In der Kalenderwoche 17 des Jahres 2026 sind mir wieder einige Apple- und Tech-News aufgefallen. Für die Sir Apfelot Wochenschau habe ich u. a. diese Meldungen zusammengefasst: Untersuchung der Wirtschaftsschäden durch Temu und Shein, EU-App für die Altersverifizierung weist grobe Sicherheitslücken auf, Bundesnetzagentur veröffentlicht Nachweisverfahren Mobilfunk App, regionale Buchstaben im Entsperrcode können das iPhone unbrauchbar machen, Mac mini mit M4 bei Apple nicht vorrätig, und mehr!
Temu und Shein: China-Shops kosten Einzelhandel ca. 2,4 Milliarden Euro
Die IW Consult, eine Firma für Auftragsforschung, hat im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) die wirtschaftlichen Auswirkungen der China-Onlineshops Temu und Shein untersucht. Auf Deutschland bezogen wurde dabei ermittelt, dass täglich rund 460.000 Pakete der Händler in Deutschland ankommen. EU-weit sollen es im Jahr 2025 täglich etwa 12 Millionen Pakete gewesen sein.
Diese und weitere Daten hat diese Woche der HDE in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Der Schaden für die deutsche Wirtschaft beläuft sich der Schätzung nach auf insgesamt 2,4 Milliarden Euro pro Jahr. Davon entfallen 1,3 Milliarden auf den Einzelhandel. Dadurch gehen tausende Jobs verloren und Steuereinnahmen entfallen. Gleichzeitig verstoßen Temu und Shein oft gegen EU-Regeln.
Zumindest neue Einfuhrkosten sollen die Paketflut in Richtung der EU ein bisschen eindämmen, wie wir bereits berichtet haben.
Dank Open-Source-Ansatz: Schwachstellen in EU-Altersprüfung aufgedeckt
Wie wir bereits letzte Woche aufgezeigt haben, ist die EU-App für die Altersprüfung bzw. Altersverifizierung auf Smartphones offiziell „fertiggestellt“. Damit sie umfangreich untersucht werden kann, wurde sie als Open-Source-Projekt auf GitHub veröffentlicht. Zum Glück, denn so konnten bereits einige Schwachstellen ermittelt werden, die bis zur EU-weiten Einführung behoben werden können müssen.
Auf X zeigt der User Paul Moore auf, wie man die App hacken kann. Dazu muss einfach nur ihre PIN aus dem Verzeichnis gelöscht werden, in dem sie abgelegt wurde. Danach kann eine neue PIN festgelegt werden, mit der dann auf die vorigen Eintragungen zugegriffen werden kann. Anders ausgedrückt: Der Fremdzugriff auf die App und ihre Inhalte ist möglich. Weiterhin können Sicherheitsmaßnahmen wie die Abfrage von Biometrie-Daten (Face ID oder Touch ID) ganz einfach deaktiviert werden.
Nachweisverfahren Mobilfunk: Mobile Breitbandmessung für Funkloch-Nachweise
Wenn die mobile Internetversorgung hinter den Versprechen des gebuchten Tarifs zurückbleibt, kann man einen Preisnachlass verlangen. Jedoch muss dafür das entsprechende Defizit beim Netzbetreiber nachgewiesen werden. Dafür hat die Bundesnetzagentur nun die hochoffiziell benannte App Nachweisverfahren Mobilfunk veröffentlicht. Mit dieser sollen Tarifversprechen mit tatsächlichen Werten abgeglichen und protokolliert werden können.
Schaut man allerdings in die App-Bewertungen, dann ergibt sich das Bild einer noch nicht praktisch nutzbaren App. Oftmals sollen Messungen abbrechen oder extrem lange dauern. Es wird zum Beispiel davon berichtet, dass Messungen nicht zustande kommen, weil der Standort nicht bestimmt werden kann. Da die Nachweisverfahren Mobilfunk App kostenlos ist, kann man sie aber einfach ausprobieren und schauen, ob sie bei der eigenen Messung funktioniert. Ansonsten muss man auf ein Update hoffen.
