Sollte man den Mac auf macOS 11.0 Big Sur aktualisieren?

Wie jeden Herbst, so steht auch in 2020 ein neues Mac-Betriebssystem an – diesmal macOS 11.0 Big Sur. Der Nachfolger von macOS 10.15 Catalina beendet die „Mac OS X“-Ära und läuft nicht nur auf 64-Bit Intel-Chips, sondern auch mit dem „Apple Silicon“ genannten ARM-Chip aus Cupertino. Neue Mac-, iMac- und MacBook-Modelle werden also damit ausgeliefert.

Doch was ist mit den Bestandsgeräten? Sollte man den eigenen Mac auf macOS 11.0 Big Sur aktualisieren? Wann sollte man damit warten und wann vielleicht komplett darauf verzichten? Hier versuche ich mich darin, Antworten zu präsentieren 😉

Den Apple Mac auf macOS 11.0 Big Sur aktualisieren oder nicht? Welche Fehler und Probleme kann es geben und warum sollte man mit dem Upgrade des Betriebssystems warten? Hier ein paar Informationen für die Beantwortung der Fragen.

Den Apple Mac auf macOS 11.0 Big Sur aktualisieren, oder nicht? Welche Fehler und Probleme kann es geben und warum sollte man mit dem Upgrade des Betriebssystems warten? Hier ein paar Informationen für die Beantwortung der Fragen.

Welche Mac-Modelle sind mit macOS Big Sur kompatibel?

Bevor ihr euch eingehend mit der Frage beschäftigt, ob ihr eurem iMac, iMac Pro, Mac Pro, MacBook, MacBook Air oder MacBook Pro ein Upgrade verpassen wollt, sollte der Apple-Computer natürlich auch mit dem neuen System kompatibel sein. Nicht jeder Mac, der macOS 10.15 Catalina ausführen kann, wird auch macOS 11.0 Big Sur laufen lassen. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Mac Pro und iMac Pro, das MacBook Air und Pro ab 2013, der Mac mini und iMac ab 2014 sowie das MacBook ab 2015 Big Sur unterstützen. Einen eigenen Beitrag habe ich der Thematik hier gewidmet: Ist dein Mac mit macOS 11.0 Big Sur kompatibel?

Ist das System stabil genug?

Das Betriebssystem macOS 11.0 Big Sur wurde im Rahmen der WWDC20 am 22. Juni 2020 angekündigt und seither gibt es schon die 5. Beta-Version. An und für sich sollte es eigentlich stabil laufen – aktuell ist es aber noch nicht in finaler Form veröffentlicht, weshalb eine endgültige Betrachtung nicht möglich ist. Jedoch gibt es Berichte von ein paar Tester/innen der Beta-Versionen, die von Kernel Panics berichten.

Eine Neuinstallation auf einer bereinigten Festplatte soll das Problem aber lösen. Wie ihr mit einem langsamen System umgehen und die Ursachen für eine schlechte Performance nach dem macOS-Upgrade finden könnt, das lest ihr hier: macOS 11.0 Big Sur Probleme und Lösungen.

Wie findet man 32-Bit-Apps auf dem Mac? Das zeige ich euch in diesem Ratgeber ;)

Wie findet man 32-Bit-Apps auf dem Mac? Das zeige ich euch in diesem Ratgeber 😉

Noch 32-Bit Programme in Verwendung?

Wer das Update auf Catalina schon hinter sich hat, der dürfte keine 32-Bit-Apps mehr haben. Aber alle Mac-Benutzer, die noch ältere Systeme wie Mojave, High Sierra, Sierra, El Capitan oder noch antikere macOS Versionen nutzen, sollten prüfen, ob sie noch 32-Bit-Apps installiert haben.

Diese Apps werden unter Big Sur nicht mehr funktionieren. Aus dem Grund sollte man überlegen, ob man Updates oder Alternativen für diese Apps findet. Wenn dies nicht der Fall ist, ist es eventuell empfehlenswert, erstmal auf dem alten System zu bleiben, bis man eine Lösung gefunden hat.

Wann sollte ich den Mac auf Big Sur aktualisieren?

Der richtige Zeitpunkt, um den Apple Mac von Catalina, Mojave oder sogar einem früheren System auf Big Sur hochzustufen, ist ganz individuell zu wählen. Wenn ihr keine Kompatibilitätsbefürchtungen hinsichtlich der verwendeten Apps und Peripherie habt, könnt ihr quasi schon am Release Day den Update-Knopf drücken.

Nutzt ihr aber ältere Apps oder zum Beispiel ältere Drucker / Scanner, für die keine neue Treiber-Version zur Verfügung steht, könnte es schon kritisch werden. Hier solltet ihr euch bei den Entwickler/innen bzw. beim Hersteller informieren. Auch bietet macOS Big Sur eine neue Nutzeroberfläche, an die ihr euch eventuell erst gewöhnen müsst. Dafür gilt es, etwas Zeit einzuplanen. 

Auch wenn die Küste von macOS Big Sur noch so verlockend erscheint: Man sollte immer die Zeit haben, ein zuverlässiges Backup zu erstellen (Foto: Pixabay).

Auch wenn die Küste von macOS Big Sur noch so verlockend erscheint: Man sollte immer die Zeit haben, ein zuverlässiges Backup zu erstellen (Foto: Pixabay).

Pflicht vor dem macOS Big Sur Update: ein bootbares Backup

Selbst wenn ihr viel Vertrauen in die Arbeit der Apple Programmierer habt, solltet ihr gerade bei dem jährlichen "großen Update" ein Backup machen. Hier bietet sich ein bootbares 1:1 Backup mit Apps wie Smart Backup, Carbon Copy Cloner oder Super Duper an.

