MacBook Pro zeigt vertikale Streifen oder Schatten auf dem Display

Beitragsfoto: Streifen im Display

Vor kurzem hatte ich noch einen Artikel über die Verwendung eines alten iMac als Zweitmonitor. Da passt die heutige Leserfrage von Marina gut ins Thema, denn bei ihr geht es ebenfalls um einen alten Mac: nämlich ein MacBook Pro aus dem Jahr 2007, das sie liebevoll "Methusalem" nennt. Nach 12 Jahren treuer Dienste zeigt das Display des MacBook Pro nun erste Probleme in Form von Schatten, die von unten nach oben in Streifen auslaufen.

Auf dem Foto seht ihr, was ich meine. Das Karomuster müsst ihr euch wegdenken, denn dieses ist ein Moiré-Muster (siehe Wiki), das beim Fotografieren von Monitoren und Displays häufiger entsteht.

Das Display des MacBook Pro zeigt hellere und dunklere Bereiche, die wie Streifen von unten nach oben verlaufen (Foto: Leserin Marina).

Das Display des MacBook Pro zeigt hellere und dunklere Bereiche, die wie Streifen von unten nach oben verlaufen (Foto: Leserin Marina).

Die Frage meiner Leserin zielte darauf ab, ob dieses Streifen-Problem bekannt ist und ob man es per Software oder Reparatur beheben kann.

Bei der Recherche nach diesen Streifen im Display von Macs bin ich auf unterschiedliche Ausprägungen und Lösungsvorschläge gestossen, die ich euch hier kurz zusammenfassen möchte.

1. Version: Klar abgegrenzte Streifen oder Muster

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium bei diesen Displayfehlern scheint zu sein, ob diese in der Darstellung klar abgegrenzt sind – also sozusagen "pixelgenau" abgebildet werden – oder, ob sie eher als verwaschene Darstellungsfehler auftreten.

Bei Fehlern, die als klar abgegrenzte Linien oder Muster zu sehen sind, kann man davon ausgehen, dass es sich entweder um Softwareprobleme handelt – wie bei einem defekten Treiber – oder um Fehler, die mit der Grafikkarte, dem Logicboard (siehe hier) oder dem Flachbandkabel zusammenhängen. Das Flachbandkabel verbindet die Unter- und Oberseite des MacBook Pro und ist durch das Auf- und Zuklappen einer ständigen mechanischen Belastung ausgesetzt und kann nach vielen Jahren eventuell einen Wackelkontakt oder Kabelbruch aufweisen, der dann zu den Displayfehlern führt.

2. Version: Verläufe und Schatten

Bei den vertikalen Schatten, die der Mac meiner Leserin aufweist, handelt es sich eher um verwaschene Fehler. Dies deutet auf ein Hardwareproblem direkt beim Display hin. Das heißt, die Grafikkarte liefert ein korrektes Bildsignal, aber das Display selbst hat ein Problem mit der Hintergrundbeleuchtung, Verklebungen oder ähnlichem und zeigt das Bild nicht richtig an. In machen Fällen ist das Bild auch korrekt dargestellt, wird aber von Verfärbungen, Flecken oder Schatten überlagert.

Display-Fehler lokalisieren

Möchte man nun herausfinden, wo der Fehler genau liegt, gibt es einen einfachen Weg, um die Fehlerquelle einzugrenzen: Man schließt an den Mac einen externen Monitor an. Wenn dort der Bildfehler ebenfalls auftritt, dann liefert die Grafikkarte schon ein fehlerhaftes Signal. Es handelt sich also vermutlich um ein Problem mit einem Treiber oder die Grafikkarte bzw. das Logicboard haben einen Defekt.

Tritt der Fehler an einem externen Monitor dagegen nicht auf, kann man davon ausgehen, dass das Problem entweder mit dem Flachbandkabel im Klappmechanismus des MacBook Pro oder direkt mit dem Display selbst zusammenhängt.

Lösungen zur Fehlerbehebung bzw. Reparatur

Die Reparatur von Hardware aus dem Jahr 2007 gestaltet sich grundsätzlich etwas schwer, denn Apple selbst und Apples Servicepartner wie Gravis oder ähnliche können keine Reparatur vornehmen, da es keine Ersatzteile für diese alten Mac-Modelle gibt.

Kennt man einen Bastler persönlich, könnte man aber ein defektes Mac-Modell gleicher Bauart auf eBay oder anderen Kleinanzeigenmärkten kaufen und dann das Ersatzteil aus diesem Gerät verwenden. Hier besteht aber das Risiko, dass man in kurzer Zeit wieder den gleichen Fehler hat, denn die gebrauchte Hardware ist ja ebenfalls nicht viel jünger als der eigene Mac.

In verschiedenen Foren konnte ich lesen, dass teilweise ein SMC-Reset schon für eine Verbesserung der Display-Probleme gesorgt hat. Das gilt natürlich nur für software-bedingte Probleme. Da man damit nichts falsch machen kann, würde ich empfehlen, den SMC-Reset im Zweifelsfall einfach mal durchzuführen (Tasten Befehlstaste + Wahltaste (ALT) + Esc (EIN/AUS) beim Neustart gedrückt halten).

Im Macuser-Forum gibt es auch einen Thread, in dem beim Display-Ausfall eines iMac der Austausch der Grafikkarte durch ein Modell zweiter Revision empfohlen wird. Da die Grafikkarte fest verlötet ist, muss man hier aber schon  ein bisschen handwerkliches und elektronisches Geschick aufweisen. Die iMac Modellreihe MC814D/A aus Mitte 2011 scheint auf breiter Front betroffen zu sein, da dort eine fehlerhafte AMD Radeon HD 6970 Grafikkarte verbaut wurde. Apple hatte damals zwar ein Austauschprogramm laufen, das bis ins Jahr 2015 gültig war, aber wer aktuell mit diesem Problem zu kämpfen hat, der schaut in die Röhre.

Update: Defektes Flachbandkabel sorgt auch bei neuen MacBook Modelle für Bühnenlicht-Effekt

In der Wochenschau KW 4/2019 hatte ich einen kurzen Verweis auf das "Flexgate", unter dem die Displayprobleme bei neueren MacBook Pro Modellen (2016 und neuer) zusammengefasst werden. Dabei wird, laut einem Bericht von iFixit, der Defekt auf das Flachbandkabel zurück geführt, das durch das Auf- und Zuklappen des MacBooks immer wieder gebogen wird. Bekommt das Kabel erste Haarisse, entsteht der "Stage Light Effect" bzw. "Bühnenlicht Effekt", wie man ihn auch in diesem Video hier sehen kann:

Sobald das Kabel noch mehr Schaden nimmt, kommt es zu einem Flackern des Bildschirms und letztendlich zu einem Totalausfall, so dass man das MacBook Pro nur noch an einem externen Monitor betreiben kann, um die Daten zu sichern. Laut iFixit ist das Hauptproblem an der Sache, dass das Flachbandkabel leider fest mit der Display-Einheit verbunden ist, so dass man nur das komplette Display tauschen kann. Wäre es einzeln austauschbar, wäre es eine Reparatur mit Materialkosten von 6 USD – so muss man aber das komplette Display tauschen, was ca. 600 USD kostet.

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