voraus, bei dem 2018 eine Summe von 4,3 Milliarden festgelegt wurde. Diese wurde 2022 auf 4,1 Milliarden reduziert.

Siri AI in der EU: Tim Cook hat mit Henna Virkkunen gesprochen

In einem Online-Meeting hat sich der Noch-CEO von Apple, Tim Cook, mit Henna Virkkunen zusammengesetzt. Das ist die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technische Souveränität, Sicherheit und Demokratie sowie Kommissarin für Digitale- und Grenztechnologien. In dem Gespräch ging es laut Financial Times (Paywall) bzw. 9to5Mac um eine Lösung für die Bereitstellung von Siri AI auf dem iPhone, dem iPad und der Apple Watch.

Dabei sei es laut Personen, die mit dem Meeting vertraut sind, zu einem „konstruktiven Austausch zu Themen des gemeinsamen Interesses“ gekommen. An diesen wird nun weiter gearbeitet. Und etwas genauer: Es ging etwa darum, wie Apple die neue Siri-Version innerhalb der EU veröffentlichen kann, ohne dass Strafen im Sinne des Digital Service Act (DSA) fällig werden. Das wäre der Fall, wenn Siri die einzige KI-Assistenz auf iPhone und Co. bleibt und die Systeme nicht für Alternativen geöffnet werden.

iCloud+ Feature: „E-Mail-Adresse verbergen“ ist unsicher und verrät Original-Adresse

Wie 404 Media (Paywall) sowie u. a. MacRumors berichten, ist die „E-Mail-Adresse verbergen“-Funktion von iCloud+ nicht so sicher, wie Apple sie bewirbt. Angeblich können ausnahmslos alle Alias-Adressen zur Herausgabe der originalen E-Mail-Adresse verwendet werden. Dabei ist die Funktion eigentlich dafür gedacht, die Original-Adresse geheim zu halten und Alternativ-Adressen (etwa für Abos, Newsletter, einmalige Logins, etc.) zu nutzen.

Die technischen Details wurden dabei noch nicht veröffentlicht, denn Apple hat die Sicherheitslücke noch nicht geschlossen. Tyler Murphy, der Co-Gründer von EasyOptOuts, hat die Schwachstelle bereits im Juni 2025 entdeckt und bei Apple gemeldet. Apple meinte ihm gegenüber dann im März 2026, dass ein zukünftiges Systemupdate das Problem behebt. Dies ist aber bisher nicht geschehen. „E-Mail-Adresse verbergen“-Adressen können immer noch die Original-Adresse preisgeben.

Weitere Apple-Führungskraft wechselt zu OpenAI

Der vor allem letztes Jahr bei Apple beobachtete Braindrain (Abwanderung von Fachleuten mit Spezialwissen) scheint auch 2026 nicht abzureißen. Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg (Paywall) bzw. MacRumors berichtet, hat Paul Meade Apple verlassen und ist zum KI-Riesen OpenAI gewechselt. Paul Meade war bei Apple zuletzt für die Vision Pro und die Entwicklung von Smart Glasses verantwortlich.

Die Führung über die Vision-Entwicklung übernahm er, nachdem der vorige Vision-Chef Mike Rockwell die Entwicklung von Siri AI übernahm. Paul Meade war insgesamt 16 Jahre bei Apple und hat neben der Vision Pro unter anderem am iPhone und iPad mitgearbeitet. Von alltäglichen Mobilgeräten über die High-End VR-Brille hin zu noch nicht veröffentlichten KI- und AR-Brillen nimmt er einiges an Wissen mit zur Konkurrenz.

Die Leitung der Brillenentwicklung wird bei Apple in Zukunft Fletcher Rothkopf übernehmen.

Apple kauft App auf, die 2025 den Design Award gewonnen hat

Dass Apple eine Software mit dem „Apple Design Award“ auszeichnet, heißt wohl, dass der Konzern das Programm besonders im Auge hat und behält. Zumindest im Fall der App „Play“, die 2025 mit so einem Preis in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet wurde. Apple hat das dahinter stehende Studio, Rabbit 3 Times, Ende Februar 2026 aufgekauft. Dies wurde kürzlich in der offiziellen Übernahmeliste der EU publik gemacht.

