Pomelo P5 Test – E-Longboard im Vergleich zum Boosted Board

Das motorisierte Longboard Pomelo P5 ist ein durchdachtes, robustes und im Vergleich zum wohl bekanntesten E-Skateboard, dem Boosted Board, auch günstiges Gefährt mit Bluetooth-Fernbedienung. Ich habe das Pomelo P5 einem Test unterzogen und mich hat es dabei auch ordentlich hingelegt. Was ich als Erfahrungen mit dem E-Board berichten und euch neben einem Helm und anderen Schutzvorrichtungen empfehlen kann, das habe ich euch im Folgenden zusammengefasst.

Pomelo P5 Test - im Testbericht gibt es technische Daten, Tipps zur Nutzung und Erfahrungen mit E-Longboard und Fernbedienung. Tipp: Helm und andere Schützer tragen ;)

Pomelo P5 Test – im Testbericht gibt es technische Daten, Tipps zur Nutzung und Erfahrungen mit E-Longboard und Fernbedienung. Tipp: Helm und andere Schützer tragen 😉

Pomelo P5 – E-Longboard mit Fernbedienung

Das Pomelo P5 ist ein motorisiertes Longboard aus Bambus und Glasfaser mit zwei Motoren, die jeweils in einem Rad der gleichen Achse sitzen. Eine schlaue Steuerung lässt verschiedene Einstellungen und eine präzise Fahrmanöver zu. Per Fernbedienung kann man nicht nur Gas geben, sondern auch drei Gänge auswählen und diese sogar im „Rückwärtsgang“ verwenden. Zudem kann man bremsen. Das Board ist also flexibel einsetzbar. Laut dem Hersteller Pomelo ist das P5 zudem das E-Longboard mit der höchsten Reichweite. Kleiner Hinweis vorab: nicht so schnell Gas geben, sonst reißt es euch den Boden unter den Füßen weg und ihr zieht euch je nach Flugbahn diverse Verletzungen zu 😉

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Unboxing des Boards

Bei mir angekommen ist das Pomelo P5 in einem unscheinbaren Paket, welches die eigentliche Produktverpackung und darin das super gepolsterte Produkt an sich enthielt. Selbem lagen neben der Bedienungsanleitung auch die Fernbedienung und Ladekabel bei. Das Ladegerät kann direkt an der Steckdose genutzt werden. Die Kabel (USB-A auf Mikro-USB bzw. Lightning) können zudem verwendet werden, um den Board-Akku als Powerbank (z. B. für den Controller) zu verwenden. Zum Akku findet ihr weiter unten noch ein paar Hinweise.

Die Pomelo P5 Verpackung weist schon auf den Inhalt und die Specs des Geräts hin. Hinweis: die Reifen sind nur auf der Box orange.

Die Pomelo P5 Verpackung weist schon auf den Inhalt und die Specs des Geräts hin. Hinweis: die Reifen sind nur auf der Box orange.

Als erstes sieht man: Bedienungsanleitung, Ladegerät, USB-Lightning-Kabel, Werkzeug und Fernbedienung.

Als erstes sieht man: Bedienungsanleitung, Ladegerät, USB-Lightning-Kabel, Werkzeug und Fernbedienung.

Unter der Polsterung kommt das E-Longboard zum Vorschein.

Unter der Polsterung kommt das E-Longboard zum Vorschein.

 

Pomelo P5 Datenblatt: Technische Daten

Die technischen Daten des Pomelo P5 habe ich euch im Folgenden zusammengefasst. Habt ihr noch Fragen zu einem technischen Detail des Geräts, dann lasst gern einen entsprechenden Kommentar da. Hier nun das Datenblatt:

  • Hersteller: Pomelo
  • Modell: P5
  • Maße (L x B x H): 99 cm x 27 cm x 14 cm
  • Gewicht: 8,3 kg (mit Verpackung und Zubehör: 10 kg)
  • Material (Brett): Bambus und Glasfaser
  • Akku des Longboards: 5.800 mAh, 36 V
  • Akku des Controllers: 400 mAh, 3,7 V
  • Motoren: 2 x 160 W (max. 2 x 432 W)
  • Reifen Durchmesser: 9 cm / Reifen Breite: 5,2 cm
  • Lieferumfang: Pomelo P5 E-Longboard, Fernbedienung, Ladegerät, USB- und Lightning-Kabel, Multi-Tool mit Schraubendreher und Mutterndreher (T-förmiger Rohrschlüssel)

