Warnung vor CCleaner – Einem Aufräum-Programm für Mac und Windows

Spioniert CCleaner seine Nutzer aus und ist unseriös?

Nach dem dieser Artikel heute online ging, hat es nur wenige Minuten gedauert, bis ich mehrere Rückmeldungen von Lesern bekommen habe, die mich darauf hinwiesen, dass man vor dem Programm eher warnen sollte, als es zu empfehlen. Die zwei Hauptkritikpunkte dazu sind:

  • CCleaner spioniert Nutzerdaten aus und es gibt keine Möglichkeit, dies abzuschalten
  • CCleaner installiert automatisch Updates ohne Benutzerzustimmung

Um auf diese und andere Kritik einzugehen, möchte ich hier einige Quellen nennen, die schon vor einiger Zeit über die Datenschutzprobleme bei CCleaner berichten.

Quellen, die über die Probleme von CCleaner berichten

  • CCleaner spioniert seine Nutzer aus: Das ist die lahme Ausrede des Hersteller – chip.de
  • Warnung: CCleaner 5.45 spioniert Nutzer aus, lässt sich nicht abschalten – winfuture.de
  • Großes Update für CCleaner: Neue Version ohne versteckte Spionage – chip.de
  • CCleaner überschreibt Einstellungen und macht ein Zwangsupdate auf Version 5.46 (Original: “CCleaner Disregarding Settings and Forcing Update to Latest 5.46 Version”) – bleepingcomputer.com
  • Achtung: Der CCleaner spioniert nicht nur, er überschreibt auch euren Datenschutz – futurezone.de
  • Vorsicht beim CCleaner: Programm möchte ungefragt Avast mitinstallieren – chip.de
  • CCleaner 5.46: Entwickler wollen Vertrauen zurückgewinnen – pcwelt.de
  • CCleaner Malware-GAU: Was Sie jetzt wissen müssen – pc-magazin.de
  • CCleaner mit Malware infiziert – Schadprogramm infiziert bekannte Wartungssoftware – spiegel.de
  • Backdoor in CCleaner ermöglichte Fernzugriff – Update dringend empfohlen – heise.de

Alles Punkte, die früher – vor der Übernahme durch Avast – nicht so waren. Ich kenne das Programm in einer alten Version und da hat es mir gute Dienste geleistet, um bei zickigen Windows-Kisten von Bekannten die Programme und den Speicher zu putzen. Aus dem Grund wollte ich es als Empfehlung an euch weiter geben.

Wenn man die Kommentare in den oben verlinkten Meldungen liest, dann sieht man, dass es vielen so ging. Die alten Versionen von CCleaner werden gelobt und leisten gute Dienste, aber seit der Übernahme durch Avast, geht es mit der Software bergab.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich froh bin, dass ich soviel Feedback von meinen Lesern erhalten habe. Nachdem ich nun soviele Berichte zu dem Tool gelesen habe, kann ich es für mich getrost in die Ecke “unseriös” stecken und von einer Installation abraten.

Weitere interessante Beiträge im Blog:

Open-Source-Alternative zu CCleaner

Ein Leser hat mir das Programm “BitBleach” als mögliche, kostenfreie Alternative zu CCleaner genannt. BitBleach ist Open Source und damit werbefrei. Man kann hier also sicher sein, dass man nicht nebenbei ein anderes “Hilfsprogramm” mitinstalliert bekommt oder die eigenen Nutzerdaten durch die Welt geschickt werden.

Durch die ganz oben verlinkten Meldungen zu CCleaner bin ich nicht mehr sicher, ob CCleaner eine Empfehlung ist. Die teils sehr unseriösen Praktiken, die die Entwickler hier an den Tag gelegt haben, schaffen bei mir jedenfalls kein Vertrauen – auch wenn die Software vielleicht eigentlich gute Dienste leistet.

Ich würde tendenziell eher zum kostenlosen “BitBleacher” (WIN) oder den kostenpflichtigen Tools CleanMyMac oder CleanMyPC raten.

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12 Kommentare

  1. Enc sagt:

    Ein Hinweis auf das kritische Datensammelverhalten der Firma wäre nett gewesen. Ich verwende seitdem die Opensource-Software BitBleach… nicht so hübsch, aber ausreichender Funktionsumfang und keine Datensammelei.

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Enc! Dank dir für diesen Einwurf. Das war mir in der Tat nicht bewußt. Der Beitrag wird noch um einen Absatz dazu erweitert… offensichtlich hat diese Datensammelei angefangen, nachdem CCleaner durch Avast übernommen wurde. Die Privatsphäreeinstellungen, um dieses Datensammeln zu unterbinden, gibt es scheinbar nicht mehr… also nunmehr eher ein “fragwürdiges” Programm.

      Über BitBleach würde ich in der nächsten Zeit mal einen Artikel schreiben. Das klingt nach einer guten Alternative!

    • Lara sagt:

      Hallo Enc, danke auch für Deinen Hinweis.

      Aber leider gibt es diese Software nicht für den Mac?