Time Machine ist zwar nicht schlecht, aber ich habe leider zu oft erlebt, dass diese Backuplösung im Ernstfall versagt. Aus dem Grund ist ein bootbarer Klone eures Systems garantiert die bessere Wahl, um eure Daten zu sichern.

Ratgeber: Catalina und Big Sur im Vergleich

Ein guter Grund, macOS Big Sur zu installieren

Nicht nur wird das Apple-Betriebssystem mit der bald erscheinenden Version für 2020 / 2021 an iOS und iPadOS angeglichen. Auch wird es besser möglich sein, Apps für iPhone und iPad darauf zu emulieren. Wenn ihr also für Testzwecke, für die Einsparung von Speicher und Akku am mobilen Gerät oder aus anderen Gründen iPhone- und iPad-Apps am Mac nutzen wollt, kann das ein guter Grund für das Upgrade des Systems sein.

Mit der Angleichung der Systeme einhergeht auch die Einführung des Kontrollzentrums in macOS sowie weitere neue Funktionen / optische Änderungen. Details dazu bekommt ihr in der Zusammenfassung der WWDC-Keynote dieses Jahres und im Catalina-Big-Sur-Vergleich (beides oben verlinkt).

Benötige ich die neuen Funktionen in macOS 11.0?

Stellt sich die Frage: Brauche ich das alles? Die Antwort wird wahrscheinlich „Nein“ lauten, wenn ihr den Mac nicht unbedingt wegen der macOS-Funktionen, sondern aufgrund eurer favorisierten Apps nutzt. Wenn es sich lediglich um einen Büro-Mac handelt, auf dem die Office-Programme von Microsoft oder die iWork-Programme von Apple laufen sollen, dann reicht sicherlich Catalina als Betriebssystem. Das Gleiche gilt im Grunde für Grafik-, Schnitt-, Musik- und andere App-Kategorien.

Bei einigen Entwickler/innen ist zudem darauf zu achten, dass sie nicht schon zur Veröffentlichung von Big Sir mit dem entsprechenden App-Update fertig sind. Wenn ihr also macOS 11.0 nutzen wollt, aber spezielle Software in Gebrauch habt, kann sich das Warten lohnen.

Wie finde ich heraus, welche Fehler und Probleme es mit Big Sur gibt?

Weiter oben habe ich ja schon einen Ratgeber mit möglichen Fehlern und Problemen im neuen Betriebssystem verlinkt. Darin findet ihr aktuell aber nur allgemeine Fehlermeldungen und schon von früheren Systemupgrades bekannte Probleme. Neben diesen Kinderkrankheiten, die Apple meist innerhalb weniger Tage oder Wochen mit einem Update heilt, gibt es aber auch Probleme, die länger andauern und spezifischer sein können.

Nicht funktionierende Drucker und Scanner, Anzeige-Probleme auf bestimmten Monitoren, nicht funktionierende Apps, Treiber oder Tools und so weiter – all das wird wahrscheinlich erst von Nutzer/innen gemeldet, wenn Big Sur offiziell ausgerollt ist. Dann findet ihr hier aber wieder einen Sammelbeitrag wie für Mojave und für Catalina. Meldet euch also gern für den Newsletter an, um nichts zu verpassen.

Apple-Webseite zu Big Sur: Kommendes Betriebssystem vorgestellt


Neue Amazon Echo Geräte vorgestellt: Der kleine Echo Dot und der große Echo der 4. Generation mit neuem Formfaktor sind jetzt erhältlich.

4 Kommentare

  1. Dirk sagt:

    Bist Du Dir sicher, dass durch ein Update auf Big Sur die Emulation von iPhone und iPad-Apps wirklich vereinfacht werden wird?

    Darauf hatte ich auch gehofft, nur ist dem meines Erachtens nach nicht so, da mit dem in Big Sure neu enthaltenen Rosetta 2 eher der umgekehrte Fall erreicht werden soll, also ehemalige Intel-Programme auf ARM laufen sollen und demzufolge die iPhone und iPad-Apps auf der letztgenannten CPU nativ. Für Macs mit Intel-CPU ändert sich hingegen nichts, d.h. die Apps laufen weiterhin nicht – jedenfalls nicht ohne Drittanbieter-Emulation oder diese basieren auf Catalyst, was bereits seit Catalina in macOS integriert ist.

    • Sir Apfelot sagt:

      Ich hoffe, dass sich auch Catalyst weiter entwickelt und entsprechend die Emulation besser wird. Aber ich habe bei mir noch kein Big Sur Beta installiert und kann dazu leider keine handfesten Informationen bieten. Vielleicht hast du recht und alles bleibt in dieser Hinsicht wie bei Catalina.

      • Dirk sagt:

        Ich befürchte es. Es geht immer mehr in die Consumer-Richtung und hin zu iOS und nicht umgekehrt. Das merkt man am nachlassenden AppleScript-Support, der Beschneidung von Kernel-Extensions etc.

        Einerseits Schade, aber der (geschäftliche) Erfolg gibt Apple ja schließlich irgendwie recht.

        • Sir Apfelot sagt:

          Ja, da ist was dran. Wenn man den Aktienwert und Verkaufszahlen als Bestätigung sieht. Es gibt aber schon viele kritische Stimmen… das merke ich immer wieder, wenn sie das jährliche Update shippen und bei Leuten dann irgendwas wieder nicht mehr funktioniert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle News 1x pro Woche

Du magst die Artikel auf Sir Apfelot?
Dann trage dich in meinen wöchentlichen Newsletter ein.