Pairing, Gang einlegen, Fahren lernen

Für das Pairing von Board und Controller schaltet man zunächst beide Geräte durch das Betätigen ihrer jeweiligen Power-Buttons ein. Dabei drückt man die Tasten solange bis die jeweiligen Status-LED blinken (s. Bedienungsanleitung S. 4). Ist das bei beiden der Fall, drückt man dreimal hintereinander kurz den Power-Button am Longboard. Dann wird das Pairing vollzogen und die Bedieneinheit vibriert dreimal. Anschließend kann man probeweise am Drehrad des Controllers Gas geben – gibt es am E-Longboard eine Reaktion der Hinterreifen, dann war das Pairing erfolgreich.

Ist alles startklar, dann kann man direkt mit dem Pomelo P5 Test beginnen. Die brauchbare Boosted Board Alternative kommt mit bereits geladenen Akkus an.

Ist alles startklar, dann kann man direkt mit dem Pomelo P5 Test beginnen. Die brauchbare Boosted Board Alternative kommt mit bereits geladenen Akkus an.

Mit der Taste, deren Symbol einer Gangschaltung respektive einem Schaltknüppel ähnelt, stellt man den Gang ein. Es gibt drei verschiedene von langsam bis schnell, die man daran erkennt, dass die Status-LEDs auf dem Controller nach Aktivierung des Gangs jeweils langsam, mittelschnell oder schnell nacheinander aufleuchten. Für den Anfang empfehle ich natürlich zunächst den ersten, langsamen Gang. Die Unterscheidung liegt in den Maximalgeschwindigkeiten:

  • Langsam: bis 15 km/h
  • Mittel: bis 22 km/h
  • Schnell: bis 35 km/h

Okay, nachdem das alles erledigt ist, steigt man also auf und gibt vorsichtig(!) Gas. Langsam mit dem Daumen am Rad der Bedieneinheit drehen und los rollen. Mit einem Schieberegler lässt sich auch der Rückwärtsgang einlegen, sodass man sich bei den ersten Fahrmanövern leicht aus einer eingekesselten Lage befreien kann. Hat man schon mal auf dem einen oder anderen Brett gestanden, dann hat man auch beim Pomelo P5 schnell den Dreh raus, per Gewichtsverlagerung zu lenken und so auch einen U-Turn zu vollführen anstelle dem „Wenden in drei Zügen“.

Nicht zu verachten: die Bremse

Bei den ersten Fahrten solltet ihr auch direkt die Bremse mit ausprobieren. Diese betätigt man, indem man das Geschwindigkeitsrad nicht nach oben, sondern nach unten dreht. Auch hier kann man langsame Entschleunigungen vornehmen oder notfalls direkt in die Eisen steigen. Das gemächliche Bremsen macht sich vor allem dann bezahlt, wenn man bergab fährt und dabei nicht zu viel Fahrt aufnehmen will. Bei zu ruckartigem Betätigen der Bremse (bis zum Anschlag) kommt aber wie auch beim zu schnellen Beschleunigen das physikalische Trägheitsgesetz zum Einsatz – das solltet ihr immer bedenken 😉

Der Controller beim Aufladen am mitgelieferten Kabel.

Der Controller beim Aufladen am mitgelieferten Kabel.

Pomelo P5 Akku: Reichweite, Abnehmen und Anbringen

Der Akku des Pomelo P5 bringt gute 5,8 Ah und 36 V auf die Uhr. Da das aber noch nichts weiter über die Leistung im Alltag bzw. bei der sonntäglichen Ausfahrt mit dem E-Longboard aussagt, hier ein praktischerer Wert: 35 Kilometer. Laut dem Hersteller soll eine Akkuladung für 35 km reichen. Dabei natürlich vorausgesetzt, dass nicht zu viele Steigungen oder abgebremste Gefälle darunter sind und der Fahrer nicht übermäßig schwer ist. Für Durchschnittswerte zur Leistung setzt man bei Pomelo eine Masse von 80 kg an. Damit schafft das Brett auch Steigungen von 17° bzw. 30%. Ich habe das mit recht steilen Straßen und Gassen ausprobiert und wurde positiv überrascht!

