Die richtige Festplatte für das Time Machine Backup – meine Empfehlungen

Eine Seagate 4 TB HDD ist mein Time Machine Volume

Die hauseigene Backup-Lösung von Apple namens "Time Machine" ist ein empfehlenswertes Feature von macOS, das man unbedingt nutzen sollte. Die Backups werden im Hintergrund erstellt – meistens, wenn der Mac sowieso gerade Leerlauf hat – und man muss sich in der Regel um nichts kümmern, wenn man im Vorhinein alles richtig eingerichtet hat. Dazu gehört vor allem die Auswahl des passenden Speichermediums.

Was ich hier schreibe, sind keine offiziellen Empfehlungen von Apple oder Regeln, die jemand festgelegt hat, sondern es sind lediglich Tipps für euch, die ich aufgrund meiner jahrelangen Erfahrungen mit Macs und mit Time Machine gesammelt habe. Bessere Vorschläge und Kritik sind also jederzeit willkommen!

Wichtiger Hinweis: vor Nutzung Formatieren!

Egal, welche Festplatte ihr euch holt: Damit sie  als Time Machine Volume zuverlässig arbeitet, solltet ihr sie im Festplattendienstprogramm auf Mac OS Extended (Journaled) umformatieren. Man könnte auch APFS nehmen, aber derzeit scheint Time Machine noch nicht 100% kompatibel mit APFS zu sein.

Da die externen Festplatten vom Hersteller aus meistens in ExFAT formatiert sind, sollte man sie vor der Verwendung in Mac OS Extended umformatieren.

Da die externen Festplatten vom Hersteller aus meistens in exFAT formatiert sind, sollte man sie vor der Verwendung in Mac OS Extended bzw. HFS+ umformatieren.

Vorab meine Festplatten-Empfehlungen für alle, die nicht viel lesen möchten

Ich erkläre im Beitrag weiter unten natürlich, warum ich die folgenden Festplatten für die beste Wahl halte. Wer nicht den ganzen Text lesen mag und einfach nur ein paar Tipps möchte, der findet hier eine kurze Liste mit 2,5 Zoll und 3,5 Zoll Modellen, mit denen man nichts falsch macht. Meine Einschätzung basiert dabei teils auf eigenen Erfahrungen und – sofern ich das Modell selbst nicht in Gebrauch habe – auf der Auswertung der Kundenbewertungen bei Amazon.

Fettdruck kennzeichnet meine persönliche Wahl basierend auf dem Preis und meinen Erfahrungen mit der Marke.

3,5 Zoll Festplatten

Wer damit leben kann, dass seine Festplatte mit eigenem Netzteil kommt und damit eher für iMac, Mac Mini und Power Mac infrage kommt, der profitiert bei diesen Festplatten von hohen Kapazitäten und geringem Preis. Es gibt fast alle Modelle auch mit 6 TB, 10 TB und teilweise auch 12 TB. Die Auswahl könnt ihr treffen, wenn ihr auf der Produktseite seid. Derzeit sind die 8 TB Modelle aber die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die WD Elements ist die gut&günstig Linie von Western Digital. Auf dieser sind auch die Backups des Mac meiner Frau seit Jahren zuverlässig gesichert (Foto: Sir Apfelot).

Die WD Elements ist die "gut und günstig Linie" von Western Digital. Auf dieser sind auch die Backups des Mac meiner Frau seit Jahren zuverlässig gesichert (Foto: Sir Apfelot).

2,5 Zoll Festplatten

Ich persönlich arbeite viel am MacBook Pro und habe gerne 2,5 Zoll Festplatten, die nicht unbedingt ein eigenes Netzteil benötigen. Ich besitze einen aktiven 13-Port-USB-Hub (hier mit einem Testbericht beschrieben), der alle meine externen HDDs vorsorgt. Das spart Platz auf dem Schreibtisch und ich kann zur Not auch unterwegs mit den Festplatten arbeiten – dann natürlich ohne Hub, direkt am MacBook Pro angeschlossen.

