updown.io: Website-Uptime-Monitoring zum günstigen Preis

updown Website Monitoring Tool

Vor einigen Monaten war ich auf der Suche nach einem Monitoring-Service, um mein Sir Apfelot Blog gegen Ausfall zu schützen oder um wenigstens eine kurze Information zu erhalten, wenn der eigene Blog down ist. Einige Provider bieten solch einen Service zwar an, aber meistens wird nur überprüft, ob der Webserver auf die Test-Anfrage eine Antwort schickt. Wenn das nicht der Fall ist, schlagen diese Systeme Alarm. Übertrieben gesagt ist dies so, als würde man bei einem Mensch schauen, ob er noch Puls hat. Das ist aber noch lange kein Indiz dafür, dass man sich auch mit ihm unterhalten kann. Ihr versteht, was ich meine. 😀

In der Praxis reicht diese Prüfung also nicht aus, denn wenn die Datenbank Probleme hat oder ein WordPress-Plugin spinnt, hat man oft eine Fehlermeldung auf der Seite oder – noch schlimmer – es wird nur noch eine weiße Seite angezeigt. Für Leser ist das sehr unbefriedigend, aber für das Test-Script der Anbieter scheint immer noch alles in Ordnung zu sein, denn der Server schickt ja eine Seite zurück – wenn  auch leer.

Der Dienst updown.io bietet Website-Monitoring für Blogger, Shop-Betreiber und Webseiten-Besitzer.

Der Dienst updown.io bietet Website-Monitoring für Blogger, Shop-Betreiber und Webseiten-Besitzer.

Die richtige Prüfung für Blogger und Webseitenbetreiber

Für Blogger wie mich ist das Prüfen der Server-Reaktion also nicht zielführend. Stattdessen mache ich es nun so, dass ich prüfe, ob auf einer Unterseite ein bestimmter Inhalt erscheint. In meinem Fall des Sir Apfelot Blogs prüfe ich die Unterseite mit dem Beitrag über meine iPhone- und iPad-App und schaue nach, ob der Text "Wenn ihr die Inhalte dieses Blogs" dort erscheint.

Damit sind folgende Fehlerszenarien ausgeschlossen:

  • Datenbankfehler, denn dann würden der Text des Beitrags nicht aus der Datenbank gelesen werden können.
  • Server-Fehler, denn dann würde WordPress nicht ausgeführt werden.
  • htaccess-Fehler, denn dann könnte die Unterseite aufgrund der Permalinks nicht aufgerufen werden.
  • Schwere PHP-Fehler, denn dann würde das Rendering der Seite unterbrochen und der Text würde nicht mehr erscheinen.

Alle diese Punkte kann ich mit dem Monitoring-Service updown.io checken. Mit diesen Prüfungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich einen Ausfall meines Blogs zeitnah bemerke, relativ hoch. Es könnte noch das Szenario geben, dass eine Fehlermeldung auf der Webseite erscheint, aber der Artikelinhalt trotzdem ausgegeben wird. In diesem Fall würde der Text durch das kaputte Layout vielleicht für Benutzer nicht oder nur schwer lesbar sein, aber die Prüfung würde trotzdem grünes Licht geben, da der Satzteil ja noch auf der Seite zu finden ist.

Ok, hier muss auch updown.io passen, aber das ist für mich ein Kompromiss, den ich aufgrund des guten Preises von updown.io gerne in Kauf nehme. Aber zu der Preisgestaltung möchte ich weiter unten noch ein paar Worte verlieren.

Bei jedem Test kann man bis zu acht verschiedene Standorte aktivieren – wieviele man aktiviert, beeinflusst den Verbrauch der Credits nicht. Jeder Check kostet immer einen Credit.

Bei jedem Test kann man bis zu acht verschiedene Standorte aktivieren – wieviele man aktiviert, beeinflusst den Verbrauch der Credits nicht. Jeder Check kostet immer einen Credit.

Wie funktioniert updown.io?