Meta und Microsoft: Insgesamt 23.000 Stellen werden gestrichen
Die beiden Tech-Riesen Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) und Microsoft (Windows, Office-Software, LinkedIn, etc.) schmeißen mal wieder massenhaft Angestellte raus. Das berichtet unter anderem Bloomberg. Insgesamt sollen an der einen Stelle 23.000 Stellen gestrichen und an der anderen Stelle mehrere tausend nicht neu besetzt werden. Bei Meta sind es 8.000 Jobs.
Microsoft-Angestellte (insgesamt 7% des Unternehmens) sollen durch Abfindungen und Vorruhestandsangebote zum Gehen bewegt werden. Wie bei Bloomberg aufgezeigt wird, hat der Stellenabbau (bei Meta sind 10% des Unternehmens betroffen) vor allem politische Gründe. Einsparungen im Unternehmen sind nötig, um die gegenüber der Regierung Trump versprochenen KI-Investitionen in Milliardenhöhe binnen der kommenden Jahre realisieren zu können.
Aufwändig, aber wirksam: Hohe Pay-Beträge von gesperrtem iPhone abgebucht
In einem neuen Video wird auf dem YouTube-Kanal Veritasium ein Apple-Pay-Hack gezeigt und erklärt, der schon seit fünf Jahren bekannt ist, aber bisher nicht gefixt wurde. Zugegebener Maßen müssen für die Ausführung viele Faktoren stimmen und es ist einiger Aufwand nötig, damit das Ganze wirklich funktioniert. Wenn es aber funktioniert, können von einem gesperrten iPhone mehrere tausend Dollar, Euro, etc. abgebucht werden.
Im speziellen Fall, der in dem Video gezeigt wird, ist bei Apple Pay eine Visa-Kreditkarte hinterlegt. Die Tatsache, dass das Gerät gesperrt ist und keine Verifizierung stattfinden kann, wird durch eine Manipulation des Bezahlvorgangs umgangen. Für diese wird zusätzliche Hardware benötigt, die dem iPhone vorgaukelt, dass eine Expresszahlung (eigentlich für den Nahverkehr gedacht) stattfindet. Für diese wird keine Bestätigung oder vorige Entsperrung des Geräts verlangt.
Alphanumerischer Entsperrcode am iPhone: Besser keinen Háček verwenden!
Und wo wir gerade beim Entsperren des iPhones sind. Erst diese Woche bin ich durch Zufall über einen Bug gestolpert, der User ab iOS 26.0 von ihrem Gerät aussperren kann. Wer nämlich nicht nur Zahlen als Entsperrcode verwendet, sondern ein alphanumerisches Passwort festlegt, sollte vorsichtig mit regionalen Buchstaben sein.
Buchstaben aus dem tschechischen Alphabet, die mit einem Háček (Häkchen über dem Buchstaben) versehen sind, tauchen nämlich unter iOS 26.0 und scheinbar auch unter iOS 26.4 nicht auf der Entsperrcode-Tastatur auf. Da oftmals keine externen Eingabegeräte verwendet werden können und ähnlich aussehende Zeichen nicht akzeptiert werden, kann man sich durch č, š, ř, ž und Co. aussperren.
Wer aktuell Buchstaben mit Háček im alphanumerischen Entsperrcode verwendet, sollte diesen eventuell ändern, um nicht nach einem zukünftigen Update ein unbrauchbares iPhone vor sich zu haben. Beim Zurücksetzen des Geräts gehen alle ungesicherten Daten (also nicht auf dem Mac oder in der iCloud abgelegten Inhalte) verloren.
