Im Test: Jiga GN1 Powerbank mit 30.000 mAh, LED-Taschenlampe und Lightning-Ladeanschluß

Jiga GN1 Powerbank im Test

Ich weiß nicht, wie viele Powerbanks bei mir im Büro rumfliegen. Es müssen wohl so um die zwanzig bis dreißig sein. Und mein bisheriger Zusatzakku mit dem ich am liebsten arbeite, ist die Zendure A8PD. Wenn also bei mir eine neue Powerbank für einen Testbericht ins Haus flattert, muss sie sich mit diesem – sehr empfehlenswerten, aber leider nicht ganz günstigen – Kraftpaket messen.

So auch die Jiga GBN1 Powerbank, welche mir der Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt hat. Das Besondere an dem Jiga Akku ist aus meiner Sicht die Kapazität von 30.000 mAh, denn die meisten Akkus findet man bei maximal 26.800 mAh Kapazität. Entsprechend war meine Neugier auf das Produkt von Jiga geweckt.

Eine Powerbank mit Taschenlampen-Funktion ist immer wieder eine praktische Sache (Fotos: Sir Apfelot).

Eine Powerbank mit Taschenlampen-Funktion ist immer wieder eine praktische Sache (Fotos: Sir Apfelot).

Die technischen Daten der Jiga GN1

Bevor wir zu meinen Messungen kommen, möchte ich kurz die technischen Details zur Powerbank auflisten, damit man die Eckdaten schon einmal kurz gelesen hat:

  • Hersteller: Jiga
  • Modell: GN1
  • Kapazität: 30.000 mAh bzw. 111 Wh
  • Anschlüsse: 3x USB-A, 1x USB-C, 1x Lightning, 1x Micro-USB
  • Ausgangsleistung: 5 V / 2,1 A (gesamt)
  • Aufladen der Powerbank über USB-C, Lightning oder Micro-USB
  • Load-through-Funktion: ja
  • USB C Power Delivery: nein
  • Taschenlampenfunktion: ja
  • Abmessungen: 155 x 76 x 35 mm
  • Bezugsquelle: Amazon (ca. 33 Euro)
Hier sieht man alle Anschlüsse der Powerbank im Überblick – ebenso wie die Taschenlampenfunktion.

Hier sieht man alle Anschlüsse der Powerbank im Überblick – ebenso wie die Taschenlampenfunktion.

Kein USB-C Power Delivery beim Laden (In/Out)

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Powerbank von Jiga verfügt über keine Schnellladefunktion via USB-C Power Delivery. Das dürfte für viele Leute schon ein Grund sein, den Akku nicht zu wählen. Man muss sich eben damit abfinden, dass weder das Aufladen der Powerbank selbst, noch das Aufladen der angeschlossenen Geräte schnell geht.

Die Powerbank selbst braucht von 0 bis 100 Prozent gut und gerne 11 Stunden Ladezeit. Mein iPhone 12 Pro Max lädt mit 5 Volt, statt mit den gewohnten 9 Volt, die ich erreiche, wenn ich es an ein USB-C PD Ladegerät stecke. Auch hier muss man also mit ca. 50 Prozent mehr Ladezeit rechnen.

Der versteckte Vorteil dadurch ist natürlich, dass die ganze Aufladerei sehr Akku-schonend ist, denn je langsamer man den Akku auflädt, umso weniger Hitze entsteht, was wiederum die Lebenszeit der Batteriezellen weniger stark beeinträchtigt.

Trotz der Kapazität hat die Jiga GN1 einen handlichen Formfaktor.

Trotz der Kapazität hat die Jiga GN1 einen handlichen Formfaktor. Sicher ist sie nicht besonders hosentaschentauglich, aber im Rucksack kann man sie ohne Probleme dabei haben.