Bei den 2,5 Zoll Festplatten sind die 4 TB und 5 TB Modelle am günstigsten, wenn man Kapazität und Preis im Verhältnis sieht. Wer eine interne 1 TB System-Festplatte im Mac hat, der fährt mit einem 5 TB Time Machine Volume sehr gut. Ich habe aus dem Grund die 5 TB Modelle hier aufgelistet. Auf den Produktseiten könnt ihr aber auch auf 4 TB umstellen, wenn euch 5 TB zu viel sind.

Mein Tipp: Vertraue niemals nur auf Time Machine

Immer wenn Apple eine neue macOS-Version in den Ring wirft, bekomme ich verzweifelte Mails von einigen Mac-Usern, die voreilig das Update gemacht haben und in Probleme gerannt sind. Irgendwas funktioniert nicht mehr und es ist kein Backup vorhanden. Das ist natürlich sehr risikoreich, weshalb ich empfehle, vor jedem größeren macOS Update ein 1:1 Backup mit SmartBackup, Carbon Copy Cloner oder SuperDuper! zu machen.

Einige User haben immerhin schon eine Time Machine Sicherung am Start, aber selbst hier treten manchmal Probleme mit der Wiederherstellung auf und der Mac will das Backup aus irgendwelchen Gründen nicht einspielen. Ich habe schon zu oft erlebt, dass Leute auf Time Machine als einzige Backup-Lösung vertrauen und dann im Ernstfall ohne Sicherung dastehen. Eine beliebte Fehlermeldung:

Beim Wiederherstellen vom Backup ist ein Fehler aufgetreten. Die Dateien konnten nicht wiederhergestellt werden.

Aus dem Grund: Bitte nicht nur auf Time Machine vertrauen, sondern auch ein 1:1 Backup machen und vielleicht zusätzlich ein Online -Backup mit Backblaze erstellen – wobei man mit dem Online-Backup natürlich nicht booten kann.

Backblaze ist nicht so schön ins System integriert, wie Time Machine, aber zur Not kommt man an alle Dateien und sogar an verschiedene Versionen. In größter Not schicken sie einem sogar das komplette Backup auf einer Festplatte per Express-Post.

Backblaze ist nicht so schön ins System integriert, wie Time Machine, aber zur Not kommt man über das Web-Frontend an alle Dateien und sogar an verschiedene Versionen derselben. In größter Not schicken sie einem sogar das komplette Backup auf einer Festplatte per Express-Post.

Welche Kapazität sollte das Time Machine Volume haben?

Die Größe der Festplatte spielt bei Time Machine eine wichtige Rolle, da diese Sicherung keine direkte Kopie der zu sichernden Volumes darstellt, sondern sogar verschiedene Versionen von Dateien im zeitlichen Verlauf gespeichert werden. Dadurch muss das Time Machine Volume natürlich deutlich größer sein, als die Festplatte, die gesichert werden soll.

Ich würde empfehlen, dass das Time Machine Volume mindestens viermal so groß ist, wie die zu sichernde Festplatte. Bei mir läuft zum Beispiel eine 4 TB Festplatte, um meine interne SSD des MacBook Pro zu sichern, die ein Terabyte hat. Je größer das Time Machine Volume ist, umso mehr Versionen der Dokumente kann Time Machine aufheben. Wenn der Speicherplatz knapp wird, muss er ältere Versionen löschen, um Platz zu schaffen.

Ich würde derzeit noch keine SSD als Backupvolume für Time Machine nutzen, sondern einer mechanischen Festplatte den Vorzug geben (Foto: olafpictures/PIxabay).

Ich würde derzeit noch keine SSD als Backup-Volume für Time Machine nutzen, sondern einer mechanischen Festplatte den Vorzug geben (Foto: olafpictures/PIxabay).

SSD oder HDD als Speichermedium für Time Machine?

Das ist eine der ersten Fragen, die ich sich neue User vermutlich stellen. Als ich mit Time Machine angefangen habe, waren SSDs noch so teuer und von geringer Kapazität, dass sie für die Datensicherung nicht wirklich infrage kamen. Mit fallenden SSD-Preisen, könnte man aber langsam auf die Idee kommen, dass man eine SSD als Time Machine Volume nehmen könnte.