Das Anlegen eines neuen Tests bei updown.io ist relativ simpel, da man nur wenige Werte vorgeben muss:

  • URL der Seite (optional einen Alias für die Übersicht)
  • das Zeitintervall, in dem die Prüfung stattfinden soll (einstellbar von 15 Sekunden bis zu 1 Stunde)
  • den Standort, von dem aus die Anfrage(n) kommen sollen (weltweit 8 Standorte wählbar)
  • die gewünschte Apdex-Zeit (Serverantwortzeit)
  • Benachrichtigungsoption (E-Mail, Slack, Telegram, Zapier oder SMS)
  • optional: zu prüfender Text, wenn der HTTP-Status-Code nicht gewünscht ist

Erklärung der Apdex-Zeit

Die Apdex-Zeit ist vielleicht erklärungsbedürftig. Hier kann man eine Zeit vorgeben, in der eine Serverantwort noch annehmbar ist. Man unterteilt hier in die Kategorien "satisfied", "tolerating" und "frustrated". Ich habe die Zeiten so eingestellt, dass eine durchschnittliche Antwort unter einer Sekunde noch zufriedenstellend ist. Eine Fehler-Nachricht erhält man hier, wenn die Apdex-Zeit (Durchschnitt der gewählten Serverstandorte) in den Bereich "tolerating" oder "frustrated" abfällt.

Hier sieht man die Apdex-Zeit von Sir-Apfelot.de – gemessen von acht verschiedenen Standorten.

Hier sieht man die Apdex-Zeit von Sir-Apfelot.de – gemessen von acht verschiedenen Standorten.

Wie man im Screenshot sieht, ist die Apdex-Zeit bei mir aus Frankreich und Deutschland deutlich besser als bei Anfragen aus anderen Ländern. Dies ist für mich jedoch okay, da meine Leser in der Regel aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommen.

Sollte mein Blog mal irgendwann extrem erfolgreich sein und ich weiß nicht mehr, wohin ich das Geld werfen soll, dann buche ich mir das CDN von Akamai oder Cloudflare. Dann fluppt es auch aus allen Ländern. Aber derzeit wäre das noch etwas außerhalb meines Budgets. An dieser Stelle ein Verweis auf meine Steady-Seite, über die man mir ein bisschen finanziell unter die Arme greifen kann. 😉

Alternative Anwendung 1: Prüfung von Backlinks

Eine positive Anmerkung noch zu der Suchfunktion mit Text. Diese Suche updown.io prüft im ersten Megabyte des gesendeten Quelltextes ob ein bestimmter Text zu finden ist, wenn dies nicht der Fall ist, wird ein Fehler ausgelöst.

Der Vorteil dieser Funktion ist, dass man sogar nach Strings im Quellcode der Webseite suchen kann. Das kann hilfreich sein, wenn man zum Beispiel mit jemandem einen Linktausch vereinbart hat (das heißt, die andere Webseite verweist zu uns und wir zu ihm) und sicher gehen möchte, dass dieser Link bestehen bleibt. Für den Test trägt man bei dem zu prüfenden Text einfach die eigene URL ein und das updown-Script prüft, ob dieser Text im Quellcode zu finden ist. Entfernt der Linkpartner still und heimlich nach 2 Wochen den Link, erhält man eine Benachrichtigung von updown.

Bei den Tests kann man ein Zeitintervall wählen, in dem der Test durchgeführt wird. Im Fall eines Backlink-Checks würden mir eigentlich 24 Stunden reichen, aber leider ist das Maximum eine Stunde.

Bei den Tests kann man ein Zeitintervall wählen, in dem der Test durchgeführt wird. Im Fall eines Backlink-Checks würden mir eigentlich 24 Stunden reichen, aber leider ist das Maximum eine Stunde.

Stellt man beim Check ein Intervall von einer Stunde ein, so kostet die Überprüfung der URL für einen Monat nur einen Cent (0,01 EUR). Aus meiner Sicht ein absolut akzeptabler Preis. Das günstigste SEO-Tool, das diese Funktion beinhaltet, ist Wise SEO, in dem man für einen Monatspreis von 10 Euro eine Liste von 100 URLs prüfen kann. Aber selbst das ist schon zehnmal teurer als updown.io.