Gesamte Ausgangsleistung maximal 13 Watt

Die Angabe von 2,1 Ampere und 5 Volt als Ausgangsleistung in den technischen Daten ist über alle Ports hinweg zusammen gerechnet. Das klingt nach wenig, vor allem, wenn man vorhätte, ein MacBook damit zu laden. Dafür kann man die Powerbank eigentlich nicht verwenden, da sie eben auch kein USB Power Delivery unterstützt. Selbst das 12 Zoll MacBook hat beim Laden gerne zwischen 20 und 30 Watt, womit die Jiga Powerbank jedoch nicht dienen kann.

Ich habe zum Testen mal zwei USB Lastwiderstände an die USB-A Ports gehängt und bin auf ca. 2,7 Ampere Gesamtstromstärke gekommen. Dabei ist die Spannung jedoch schon auf 4 Volt abgefallen, was zeigt, dass wir hier am Limit der Powerbank arbeiten.

Als ich noch mehr Leistung abverlangt habe, hat sich die Powerbank abgeschaltet. Möchte man also ein iPad und ein iPhone gleichzeitig laden, muss man damit rechnen, dass das Aufladen der Geräte nicht sehr flott gehen wird. Aber manchmal muss es das ja auch gar nicht.

Wer also mit langsamen Laden keine Probleme hat, der wird nun die positiven Punkte der Jiga Powerbank erfahren.

Mit dem Lastwiderstand habe ich die Powerbank entladen und die Kapazität gemessen.

Mit dem Lastwiderstand habe ich die Powerbank entladen und die Kapazität gemessen.

80 Wattstunden Kapazität in der Praxis

Um zu sehen, wie viel Kapazität die Powerbanks auf meinem Teststand in der Praxis liefern können, entlade ich sie mit einem USB-Lastwiderstand und schalte ein USB-Multimeter dazwischen, um mitzuschneiden, wie viele Wattstunden durchlaufen.

Zum Vergleich nehme ich gerne meine Zendure A8PD her, da diese recht gute Werte hat. Entlade ich diese, komme ich auf ca. 40 Wattstunden.

Die Jiga Powerbank habe ich ebenfalls so entladen und den Prozess gleich dreimal wiederholt, da ich die gemessenen Werte nicht glauben wollte. Die Jiga lieferte 80 Wattstunden und bietet damit einfach mal die doppelte Kapazität meiner (gebrauchten!) Zendure A8PD.

Das ist insofern überraschend, da die Zendure mit 26.800 mAh nur etwas weniger Kapazität haben sollte, als die Jiga Powerbank mit 30.000 mAh. Genau genommen nur 12 Prozent weniger.

Zendure mit „theoretischen“ 99 Wattstunden

Der starke Unterschied liegt wahrscheinlich daran, dass die Zendure bei mir schon seit Jahren im Einsatz ist und damit Kapazität eingebüßt hat.

Auf der Herstellerseite von Zendure konnte ich herausfinden, dass die A8PD normalerweise 99 Wattstunden aufweist, was natürlich ein rechnerischer Wert ist. In der Praxis erreicht man in der Regel weniger, da die Akkuzellen nie komplett entladen werden. Das würde die Zellen stark schädigen und wird daher durch eine frühzeitige elektronische Abschaltung vermieden.

Ich hatte aber zum Glück vor Jahren mal die Zendure A8QC mit 26.800 mAh im Test und hatte damals eine Kapazität von 84 Wh gemessen. Damit haben wir einen praktischen Wert, welcher auch für eine neue Zendure A8PD gelten dürfte. Und dieser liegt dann doch höher als der gemessene Wert bei der Jiga.

Das Aufladen der Powerbank und auch das Aufladen von Geräten mit der Powerbank läuft nur mit 5 Volt und maximal 2,1 Ampere – das sorgt für lange Ladezeiten (Foto: Sir Apfelot).

Das Aufladen der Powerbank und auch das Aufladen von Geräten mit der Powerbank läuft nur mit 5 Volt und maximal 2,1 Ampere – das sorgt für lange Ladezeiten (Foto: Sir Apfelot).

