InGame-Währungen: Zwischen Spielmechanik und Monetarisierung

InGame-Währungen

Ihr habt euch sicherlich schon oft gefragt, wie es sein kann, dass Spieleentwickler Titel wie Fortnite, World of Warcraft, Clash of Clans oder League of Legends kostenlos anbieten können, obwohl die Spiele sicher Millionen an Kosten bei der Entwicklung kosten? Ein großer Teil der Antwort auf diese Frage liegt in den virtuellen Währungen, die in diesen Spielen verwendet werden.

So funktioniert InGame-Währung

Aber was sind eigentlich InGame-Währungen? InGame-Währungen sind virtuelles Geld, das in Videospielen verwendet wird. Sie können verdient werden, indem ihr Aufgaben oder Missionen im Spiel erfüllt, oder sie können direkt mit echtem Geld gekauft werden.

In vielen Spielen gibt es zwei Arten von Währungen: eine “weiche” Währung, die ihr durch das Spielen verdient, und eine “harte” oder “Premium”-Währung, die ihr nur durch den Kauf mit echtem Geld erwerben könnt. Mit diesen Währungen könnt ihr dann neue Spielinhalte, Verbesserungen oder kosmetische Upgrades kaufen.

Diese Währungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bindung der Spieler an ein Spiel. Sie erlauben es den Spielern, ihren Fortschritt zu messen und ihre Leistungen zu belohnen, was dazu beiträgt, sie weiterhin in das Spielgeschehen involviert zu halten.

Die Münzen, die man in Super Mario Bros sammelt, sind ein schönes Beispiel für eine InGame-Währung (Foto: Angga Ranggana Putra/Unsplash).
Die Münzen, die man in Super Mario Bros sammelt, sind ein schönes Beispiel für eine InGame-Währung (Foto: Angga Ranggana Putra/Unsplash).

Historischer Überblick: So fing es an

InGame-Währungen sind keine neue Erfindung. Schon in den frühen Tagen der Videospiele gab es sie. Denkt nur an die Münzen, die ihr in Super Mario Bros. sammeln konntet. Aber in den letzten Jahren haben sie sich stark weiterentwickelt und sind zu einem zentralen Element in vielen Spielen geworden.

Ihr könnt InGame-Währungen in praktisch jedem Genre finden, von Actionspielen und Shootern bis hin zu Strategie- und Rollenspielen. Sie haben auch den Weg in mobile Spiele gefunden, wo sie oft verwendet werden, um das Freemium-Geschäftsmodell zu unterstützen.

Viele Spielerinnen und Spieler, die ihre ersten Erfahrungen mit Videospielen in der Zeit von Titeln wie Super Mario Bros. gemacht haben, bewundern die Weiterentwicklung dieser Konzepte und wie sie heute zu einem zentralen Bestandteil so vieler Spiele geworden sind. Die Sammlung von Münzen in einem frühen Spiel wie Super Mario Bros. hat sich in komplexe Systeme von InGame-Währungen in den Spielen der heutigen Zeit gewandelt.

Vorteile und Nachteile von InGame-Währungen

InGame-Währungen bringen sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Auf der positiven Seite können sie das Spielerlebnis erheblich verbessern. Sie bieten den Spielern die Möglichkeit, ihren Fortschritt zu messen, ihre Leistungen zu belohnen und ihre Spielcharaktere oder -umgebungen nach ihren individuellen Vorstellungen zu gestalten. Die Personalisierung von Spielfiguren mittels InGame-Währungen kann das Spiel für viele um einiges unterhaltsamer und motivierender machen.

Auf der negativen Seite kann der Einsatz von InGame-Währungen auch zu Problemen führen. Ein häufiges Problem ist das sogenannte “Pay-to-Win”-Problem. Einige Spiele erlauben es den Spielern, mit echtem Geld Vorteile zu kaufen, die ihre Leistung im Spiel verbessern können. Das kann das Spielgefühl für diejenigen, die nicht bereit oder in der Lage sind, zusätzliches Geld auszugeben, stark beeinträchtigen.

Mit viel Spielgeld kann man sich das Leben im Spiel erleichtern, aber leider auch das eigene Konto leer räumen (Foto: Mid).
Mit viel Spielgeld kann man sich das Leben im Spiel erleichtern, aber leider auch das eigene Konto leer räumen (Foto: Mid).

