Youtube ohne Cookies DSGVO-gerecht in WordPress einbinden

Youtube Videos ohne Cookies in Wordpress einbetten

Obwohl ich selbst nur sehr wenig für Youtube produziere, finde ich die Videos von anderen doch sehr hilfreich. Auch bei Mac- oder iPhone-Problemen ist ein Video manchmal anschaulicher als viele Worte zu schreiben. Das zeigt übrigens ebenso das macOS Catalina Buch von Anton Ochsenkühn, das auf viele Erklärvideos setzt und so macOS-Funktionen deutlich anschaulicher macht als viele Bücher, die nur aus einer Textwüste mit vereinzelten Screenshots bestehen.

Bindet man nun Youtube-Videos in seinem WordPress-Blog ein, indem man nur die Video-URL in den Text kopiert, ersetzt WordPress diese bei der Ausgabe durch einen iframe-Einbettungscode, der jedoch leider dazu führt, dass Cookies von Youtube im Browser des Benutzers gesetzt werden. Dies ist bei der aktuellen EU-Cookie-Lage jedoch rechtlich kritisch und sollte vermieden werden.

Youtube Videos ohne Cookies in WordPress einbetten

In diesem Beitrag zeige ich, wie man Youtube Videos ohne Cookies in WordPress einbetten kann. Dies funktioniert auch kostenlos mit einer Änderung in einer WordPress-Datei.

Unterschied zwischen Cookies und Tracking

Es ist wichtig zu wissen, dass das Abstellen von Cookies noch lange nicht dafür sorgt, dass Youtube Daten über den Benutzer sammeln kann. Selbst wenn man die nocookie-Variante des Einbettungscodes von Youtube verwendet, ist durch das Einbinden des Videos in das eigene Blog dennoch möglich, dass Youtube in dem Moment, indem der Benutzer den Artikel aufruft, schon Informationen über diesen sammeln kann. Die sichere Variante, um dies zu unterbinden, ist das Borlabs Cookie Plugin, das ich gleich noch nenne. Dies erfordert eine Zustimmung vom Benutzer, bevor der Einbettungscode ausgeführt wird.

Hinweis: Ich bin kein Anwalt und dies ist auch keine anwaltliche Beratung. 😉

Alternative 1: Borlabs Cookie Plugin

Ich habe bei mir im Blog die kostenpflichtige Lösung gewählt und mir das Borlabs-Cookie-Plugin für WordPress installiert und konfiguriert. Das Plugin verlangt vor dem Abspielen der Videos erst mal eine Freigabe des Benutzers. Mit 39 Euro pro Jahr ist der Service für mich ok, da ich mit meinem Blog auch Geld verdiene, aber wenn man wenig finanzielle Mittel hat und nur ein informatives Blog betreut, das nichts abwirft, dann ist vielleicht die zweite Alternative die passende Wahl.

Im Plugin Borlabs Cookie ist das Unterbinden der Cookies mit einem Klick erledigt. Danach muss der User erst die Cookies akzeptieren, bevor das Video abgespielt wird (Screenshots: Sir Apfelot).

Im Plugin Borlabs Cookie ist das Unterbinden der Cookies mit einem Klick erledigt. Danach muss der User erst die Cookies akzeptieren, bevor das Video abgespielt wird (Screenshots: Sir Apfelot).

Wer dagegen Google Analyics und andere cookie-freudige Services nutzt, der sollte vielleicht überlegen, ob die Investition in Borlabs Cookie eine gute Idee ist. Bei dem Plugin sind viele Services schon vorkonfiguriert und müssen nur aktiviert werden. Das ist wesentlich einfacher, als diese über Umwege dsgvo-gerecht einzubinden.

Alternative 2: Youtube-Einbettungscode ändern

Bei Youtube gibt es schon seit Jahren eine Option, beim Abruf des Einbettungscodes für ein Video das Setzen von Cookies zu verhindern. Leider nutzt WordPress von Haus aus diese Möglichkeit nicht und verwendet stattdessen immer den Youtube-Code, der Cookies nutzt. Ich hoffe, dies wird bald im Core von WordPress geändert, aber aktuell muss man selbst dafür sorgen.

Wenn man den Einbettungscode für ein Video erstellen möchte, kann man in den Optionen den "Erweiterten Datenschutzmodus" aktivieren.

Wenn man den Einbettungscode für ein Video erstellt, kann man in den Optionen den "Erweiterten Datenschutzmodus" aktivieren, um das Setzen von Cookies zu verhindern.

Möchte man WordPress dies abgewöhnen, ist ein Eingriff in die funktions.php Datei nötig, die in jedem Themeverzeichnis einer WordPress-Installation zu finden ist. Der Pfad ist dieser hier:

/WORDPRESS/wp-content/themes/NAME-DES-THEMES/functions.php

Diese Datei öffnet man (oder legt sie an, wenn sie noch nicht existiert) und fügt folgenden Code hinzu (ich habe den Code irgendwo gefunden, mir aber leider die Quelle nicht notiert):

add_filter( 'embed_oembed_html', 'youtube_nocookie_loesung', 10, 4);
function youtube_nocookie_loesung( $original, $url, $attr, $post_ID ) {
$html = str_replace("youtube.com","youtube-nocookie.com",$original);
$html = str_replace("feature=oembed","feature=oembed&showinfo=0",$html);
return $html;
}

Wenn in der functions.php schon Code stand, kann man es weiter unten anfügen. Ist die Datei noch leer, muss man vor den Code noch "<?php " setzen, damit es keine Fehlermeldung gibt.

Nach dem Einfügen des Codes werden dann die Youtube-URLs durch die Domain "youtube-nocookie.com" ersetzt, die keine Cookies setzt.

Im Einbettungscode sieht man, dass die Domain nach dem Aktivieren des Datenschutzmodus geändert wird.

Im Einbettungscode sieht man, dass die Domain nach dem Aktivieren des Datenschutzmodus geändert wird.

Wichtig: Eigene iFrame-Codes manuell ändern!

Wer hier und da selbst den Youtube-Einbettungscode in den Quelltext der Blogartikel eingesetzt hat, der sollte diese manuell ändern und auf die youtube-nocookie.com Domain umstellen. Das oben genannte Script ändert deren Vorkommen nämlich nicht, sondern greift nur ein, wenn man die reine URL zum Youtube-Video in den Beiträgen eingebaut hat.

Tipp: functions.php mit Plugin ändern

Wenn dir das Basteln in der PHP-Datei zu gefährlich ist, kannst du auch das Plugin "Code Snippets" installieren, das dir erlaubt, beliebigen Code in WordPress einzuschleusen, wie es die functions.php auch machen würde –, nur dass der Code in der Datenbank abgespeichert wird und nach einem Theme-Update nicht verloren geht. Ich würde als Anfänger diesen Weg bevorzugen.

 

Kurzer Hinweis (Off-Topic): Ich habe eine neue Unterseite, auf der ich eine Gewinnspiel Sammlung führe und nur ausgesuchte Verlosungen aufführe. Ist brandneu, schaut doch mal rein!

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