Meiner Meinung nach ist die Verwendung einer SSD als Time Machine Volume aus mehreren Gründen wenig sinnvoll:

  • Der Preis pro TB ist immer noch deutlich höher als bei mechanischen Festplatten.
  • Die Geschwindigkeit der SSD wird sich bei Time Machine wenig bemerkbar machen, da es nicht ums reine "Schreiben von Daten" geht, sondern bei Time Machine auch Daten verglichen und zusammengeführt werden. Der Flaschenhals wird vermutlich nicht die Geschwindigkeit des Speichervolumes sein, sondern eher die CPU.
  • Wenn das Volume kaputtgeht, ist die Datenwiederherstellung bei einer SSD nur schwer möglich. Bei einer HDD kann man es unter Umständen noch selbst mit der passenden Software erledigen.

Für mich ist aber vor allem der Preis und die verfügbare Kapazität ein Grund, auf drehende Festplatten zu setzen. Mehr Kapazität ist aus meiner Sicht der Geschwindigkeit vorzuziehen – und so langsam sind USB-3-Festplatten an modernen Macs nicht mehr.

Ich bevorzuge die kleinen 2,5 Zoll Festplatten, da sie über das USB-Kabel mit Strom versorgt werden. Hier mein Seagate Expansion Portable Drive mit 4 TB (Fotos: Sir Apfelot).

Ich bevorzuge die kleinen 2,5 Zoll Festplatten, da sie über das USB-Kabel mit Strom versorgt werden. Hier mein Seagate Expansion Portable Drive mit 4 TB (Fotos: Sir Apfelot).

Welche Größe: 3,5 Zoll oder 2,5 Zoll?

Die 3,5 Zoll Festplatten haben meistens den Vorteil, dass sie etwas günstiger sind als die kleineren 2,5 Zoll Festplatten. Der Preisunterschied liegt bei einer 4 TB Festplatte ungefähr bei 15 Euro (80 statt 95 Euro). Weiterhin sind sehr große Kapazitäten in der Regel den 3,5-Zoll-Modellen vorbehalten. Während bei den 3,5 Zoll Festplatten Kapazitäten bis 8 oder 10 TB noch bezahlbar sind, gibt es bei 2,5 Zoll Modellen maximal 5 TB zu einem vernünftigen Preis (Stand 02/2020).

Ein Beispiel für den Preisunterschied: Die Seagate Expansion Portable (2,5 Zoll) mit 4 TB kostet ca. 95 Euro, während die Seagate Expansion Desktop (3,5 Zoll) bei gleicher Kapazität mit nur 80 Euro zu Buche schlägt.

Neben dem Preis spielt für mich aber auch die Größe und die Stromversorgung eine Rolle. Während die 3,5 Zoll Modelle immer mit einem Netzteil betrieben werden, lassen sich die 2,5 Zoll Festplatten in der Regel über den USB-Port mit Strom versorgen. Sie sind damit deutlich handlicher, belegen keine zusätzliche Steckdose und fallen auf dem Schreibtisch weniger auf.

Der letzte Vorteil der kleinen Platten ist, dass man sie an mobilen Macs auch unterwegs betreiben kann, da man nicht auf eine Steckdose angewiesen ist. Aus dem Grund kaufe ich seit Jahren nur noch die 2,5 Zoll Geräte.

Unterm Strich: meine Festplatten-Empfehlung

Um den ganzen Beitrag auf eine kurze Aussage runter zu brechen, möchte ich hier das Festplatten-Modell nennen, das ich nutze und mit dem ich seit Jahren gut fahren: WD Elements portable (2,5 Zoll).

50,99 EUR
WD Elements Portable , externe Festplatte - 5 TB - USB 3.0 - WDBU6Y0050BBK-WESN
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WD Elements Portable , externe Festplatte - 5 TB - USB 3.0 - WDBU6Y0050BBK-WESN
  • Kompatibel mit USB 3.0 und USB 2.0
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Ich habe zwar noch nicht die 5 TB Ausführung, weil es diese vor einem Jahr noch nicht zu einem passablen Preis gab, aber ich habe sie schon bestellt, da es gerade auch noch 27 % (40 €) Rabatt auf die Platte gibt.