      • Sir Apfelot sagt:

        Hallo Lara! Ja, das stimmt. Ich habe eben mal gesucht, aber es gibt nur eine Version, die man mit dem Terminal ausführen muss. Eine kostenlose Alternative wüsste ich jetzt auch nicht. Ausser “Über diesen Mac” > “Festplatten” > “Verwalten” und dann “Speicher optimieren” und “Chaos reduzieren”. Das sind zwei neue Optionen in macOS (seit High Sierra glaube ich). Damit wird man ein bisschen Datenmüll los.

        Hübscher, effektiver und umfassender klappt es mit der Software CleanMyMac X, die ich schon seit Jahren verwende. Leider kostet sie aber Geld.

  2. Froyo52 sagt:

    Nachdem nun schon das zweite enorm schädliche “Tool” hier publiziert wird, werde ich den RSS-Feed von “Sir Apfelot” in meinem Reader wohl deinstallieren müssen.
    Es ist in meinen Augen ungeheuerlich, solche Sachen hier vorzustellen und auch noch zu empfehlen.
    Damit disqualifiziert sich der Autor als Experte.

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Froyo52! Dank dir für deinen Kommentar. Ich habe hier wirklich eine falsche Empfehlung ausgesprochen. CCleaner war früher noch in Ordnung, hat sich aber seit der Übernahme von Avast scheinbar zu einem Datensammler (Spyware) entwickelt. Es tut mir leid… der Artikel wird heute Abend entsprechend umgeschrieben, um eine Warnung auszusprechen. Ich hoffe, ich kann dich als RSS-Leser behalten. Es wäre schade, solche Fachleute und kritische Leser wie dich zu verlieren. Auch wenn wir bei CleanMyMac anderer Meinung sind – bei CCleaner gibt es da keine Diskussionen! LG!

  3. Siegfried sagt:

    Hallo, der ccleaner ist in der Vergangenheit öfter negativ aufgefallen. Auf Heise war unter anderem ein Beitrag zu einem Backdoor in der Software.
    Daher würde ich diese Software ebenfalls sehr kritisch sehen und im Zweifel eher von ihr abraten.

    https://www.heise.de/security/meldung/Backdoor-in-CCleaner-ermoeglichte-Fernzugriff-Update-dringend-empfohlen-3834851.html

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Siegfried! Danke für deine Rückmeldung. Ich kenne CCleaner noch von früher, aber offensichtlich hat sich die Software stark verschlimmert. Ich werde den Artikel umformulieren und eine Warnung daraus machen. Das trifft es wohl eher als eine Empfehlung.

  4. Michael schomm sagt:

    Hallo, damals schon gleich bei dem ersten Update habe ich nicht mehr mitgemacht und bin noch in der U-Version ohne den verqwirlten spiogentenkram. Macht immer noch seine Dienste ohne Probleme und meckert nur beim starten von wegen update. Damit kann ich leben.

  5. Piet sagt:

    Die Diskussion verfolgend halte ich es für vollkommen falsch diesen Artikel in seiner Bewertung noch im Blog stehen zu lassen, einzig und allein die Warnung sollte bestehen bleiben, ich schließe mich den Vorrednern an.

    Jens, hier ist Klarheit gefordert, ich verstehe, du hast viel Zeit in die vor Recherche etc. gesteckt, aber das Ergebnis ist eindeutig.

    Artikel löschen und Warnung vor Datenkrake stehen lassen!

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Piet! Ja, da hast du recht. Auch wenn ich mittlerweile von Leuten gelesen habe, die noch mit alten Versionen gute “Aufräum-Ergebnisse” erzielen, so denke ich auch, dass man lieber warnen als empfehlen sollte. Ich nehme alles nach der Warnung erstmal raus und werde den Artikel bei Gelegenheit nochmal überarbeiten. Ich wünsche dir eine schöne Weihnachtszeit! LG!

  6. Rudolf sagt:

    Hmm, da haben einige Leute so einiges entdeckt, nur die Verhältnisse scheinen nicht bei allem so richtig klar zu sein.
    Schon vor Jaaahren fing ich mit CCleaner, damals downloaded von FileHippo, wo ich seither nie mehr downloadete, ne Packung Malware ein, ist also nicht gerade neu.
    Mit downloads ab vormals piriform nun ccleaner.com hab ich mir über all die Jahre nie was eingefangen.
    Dann gab es mal bei einem update den auto-download von Avast.
    Das passierte mir allerdings nur weil ich den Hinweis darauf übersehen hatte, man konnte dort anticken ob man Avast will oder nicht.
    CCleaner spioniert Aktivitäten aus?
    Das kann ich nicht nach prüfen, aber das wäre dann wirklich schlecht!!
    Alles in allem, ich finde es nach wie vor sehr nuetzlich, aber eben, NUR VON DEREN website downloaden und bei jedem klick erst nachschauen ob da sonst noch was ist das man besser zuerst lesen sollte.
    Beim installieren folgende Empfehlung: Nicht einfach installieren klicken sondern UNBEDINGT den kleinen Text link darunter öffnen der da sowas wie “Einstellungen oder Preferences” oder so besagt, dort kann man nämlich alles was man nicht installiert haben möchte un-checken, ich z.B. waehle da immer nur einen Punkt “Desktop Icon erstellen”, alles andere will ich nicht, ganz besonders nicht das es sich auch in der Taskbar als aktives Program ein mistet!!

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