Alternative Anwendung 2: Prüfung von Preisänderungen bei Amazon

Ich nutze updown.io ebenso, um über Änderungen von Preisen bei Amazon informiert zu werden. Habe ich zum Beispiel einen Tipp im Blog, der beschreibt, dass Artikel XY mit 43% Rabatt zu erhalten ist, dann würde ich diesen Hinweis gerne anpassen, wenn der Rabatt sich bei Amazon ändert. Ich lasse mich darüber informieren, indem ich als URL die Produkt-URL von Amazon eintrage und als zu prüfenden Text den String "43%". Fällt der Rabatt weg, findet updown.io diesen String nicht mehr und schickt mir eine Benachrichtigung.

So sieht mein Amazon-Test aus, mit dem ich schaue, ob ein Rabatt noch verfügbar ist.

So sieht mein Amazon-Test aus, mit dem ich schaue, ob ein Rabatt noch verfügbar ist.

Wenn euch noch weitere Anwendungen einfallen, dann könnt ihr sie mir gerne senden. Ich ergänze diese dann gerne hier in der Liste.

 

Was nicht geht: "Text enthält nicht…"

Eine Option, die von einigen Leuten als Feature-Request geschickt wurde, ist die Prüfung auf "does not contain" – also ein Test, der auf das plötzliche Erscheinen von einem bestimmten String im Code reagieren würde.

Leider hat das Team von updown.io diesem Vorschlag der User eine Absage erteilt und werden dieses Feature nicht nachrüsten, weil sie denken, dies wäre keine gute Praxis, um Server zu prüfen. Ich glaube, sie haben noch nicht auf dem Schirm, dass Leute ihren Service zu viel mehr nutzen als zum Prüfen der Uptime von Servern.

Das Website-Uptime-Monitoring funktioniert optional auch mit einer Prüfung auf einen String, wie ich es für Sir-Apfelot.de eingestellt habe.

Das Website-Uptime-Monitoring funktioniert optional auch mit einer Prüfung auf einen String, wie ich es für Sir-Apfelot.de eingestellt habe.

 

Leider wird updown keine "does not contain" Stringprüfung erhalten. Im Supportbeitrag hat es das Team erklärt.

Leider wird updown keine "does not contain" Stringprüfung erhalten. Im Supportbeitrag hat es das Team erklärt.

Informationen für Nerds in Stichpunkten

Die meisten Blogger, Web-Shop-Besitzer und Webseitenbetreiber werden mit einigen der folgenden Features nichts anfangen können, aber ich möchte für die Nerds unter uns trotzdem erwähnen, mit was updown.io wirbt:

  • Dual-Stack: Zero configuration dual-stack monitoring (IPv4/v6), same price.
  • Hosted status pages: Provides multilingual availability & performance reports.
  • REST API & Webhooks: Hack and integrate updown.io with the REST & WebHook APIs.
  • Fast checks: You can set the check frequency down to every 15s.
  • Accept BTC, BCH and more: We accept bitcoins and altcoins, alongside Paypal and credit cards.
  • Text search: Match the presence of a string instead of the regular HTTP status.
  • Various integrations: SMS, Webhook, Zapier, Telegram, Slack (or compatible).
  • Double-check: Downtimes are confirmed from multiple locations (8 total).
  • SSL testing: Receive alerts in case of invalid or expiring soon certificate.

Bitte entschuldigt, dass ich die Stichpunkte nicht übersetzt habe. Mein Englisch ist nicht so gut und die Leute, die sich für die Punkte interessieren, können es sicher übersetzen. Und zur Not wirft man den Text einfach in Deepl.com. 😀

Die Preise von updown.io: extrem günstig

Ich habe mir diverse Monitoring-Services (ich werde eine Liste der Services in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen und dann hier verlinken) angeschaut und auch deren Preise verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Während man bei anderen Diensten wie distill.io zum Beispiel 12 Dollar im Monat zahlt, um 50 URLs alle 10 Minuten zu checken, arbeitet updown.io mit einem Credits-System, bei dem die Durchführung von einem Testlauf auf eine URL einen Credit kostet.