Vorteile von InGame-Währungen

  • Spielerbindung: InGame-Währungen können dazu beitragen, die Spieler im Spiel zu halten, indem sie Belohnungen für das Spielen und Fortschreiten im Spiel bieten.
  • Monetarisierungsstrategie: Für Spieleentwickler sind InGame-Währungen eine effektive Möglichkeit, Einnahmen aus kostenlosen Spielen zu erzielen. Sie ermöglichen es den Spielern, für virtuelle Güter und Dienstleistungen zu bezahlen.
  • Spielerprogression und -anpassung: InGame-Währungen ermöglichen den Spielern, ihren Spielfortschritt zu messen, ihre Leistungen zu belohnen und ihre Spielcharaktere oder -umgebungen nach ihren Wünschen anzupassen.
  • Wirtschaftliches Gameplay: In einigen Spielen, insbesondere in MMOs, können InGame-Währungen eine zusätzliche Ebene des Gameplays hinzufügen, indem sie wirtschaftliche Systeme und Tauschhandel zwischen den Spielern ermöglichen.

Nachteile von InGame-Währungen

  • Pay-to-Win-Probleme: Einige Spiele erlauben es den Spielern, mit echtem Geld Vorteile zu kaufen, die ihre Leistung im Spiel verbessern können. Dies kann zu einem Ungleichgewicht im Spiel führen und das Spielgefühl für diejenigen, die nicht bereit oder in der Lage sind, zusätzliches Geld auszugeben, stark beeinträchtigen.
  • Suchtrisiko: Die Mechanismen, die InGame-Währungen verwenden, um Spieler zu belohnen und zu motivieren, können süchtig machen, insbesondere wenn sie mit Glücksspiel-ähnlichen Elementen wie Lootboxen kombiniert werden.
  • Kostenkontrolle: Obwohl viele Spiele kostenlos sind, können die Kosten für InGame-Währungen schnell hoch werden. Das kann insbesondere für jüngere Spieler, die ihr Geld nicht gut verwalten können, problematisch sein.
  • Rechtliche und ethische Bedenken: Die Verwendung von InGame-Währungen kann zu rechtlichen und ethischen Fragen führen, insbesondere in Bezug auf Glücksspielgesetze, Verbraucherschutz und Jugendschutz.

Wirtschaftliche Aspekte

Die Verwendung von InGame-Währungen hat auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Für die Spieleentwickler sind sie eine wichtige Einnahmequelle. Durch den Verkauf von InGame-Währungen können sie Einnahmen generieren, auch wenn das Spiel selbst kostenlos ist. Diese Geschäftspraxis ist besonders verbreitet in Mobile Games und Massively Multiplayer Online Games (MMOs).

Ein bekanntes Beispiel ist das Spiel World of Warcraft (WoW). Spieler können WoW Gold kaufen – die InGame-Währung – um Zugang zu bestimmten Spielinhalten oder Vorteilen zu erhalten. Das generiert erhebliche Einnahmen für den Entwickler Blizzard Entertainment.

Der Verkauf von InGame-Währungen hat uns ermöglicht, unser Spiel kostenlos zugänglich zu machen und gleichzeitig ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu pflegen.
– anonymes Mitglied des Entwicklerteams von Blizzard Entertainment.

In World of Worcraft kann man viele Extras kaufen und dafür auch das sogenannte WoW-Gold nutzen (Foto: Oberon Copeland @veryinformed.com/Unsplash).
In World of Worcraft kann man viele Extras kaufen und dafür auch das sogenannte WoW-Gold nutzen (Foto: Oberon Copeland @veryinformed.com/Unsplash).

Psychologische Aspekte

Schließlich spielen auch psychologische Aspekte eine wichtige Rolle. InGame-Währungen können das Spielverhalten und die Kaufentscheidungen der Spieler stark beeinflussen.
“Die Aussicht, mit InGame-Währungen Belohnungen zu verdienen, motiviert mich, das Spiel regelmäßig zu spielen”, sagt Tom Schmidt, ein passionierter Gamer.

Allerdings besteht auch die Gefahr, dass Spieler dazu verleitet werden, mehr Geld auszugeben, als sie eigentlich möchten. Insbesondere Kinder und Jugendliche können hier anfällig sein.

Rechtliche und ethische Überlegungen

Es gibt auch einige rechtliche und ethische Fragen, die bei der Verwendung von InGame-Währungen aufkommen. Eine davon betrifft den Jugendschutz. Da Kinder und Jugendliche besonders anfällig für problematisches Spielverhalten sein können, fordern viele Verbraucherschützer strengere Regulierungen für den Verkauf von InGame-Währungen an Minderjährige.

Ein ausgewogener Ansatz ist dabei von großer Bedeutung, damit Spieler in der Lage sind, die Vorteile von InGame-Währungen zu genießen, ohne in problematische Verhaltensweisen zu verfallen.