Google bestätigt Apple-Partnerschaft und Gemini-basierte Siri
Dass die personalisierte und als Chatbot nutzbare Sprachassistenz Siri auf Google Gemini aufbauen soll, das machte schon vor einiger Zeit die Runde. Nun wurde Gemini als Basis für kommende Versionen von Apple Intelligence und Siri aber noch einmal ganz offiziell bestätigt. Im Rahmen der Eröffnung des Events Google Cloud Next ’26 sagte der Google Cloud-Chef Thomas Kurian:
Earlier this year, we announced a monumental partnership with one of the most iconic brands that will bring the power of our technology to users everywhere around the world. We're collaborating with Apple as their preferred cloud provider to develop the next generation of Apple Foundation Models based on Gemini technology.
These models will now power future Apple Intelligence features including a more personalized Siri coming later this year.
Dass die bereits 2024 angekündigte KI-Version von Siri später in diesem Jahr („later this year“) erscheinen soll, klingt ganz nach einer Apple-Formulierung. Meistens heißt dies, dass mit dem Upgrade auf die nächste Vollversion eines Systems damit zu rechnen ist. Wie schon einmal aufgezeigt, so sollen iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 über die neue Siri-Version sowie über eine Siri-App inkl. Chatbot-Funktionen verfügen.
M4 Mac mini ausverkauft: Speichermangel oder neues Modell im Anmarsch?
Schaut man aktuell in den Apple Online-Store, dann findet man dort für das M4-Basismodell des Mac mini in jeder Konfiguration den Hinweis „Derzeit nicht verfügbar“. Ob das an dem Speicherchip-Mangel liegt, wegen dem bereits neue Mac-Modelle einige Monate verschoben worden sein sollen, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Denn immerhin wird auch ein neues Modell des Mac mini erwartet.
Der Mac mini könnte bereits mit dem M5 und dem M5 Pro ausgestattet werden. Denn Apple hat den M5 schon im Oktober 2025 vorgestellt, und den M5 Pro im März 2026. Vielleicht gibt es aber gerade einen kombinierten Fall: Apple hat den Bestand der M4-Modelle auslaufen lassen, kann aber nicht ausreichend M5-Modelle produzieren, um selbige zu launchen. Wir behalten das Ganze im Auge und schauen, welche Mac minis in Zukunft verfügbar sein werden.
Hinweis, um Missverständnissen vorzubeugen: Die Konfigurationen mit M4 Pro sind weiterhin verfügbar. Lediglich der M4 wird als nicht verfügbar angezeigt.
Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- GarageBand-Update: Fehlerbehebung und neues App-Icon
- Parallels Desktop: MacBook Neo-Tests abgeschlossen, Kompatibilität bestätigt
- Apple veröffentlicht iOS / iPadOS 26.4.2 und patcht „FBI-Sicherheitslücke“
- Affinity April-Update: DaVinci Resolve-Verknüpfung und Automatisierung mit Claude
- Tim Cooks Rücktritt-Gründe: Gesundheit gehört nicht dazu
- John Ternus: „Wir werden die Welt erneut verändern“
- Developer verraten: Procreate für Mac ist in Arbeit!
- Der neue Apple-CEO: Wer ist John Ternus?
- Tim Cook tritt zurück: Apple bekommt neuen CEO
- Abfahrt! – iPhone-App zeigt ÖPNV-Daten aus 28 Ländern an
- Speicher-Krise: Neue Mac-Modelle verspäten sich um Monate
- Sir Apfelot Wochenschau KW 16, 2026
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Johannes ist selbstständiger Redakteur und Texter. Seit über 10 Jahren schreibt er regelmäßig für Sir Apfelot.










Den Mac mini M4 (nicht Pro) konnte ich gerade konfigurieren und hätte ihn im finalen Schritt zur Kasse kaufen können.
Hallo Bernd,
ja, ein paar Konfigurationen scheinen wieder vorrätig zu sein. Aber noch nicht alle.
Hab grad mal nachgeschaut und die absolute Grundausstattung (M4, 16 GB Arbeitsspeicher, 256 GB SSD, Gigabit-Ethernet) für 699 Euro ist nicht verfügbar.
MfG
Johannes