Auf der Startseite von updown.io findet man einen Rechner, mit dem man die monatlichen Kosten kalkulieren kann. Damit komme ich im Vergleich zu dem Beispiel mit den 50 URLs, die alle 10 Minuten geprüft werden, auf 2,93 Euro.

Preisrechner von updown.io: 50 URLs einmal pro Stunde checken, kostet im Monat nur 49 Cent.

Preisrechner von updown.io: 50 URLs einmal pro Stunde checken, kostet im Monat nur 49 Cent.

Die ganze Sache wird aber noch günstiger, da man das Intervall der Prüfungen auf bis zu einer Stunde ausdehnen kann. In den meisten meiner Anwendungsfälle reicht dies aus, sodass ich bei der Umstellung auf ein Intervall von einer Stunde bei 50 URLs nur noch auf 49 Cent pro Monat komme. Günstiger ist dieser Service nirgendwo zu erhalten.

Für 25 Euro bekommt man 1,5 Millionen Credits. Genug, dass ich bei meinem Bedarf über 12 Jahre damit hinkomme.

Für 25 Euro bekommt man 1,5 Millionen Credits. Genug, dass ich bei meinem Bedarf über 12 Jahre damit hinkomme.

 

Wenn man bei updown neue Credits bestellt, erhält man direkt eine kleine Hochrechnung, wie lange man mit den Credits hinkommen wird.

Wenn man bei updown neue Credits bestellt, erhält man direkt eine kleine Hochrechnung, wie lange man mit den Credits hinkommen wird.

Fazit: Server- und Webseiten-Monitoring gut und günstig

Nachdem ich den updown nun seit einigen Monaten nutze und auch schon den einen oder anderen Ausfall dadurch erkannt und schnell behoben habe, ist der Service für mich eine absolute Empfehlung geworden. Ich habe heute – nachdem meine Frei-Credits nach etlichen Wochen erst vor Kurzem aufgebraucht wurden – den Betrag von 25 Euro in den Service investiert und mein Konto aufgeladen. Im Dashboard wird angezeigt, wie viele Credits ich nun habe und wie lange diese halten: bei mir sind es nun 1.499.898 Credits, die für über 146 Monate (ja, über 12 Jahre!) halten. Wovon in aller Welt lebt diese Firma?!? 😀

Ich habe einige Alternativen wie Pingdom, Distill.io oder Monitoor ausprobiert und bin sowohl technisch als auch preislich immer noch von updown.io überzeugt. Die Möglichkeit der Textsuche mit Fehlermeldung, wenn er verschwindet, ist bei updown perfekt, um die Funktion von WordPress Blogs zu überprüfen.

Die schnelle Übersicht der ganzen Checks und die Detailseite zu jeder URL sind optisch sehr übersichtlich und aussagekräftig. Der ganze Service und die technische Umsetzung haben mich einfach überzeugt. Für Leute mit höheren Ansprüchen gibt es noch eine REST-API, diverse Webhooks und die Möglichkeit, die HTTP-Anfragen zu modifizieren. So kann man zum Beispiel den Test mit einer bestimmten Browserkennung durchführen und andere Dinge machen. Für mich ist das nicht wichtig, aber ich wollte erwähnen, dass man hier noch viel ein- und umstellen kann – wenn man es denn mag.

100.000 kostenlose Credits zum Testen

Wenn ihr euch updown.io anschauen möchtet, könnt ihr euch hier registrieren und erhaltet 100.000 kostenlose Credits, mit dem ihr den Service auf Herz und Nieren ausprobieren dürft. Es gibt kein  Abo, in das man automatisch rutschen kann. Wenn die 100.000 Credits verbraucht sind, erhaltet ihr eine kurze Meldung und das wars.

So sieht die Detailansicht eines Tests aus. In der Übersicht sieht man auch die Verfügbarkeit in der Historie.

So sieht die Detailansicht eines Tests aus. In der Übersicht sieht man auch die Verfügbarkeit in der Historie.

 

Ein Tipp am Rande: Aktuell gibt es bei Eleonto die Zendure Supertank mit 100 W Leistung (auch zum Laden von großen MacBook Pro Modellen geeignet!) für knapp 104 Euro als B-Ware. Die Powerbank kostet sind ca. 170 Euro.

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