Der Akku lässt sich übrigens auch austauschen. Die Entnahme und das Anbringen verlangen aber ein wenig Kraft. Um den Akku zu lösen, muss man einen Knopf runterdrücken und von der anderen Seite schieben. Gerade beim ersten Mal geht das recht straff. Ein dünner Schraubenzieher kann beim Hebeln helfen. Das Anbringen ist einfacher, auf dem letzten halben Zentimeter aber auch straff. Wer keine große Tour macht und dabei Austauschakkus mit sich trägt, sondern die Batterie immer wieder aufladen kann, braucht sie natürlich nicht vom Brett zu trennen.

Übrigens: Es wird nicht empfohlen, das Pomelo P5 ohne Akku durch die sonst genutzte Beinarbeit als herkömmliches Longboard zu nutzen. Durch die nicht elektronische Belastung der Motoren und weiteren Elektronik könnte, so der Hersteller, das Mainboard Schaden nehmen. Es steckt also einiges an Technik in dem Board, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man das Gerät nutzt. Die Akkuanzeige vermittels der vier LEDs sowie das Aufladen am Ladegerät klappen auch wenn die Batterie vom Brett gelöst ist.

Ladezeit:

  • Longboard-Akku: etwas über 3 Stunden
  • Controller-Akku: ca. 1,5 Stunden (je nach Ladegerät)

Pomelo P5 vs. Boosted Board

Elektronische Longboards mit Motor und Fernbedienung sind durch die Marke „Boosted Board“ und deren prominente Platzierung bei diversen Influencern wie Casey Neistat bekannt geworden. Boosted Boards sind damit fast schon zum Synonym für diese Art der Mobilitätsprodukte aufgestiegen. Allerdings bietet das Pomelo P5 im Vergleich zum Boosted Board einige Vorteile, die es nicht zu verleugnen gilt. Hier habe ich auch die wichtigsten Infos zur Boosted Board Alternative in einer Gegenüberstellung zusammengefasst:

Boosted Board („Boosted Plus“ Modell)Pomelo („P5“ Modell)
Motor1 x 2.000 W2 x 160 W (bis zu 432 W)
AntriebRiemen-Antrieb in extra Gehäuse, das kaum Bodenfreiheit bietet

„Belt Motor“

Motoren sitzen in den Rädern, Bodenfreiheit für Steine und andere Hindernisse

„Hub Motor“

Max. Geschwindigkeit22 km/h35 km/h
Reichweite (laut Hersteller)bis zu 22 kmbis zu 35 km (ebene Straße, Fahrer max. 80 kg)
Preis (Stand: Juli 2018)1.275 Euro

ca. 553 Euro bei GearBest

(ca. 738 Euro bei Amazon)

Meine Erfahrungen mit dem Pomelo P5

Neben dem bereits angesprochenen Sturz, der sich aus einem zu ambitionierten Gasgeben ergeben hat, hatte ich sehr viel Spaß mit dem E-Longboard Pomelo P5. Vom neuartigen Fahrgefühl hin zum Cruisen durch Straßen und Gassen hat sich alles gut angefühlt. Das federnde Brett und die einfache Lenkung per Gewichtsverlagerung machen jegliche Manöver nach einigem Eingewöhnen vielleicht nicht zur selbstverständlichen Leichtigkeit – aber dennoch möglich. Hier zahlt sich aus, ob und wie oft man schon einmal auf einem Skateboard, Longboard oder auch einem kleinen Pennyboard gestanden hat. Schutzausstattung wie Helm, Handschuhe mit Stabilisatoren und vielleicht auch noch Ellbogenschützer kann ich für hohe Geschwindigkeiten empfehlen. 

Am schönsten fährt es es auf glattem Asphalt, da grobe, ausgewaschene Straßenbeläge auf Dauer ein Rütteln verursachen, das die Beinmuskulatur ordentlich strapaziert. Aber auch das steht man durch. Gas geben, beschleunigen, bremsen und so weiter hat immer zuverlässig funktioniert. Es gab nie Ausfälle der Fernbedienung. Und auch bei einigen Metern Entfernung konnte ich das Pomelo P5 immer zuverlässig heranholen oder beispielsweise über die Straße fahren lassen (wie bei anderen Gefährten sollte man ggf. beim Straße überqueren absteigen). Alles in allem also eine positive Erfahrung, die aufgrund des folgend genannten Punktes einen Wermutstropfen erhält.