Ein weiteres rechtliches Problem betrifft das Glücksspielgesetz. Einige Spiele verwenden Mechanismen, die stark an Glücksspiele erinnern, bei denen Spieler InGame-Währungen für zufällige Belohnungen ausgeben können. In einigen Ländern sind solche Praktiken gesetzlich geregelt oder sogar verboten.

Wenn Spiele sich ganz konkret an Kinder wenden und dann mit Spiel-Währung versuchen, Geld zu machen, ist das ethisch mehr als fragwürdig und sollte gesetzlich unterbunden werden (Foto: Mid).
Wenn Spiele sich ganz konkret an Kinder wenden und dann mit Spiel-Währung versuchen, Geld zu machen, ist das ethisch mehr als fragwürdig und sollte gesetzlich unterbunden werden (Foto: Mid).

Zukunft der InGame-Währungen

Wie wird die Zukunft der InGame-Währungen aussehen? Es ist schwierig, genaue Vorhersagen zu treffen, aber eines ist klar: InGame-Währungen werden wahrscheinlich ein fester Bestandteil der Gaming-Landschaft bleiben.

Einerseits könnten wir eine verstärkte Regulierung und Selbstregulierung in der Branche sehen, insbesondere im Hinblick auf Jugendschutz und Glücksspielgesetze. Andererseits könnten wir auch neue, kreative Einsatzmöglichkeiten für InGame-Währungen sehen, da die Spieleentwickler ständig nach Wegen suchen, ihre Spiele ansprechender und unterhaltsamer zu gestalten.

In den kommenden Jahren könnte die Entwicklung von InGame-Währungen einige spannende Wendungen nehmen. Die Fähigkeit dieser Währungen, das Spielerlebnis auf viele verschiedene Arten zu bereichern, birgt ein enormes Potenzial.

Mein Fazit

Abschließend kann gesagt werden, dass InGame-Währungen ein spannendes und vielschichtiges Thema sind. Sie bieten viele Möglichkeiten, können aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen bewusst zu sein und einen verantwortungsbewussten Umgang mit InGame-Währungen zu fördern.

FAQ

Hier finden Sie einige Fragen, die häufig zu diesem Thema gestellt werden.

Wie bezahlt man Online-Spiele?

Wie erfolgt die Bezahlung von In-Game-Einkäufen? In-Game- oder In-App-Einkäufe werden durch Benutzerkonten oder Accounts in den entsprechenden App-Stores geregelt. Hauptsächlich werden Kreditkarten-, Konto- oder Mobiltelefonnummern für die Durchführung der Transaktion verwendet. Sobald die Nutzer ihre Daten dort hinterlegt haben, können sie den Kaufprozess zügig durchführen.

Was ist das Spiel mit den meisten Spielern?

Das am meisten gespielte Spiel ist "Minecraft" mit etwa 238 Millionen verkauften Einheiten, entwickelt von Mojang Studios, 4J Studios und Other Ocean Interactive. Auf Platz zwei folgt "Grand Theft Auto V" mit etwa 180 Millionen verkauften Einheiten, entwickelt von Rockstar North. Das drittplatzierte Spiel ist die EA-Version von "Tetris" mit rund 100 Millionen verkauften Einheiten, entwickelt von EA Mobile. "Wii Sports", entwickelt von Nintendo EAD, hat ungefähr 82,9 Millionen Einheiten verkauft und belegt den vierten Platz.

Wie viele Deutsche spielen regelmäßig Videospiele?

Etwa 60% der Deutschen sind Spieler, wobei das durchschnittliche Alter auf 37,9 Jahre angestiegen ist. Laut dem game-Verband werden Videospiele in Deutschland zunehmend zu einem Medium für alle Altersklassen. Über die Hälfte aller Deutschen im Alter von 6 bis 69 Jahren beteiligt sich am Videospielgeschehen.

Was ist Ingame-Währung?

Eine Ingame-Währung stellt eine virtuelle Währung dar, die in einem Videospiel genutzt wird und für die du reales Geld ausgeben musst. Zahlreiche Spiele verfügen über eine spezifische Ingame-Währung. Mit dieser Währung kannst du im Spiel Gegenstände erwerben, die deinen Spielfortschritt unterstützen.

Sind In App Käufe gefährlich?

In-Game-Käufe stellen insbesondere für Kinder und Jugendliche schnell ein finanzielles Risiko dar und können übermäßige Nutzung begünstigen. Ein Bericht von jugendschutz.net hat manipulative Spielgestaltungen in Free-to-play-Anwendungen, sogenannte Dunkle Muster (Dark Patterns), detailliert analysiert.

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