Jiga Powerbank liefert 80 Wh in der Praxis

Mit den gemessenen 80 Wattstunden liegt die Jiga – obwohl sie mit mehr Milliamperestunden wirbt – etwas unter der Kapazität der Zendure Powerbank. Trotzdem ist der Wert recht gut, wenn man bedenkt, dass die Zendure mehr als das Doppelte kostet. Ich nehme an, die Zendure punktet einfach mit einer effizienteren Ladeelektronik und besseren Akkuzellen und erreicht damit mehr Kapazität bei der Messung.

Praktisch: Aufladen via Lightning-Kabel und Taschenlampen-Funktion

Die Jiga Powerbank hat noch zwei Features, die die Zendure A8 nicht bietet: Zum einen kann man sie über ein Lightning-Kabel aufladen (oder über USB-C oder Micro-USB) und zum anderen besitzt sie eine eingebaute LED-Taschenlampe, was sie besonders für Campingausflüge spannend macht.

Das Aufladen über einen Lightning-Stecker hat sich bei mir in der Vergangenheit schon bei anderen Powerbanks als sehr praktisch erwiesen, denn diese Art Ladekabel fliegen in einem Apple-Haushalt einfach überall rum.

Die frische Zendure Powerbank liefert nochmal 4 Wh mehr als die Jiga Powerbank – kostet aber auch mehr als das doppelte als die Jiga Powerbank.

Die frische Zendure Powerbank liefert nochmal 4 Wh mehr als die Jiga Powerbank – kostet aber auch mehr als das doppelte als die Jiga Powerbank.

Mein Fazit: preiswerter Allrounder für iPhone und iPad

Die Jiga ist sicher nicht die tollste Powerbank der Welt. Wenn ich nicht auf das Geld achten muss, finde ich garantiert etwas Besseres. Aber für etwas mehr als 30 Euro bekommt man mit der Jiga eine gute Powerbank mit vielen Anschlüssen und sogar einer eingebauten LED-Taschenlampe.

Die Verarbeitung ist auch in Ordnung. Sie wirkt nicht klapprig und dürfte schon den einen oder anderen Sturz aushalten. Auf eine Expedition würde ich jedoch lieber die Zendure mitnehmen, denn über die kann man auch mal mit dem Auto fahren.

Aufgrund der Ausgangsleistung würde ich die Powerbank nur für Smartphones und Tablets empfehlen. Ich denke, mit einem iPad Pro und etwas Geduld bekommt man es noch vollgeladen, aber bei einem MacBook oder gar einem MacBook Pro sehe ich da schwarz, da diese mehr Leistung abrufen, damit sie sich während des Betriebs aufladen können. Für solche Fälle würde ich eher zur Zendure Supertank Powerbank greifen, welche 60 bzw. 100 Watt Ausgangsleistung liefert.

Ich war am überlegen, ob die Jiga Powerbank das Zeug zum Pick der Woche hat, aber ich finde, dafür müsste sie mehr Wattstunden liefern und USB C Power Delivery anbieten. Die Auszeichnung „Pick der Woche“ ist wirklich nur besonders tollen Produkten vorbehalten (Sorry, Jiga).

Trotzdem ist die Jiga ganz in Ordnung, wenn man mit einer längeren Ladezeit leben kann. Wer mag, kann sie sich hier auf Amazon anschauen oder diese Produktbox nutzen:

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Jiga GN1 Handbuch

Das Handbuch für die Powerbank von Jiga ist ein kleines Faltheftchen in diversen Sprachen. Ich habe euch mal die deutschen Seiten abfotografiert und – offensichtlich ziemlich stümperisch – zusammengebaut. Vielleicht hilft es aber trotzdem den einen oder anderen Leser:

Die Bedienungsanleitung der Jiga Powerbank – hier auf deutsch und in erstaunlich schlechter Qualität (von mir).

Die Bedienungsanleitung der Jiga Powerbank – hier auf deutsch und in erstaunlich schlechter Qualität (von mir).


 

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