Wer mit einem modernen Mac arbeitet und einen USB-C-Anschluss hat, der möchte dazu vielleicht ein USB-C-auf-Micro-B Kabel mitbestellen. Damit kann man – wie hier beschrieben – auch "normale" Festplatten mit Micro-B-Anschluss ohne lästigen Adapter mit USB-C-Macs verbinden.

Wenn ihr noch offene Fragen zur Auswahl des richtigen Time Machine Mediums habt, lasst es mich wissen. Das Kommentarfeld steht euch zur Verfügung.

Kurzer Hinweis (Off-Topic): Derzeit gibt es Microsoft Office 2019 für Mac in der Home & Student Edition für 99 Euro bei Lizenzfuchs. Ohne Abo und es funktioniert mit macOS Mojave und Catalina.

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4 Kommentare

  1. Peter sagt:

    Ich verstehe nicht so ganz, warum man anscheinend unbedingt Unmenge alte Versionen seiner Daten im TM-Backup haben und deswegen 5x größere Platten als die interne dafür haben muss. Ich habe für meinen iMac mit interner 1 TB HD über viele Jahre(!) hinweg eine externe 2 TB für Time Machine benutzt (und darauf noch immer eine Partition für einen aktuellen CCC-Klon der internen Systempartition gehabt).

    Obwohl der Rechner täglich für die Arbeit im Grafikbereich benutzt wurde, kam der Platz für das TM-Backup nie an seine Grenzen auf der 2 TB HD. Und es waren immer genügend alte Datei-Version zur gelegentlichen Wiederherstellung da…

    Natürlich: wer viel richtig große Dateien im GB-bereich (immer wieder) bearbeitet, ist sicherlich mit den wirklich großen Platten gut bedient.

    • Sir Apfelot sagt:

      Wenn du anfängst, Videos zu bearbeiten, wirst du schnell merken, wie flott selbst eine 5 TB Platte voll wird, wenn mehrere Versionen gesichert werden. Es kann sein, dass du nur wenige Daten hast und deshalb mit den 2 TB gut hinkommst, aber meine 1 TB Platte ist fast voll. Fotos habe ich dabei schon ausgelagert… ich denke, es ist ein persönliches Ding, was man als nötig und unnötig empfindet. Da die Preise für die Festplatten recht günstig sind, würde ich immer eher zur größeren als zur kleineren greifen.

      Ein Beispiel: Die WD Elements mit 1 TB kostet nur halb soviel wie die 5 TB Platte. Weshalb sollte man sich da platzmäßig einschränken und Gefahr laufen in einem Jahr eine neue Festplatte kaufen zu müssen?

  2. Peter sagt:

    Klar, bei Video ist das sicher (speziell) entscheidend – da fällt halt datenmäßig richtig etwas an… Möglicherweise gibt es auch noch andere Gebiete, die ähnlich gelagert sind.

    War für mich halt nie ein Thema und ich habe alte Jobs auch in der Regel nach einer gewissen Zeit „wegarchiviert“, wenn nicht zu erwarten war, wirklich daran weiter arbeiten zu müssen. Layout- und Bilddaten, selbst umfänglichere Photoshop-Dateien, tragen letztlich im Verhältnis nicht (mehr) wirklich so auf.

    Wie du schon sagst, es ist eine Sache der persönlichen Verhältnisse und da hat man irgendwann schon eine gewissse Vorstellung, was an Daten zusammenkommt und auch wie übersichtlich man sich organisieren will.

    Wenn man aber im Zweifel ist, sollte man natürlich immer die größere Option wählen – dafür sind die Preise heute im allgemeinen wirklich so beschaffen, dass man nicht lange hadern muss.

    • Sir Apfelot sagt:

      Meine Frau arbeitet bei ihren Photoshop-Druckdateien oft mit mehr als 20 oder 30 Layern. Immer, wenn ich davon eine Datei zu Gesicht bekomme, hat die nicht selten 500 MB oder so. Wen man dann noch Versionierung macht, kann man auch ohne Videos viel Speicherplatz benötigen. Aber wie du schon sagst: Es hängt natürlich immer vom persönlichen Bedarf ab. Es gibt bestimmt viele Mac-User, die nur Pages-Dateien schreiben, Mail benutzen und hier und da mal Surfen. Da fällt natürlich nicht viel an.

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