Play ist bzw. war eine Software zum Erstellen von Design-Prototypen für iPhone-Apps, bei denen das SwiftUI Framework zum Einsatz kommt. Möglich ist, dass Apple das Programm selber neu auflegt oder einzelne Funktionen davon in seine bisherigen Programmierhilfen, vor allem Xcode, einbringt. So oder so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Developer mittelfristig wieder von den Play-Funktionen Gebrauch machen können. Im App Store gibt es die Software seit der Übernahme nicht mehr.

Apple will mindestens 10 Millionen Modelle des iPhone Ultra bauen

Für die gerade angelaufene zweite Jahreshälfte 2026 soll Apple verschiedene Teile für insgesamt rund 80 Millionen Smartphones von seinen Zulieferern bestellt haben. Ungefähr 10 Millionen sollen dabei auf das von der Gerüchteküche „iPhone Ultra“ getaufte Modell entfallen. Apples erstes Falt-iPhone soll sich also scheinbar nach internen Prognosen relativ gut verkaufen.

Über die Zahlen berichten u. a. Nikkei Asia (Paywall) und MacRumors. Die insgesamt 80 Millionen Geräte, die neu hergestellt werden sollen, sind das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und das iPhone Ultra (bzw. iPhone 18 Ultra, iPhone Fold oder anderer Name). Im gesamten Jahr 2026 soll sich die iPhone-Herstellung auf ganze 220 Millionen Stück belaufen. Einige Zulieferer sollen Teile der iPhone-17-Produktion für die zukünftige iPhone-18-Produktion zurückhalten, heißt es zudem.

Tschüss, physische Medien (Teil 1): Apples Abkehr von DVDs unter macOS

Apple hat das DVDPlayback Framework aus der aktuellen Developer-Beta von macOS 27 Golden Gate entfernt. Das wurde nicht geheim gemacht, sondern steht klar ersichtlich in den Release Notes von macOS 27 Beta 2. Apps können also nicht mehr mit diesem Framework ausgestattet werden, um DVDs wiederzugeben. Das DVDPlayback Framework wird zudem mit einer zukünftigen macOS-Version vollständig entfernt.

Das bedeutet zudem das Aus für die in macOS integrierte DVD-Player App. Die Entfernung der App und des DVDPlayback Frameworks sind ein weiterer Schritt in Apples langfristiger Abkehr von Datenscheiben. Das letzte MacBook Pro mit CD- und DVD-Laufwerk kam 2012 auf den Markt. Im Jahr 2024 hat Apple zudem sein externes Laufwerk „SuperDrive“ in Rente geschickt.

Die DVD-Wiedergabe am Mac sollte auch nach der Entfernung des DVDPlayback Frameworks mit Apps wie dem VLC Player funktionieren. Dieser bringt eine eigene Technologie zum Auslesen von DVDs (libdvdcss) mit.

Tschüss, physische Medien (Teil 2): PlayStation-Spiele ab 2028 ohne Datenträger

Apple ist aber nicht der einzige Tech-Konzern, der die heimische Mediensammlung sowie die Offline-Nutzung von Unterhaltungsmedien abschaffen will. Wie Sony im PlayStation-Blog angekündigt hat, endet die Herstellung von Discs für Spiele-Neuerscheinungen im Januar 2028. Neue Spiele sollen dann nur noch digital gekauft werden können, etwa über den PlayStation Store.

Das Ganze soll keinen Einfluss auf Spiele haben, die vor Januar 2028 veröffentlicht wurden. Deren Disc-Versionen werden auch anschließend noch in physischer Form angeboten (falls dies vorher schon der Fall war). Angeblich richtet sich Sony damit nach dem Trend im User-Verhalten. Die komplette Abkehr von physischen Spiele-Datenträgern wird aber nicht allen gefallen.

Möglich ist, dass Sony die Gemüter zum Ende des Jahres 2027 oder Anfang 2028 mit der Ankündigung der PlayStation 6 beruhigen will. Diese wird dann möglicherweise komplett ohne Disc-Laufwerk angeboten. Das konnte jedoch für neuerlichen Unmut sorgen, da sie somit nicht abwärtskompatibel mit den Disc-Spielen der PlayStation 5 wäre. Oder anders gesagt: Es bleibt spannend.

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