Nutzung im Alltag: Verkehrstauglichkeit

Wie man es sich schon fast denken kann, so ist ein E-Longboard, ein elektrisches Skateboard ein motorisiertes Pennyboard oder andere Gefährte dieser Art in Deutschland nicht per se zugelassen. Schon gar nicht für den regulären Straßenverkehr – schon alleine Licht, Blinker und dergleichen fehlen ja. Meine Testfahrten habe ich daher auch früh morgens wenn alles schlief auf Fahrradwegen und wenig befahrenen Gassen eines Dorfs vorgenommen. 

Wer komplett auf Nummer Sicher gehen und das Pomelo P5 komplett frei von rechtlichen Bedenken fahren will, sollte dies nur auf privatem Grund (mit Genehmigung des Eigentümers) tun. Oder man nutzt es, um vom Ost- zum Westflügel des Anwesens zu gelangen 😉

Offizielle Texte und Aussagen: Darf ich in Deutschland ein E-Skateboard fahren?

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Pomelo P5 zu kaufen und zu fahren, dem kann ich als Informationsmaterial unter anderem eine Seite der ARAG und Wikipedia empfehlen. Im ARAG-Ratgeber „Wo dürfen Segways, Skateboards und Elektro-Skateboards fahren?“ (hier) wird auf die fehlende Zuordnung der E-Skateboards zu Spiel- oder Sportgeräten eingegangen. In dem Artikel heißt es zum Beispiel:

Die Longboards mit Elektromotor sind offiziell keine Sportgeräte. Die Durchführungsverordnung (EU) 2015/386 vom 5. März 2015 regelt die Einreihung von vierrädrigen Skateboards, deren Elektromotor per Fernbedienung gesteuert wird. Da es an Lenk- und Bremssystemen fehlt, kommt eine Einreihung als Kraftfahrzeug auch nicht in Frage. Mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 31 km/h […] scheidet jedoch auch eine Einreihung als Spielfahrzeug für Kinder aus. Folglich sind die Skateboards in die Unterposition 9506 99 90 der Kombinierten Nomenklatur (KN) für Waren zur Verwendung als Unterhaltungsware aus dem Sportbereich einzureihen.

Auf der Wikipedia-Seite zum Thema Elektro-Skateboard bzw. E-Boarder (hier) geht man mit Bezug auf den Bundesrat ebenfalls auf noch fehlende Regelungen in Deutschland ein. Das verlinkte und folgende zitierte Dokumente stammt bereits aus dem Jahr 2016:

Die Bundesregierung wird aufgefordert, schnellstmöglich die verhaltens- und zulassungsrechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb von selbstbalancieren- den Fahrzeugen und Fahrzeugen mit Elektroantrieb, die nicht mindestens einen Sitzplatz haben, im öffentlichen Verkehr – unter Beteiligung der Länder – zu regeln. 

Videos

Das bisherige Jahr 2018 hat mit schönen Tagen, an denen man ausfahren konnte, nicht gespart. An zwei dieser Tage habe ich je ein kurzes Video für den Pomelo P5 Test aufgenommen. Diese beiden Videos habe ich euch auf den Sir Apfelot YouTube-Kanal hochgeladen sowie im Folgenden eingebettet – das dritte Video ist ein „externer“ Testbericht auf Englisch:

Fazit zum Pomelo P5 Test

Das Pomelo P5 hat im Test seine Stärken zeigen können. Mit robuster Bauweise, recht starkem Akku und Motoren, direktem Antrieb der Räder und Bodenfreiheit unter den Achsen ist es gegenüber führenden Marken vorteilhafter – also eine echte Boosted Board Alternative. Sowohl bei ordentlicher Steigung und geraden Straßen  als auch beim Bremsen bergab und bei zügigem Fahren auf gerader, freier Bahn hat sich das E-Skateboard zuverlässig und sicher angefühlt. 

Einrichtung, Nutzung und Wartung sind denkbar einfach. Nach etwas Eingewöhnung und für Anfänger vorsichtigem Probieren lassen sich Strecken sicher abfahren. Einzig die unsichere Rechtslage macht das Gerät nicht für den alltäglichen Weg zur Arbeit durch die Stadt geeignet. Bei der sonntäglichen Ausfahrt auf dem Dorf sollte sich aber keiner beschweren. Hinweis: wer nicht gern Gewichte hebt, wird den händischen Transport des Boards nicht mögen.

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