Mac OS X 10.0 Cheetah – Alles, was ihr wissen müsst!

Mit dem im März 2001 veröffentlichten Mac OS X (ausgesprochen „Mac OS Ten“) brachte Apple die zehnte Hauptversion seines Mac-Betriebssystems auf den Markt. Das war ein großer Schritt, da hiermit das Mac OS Classic, also die Versionen bis Mac OS 9 abgelöst wurden. Während selbige zuletzt auf der OPENSTEP-Technologie von NeXT fußten, baute Mac OS X auf dem Nachfolger Rhapsody auf. Zusätzlich zu den Änderungen unter der Haube ergaben sich aber auch Neuerungen in der grafischen Oberfläche, dem Funktionsumfang und den integrierten Apps. Die nächste Hauptversion, genannt Mac OS X 10.1, erschien sechs Monate später und sollte den holprigen Start etwas ausbessern.

Was wurde mit Mac OS X 10.0 Cheetah neu gemacht?

Mit Mac OS X, dessen erste Version intern den Codenamen „Cheetah“ trug, sollte ein Umschwung auf dem Mac realisiert werden. Neue Möglichkeiten der Computer-Nutzung sollten ergründet werden und das System sollte kontinuierlich die technischen Machbarkeiten seiner Zeit repräsentieren. Deshalb wurde in den folgenden Versionen, bis einschließlich macOS 10.15 Catalina in 2019, immer weiter an den Hintergrundprozessen, der grafischen Oberfläche, einzelnen Funktionen, verfügbaren Apps und der Kompatibilität mit Drittanbieter-Zusätzen gearbeitet. Dabei überdauerte die Zehner-Version verschiedene PowerPC- und Intel-Prozessoren. Mit der Einführung des Apple Silicon (M-Chip) wurde 2020 das System 10.x eingestampft und mit macOS 11 Big Sur weitergemacht.

Doch zurück zu Mac OS X 10.0 Cheetah in 2001: Um den Umstieg von Mac OS 9 so einfach wie möglich zu machen, gab es nicht nur eine Dual-Boot-Option, sondern auch eine sogenannte „Classic-Umgebung“ für die Emulation von alten Programmen auf dem neuen Zehner-System. Dafür wurde aber ein originales Installationsmedium (CD) von Mac OS 9 benötigt. Diese lag der Installations-CD von Mac OS 10.0 bei. Zu den Neuerungen, die aber den kompletten Umstieg schmackhaft machen sollten, gehörten die Einführung des Dock (Programmauswahl am unteren Displayrand), das Terminal, die Unterstützung von PDF-Dateien, die Aqua-Oberfläche, OpenGL für schnellere Grafikanwendungen, AppleScript für die Automation, die Sherlock Suchfunktion und mehr.

Hinzu kommen neue Programme und Funktionen. So wurde mit Mail zum Beispiel ein E-Mail-Client eingeführt, der noch heute fest mit Apples Betriebssystemen verbunden ist – zumindest mit macOS, iOS und iPadOS. Weiterhin wurde ein Adressbuch für die systemweite Nutzung eingeführt. Diese sowie seine Funktionen und die Integration in weitere Dienste wurden in mehreren weiteren Systemversionen ausgebaut. Für die einfache Textverarbeitung wurde mit Mac OS X 10.0 zudem die TextEdit App eingeführt, die auch in aktuellen Systemen standardmäßig vorhanden ist. Und für alle, die sich für die Technologien „unter der Haube“ interessieren: neben dem XNU-Kernel und dem UNIX-Systemkern gab es Carbon- und Cocoa-Programmierschnittstellen.

Erstmals vorgestellt wurde Mac OS X übrigens im Rahmen der Macworld 2000 in San Francisco (Januar 2000). Angekündigt wurde es als State-of-the-Art-System mit bester Grafik, bester Internet-Funktionalität und der Möglichkeit, flüssig vom vorigen System umzuziehen. Außerdem wurde ein 12-Monate-Plan für die Veröffentlichung vorgestellt, der dann nicht eingehalten werden konnte. Auf einen weiteren 12-Monate-Plan bezog man sich dann bei der Vorstellung von Mac OS X 10.1, dieser wurde zum Ausbügeln des holprigen Starts der Vorgängerversion herangezogen. Weiterhin wurde auf die Quartz-, OpenGL- und QuickTime-Techniken eingegangen, die auf Darwin fußten und Apps aus der Classic-Umgebung, Carbon und Cocoa ermöglichten. Abgerundet wurde das durch die neue „Aqua“-Oberfläche.

Selbst nachverfolgen könnt ihr die Vorstellung von Mac OS X 10.0 Cheetah durch Steve Jobs vermittels einiger Videos, die bei YouTube verfügbar sind. Den ersten Teil habe ich euch hier verlinkt sowie folgend als Videoplayer eingebettet.

Der holprige Start von Mac OS X in seiner ersten Version 10.0

Mac OS X war ein ambitioniertes Projekt, das direkt zum Start aber nicht genau das liefern konnte, was von Apple für den Mac versprochen wurde. Es gab drei Hauptgründe für die Kritik an dem System, die zu einer vergleichsweise langsamen Adaption auf kompatiblen Geräten führten:

  • Lange Reaktionszeit: Das Aqua-Interface brauchte vergleichsweise lange, um Eingaben von Nutzer/innen umzusetzen. Vorige Versionen von Mac OS waren – zumindest zu Beginn der Systemumstellung – merklich schneller.
  • Unzureichende Stabilität: Vor allem durch einen minimalen Hardware-Support der Kernel-Treiber kam es oft zu einer sogenannten Kernel-Panik. Das machte den Mac unter Mac OS X nicht gerade zuverlässig und damit vor allem in professionellen Büro- und Studio-Umgebungen nicht gut nutzbar.
  • Mangel an Funktionen: Während die DVD-Wiedergabe und die Möglichkeit zum Brennen von CDs bereits in Mac OS 9 integriert waren, fehlten sie in Mac OS X 10.0. Das und die vorigen Punkte führten anfangs dazu, dass Nutzer/innen lieber das alte System verwendeten.

Die u. a. über das Internet angebotenen Updates für Mac OS X 10.0 galten entsprechend der Fehlerbehebung. Vor der Veröffentlichung von Mac OS X 10.1 im September 2001 gab es Updates im April (v10.0.1), im Mai (v.10.0.2 und v10.0.3) sowie im Juni (v10.0.4). In diesem Zeitraum wurden das Hauptsystem und die Updates zudem als CDs ausgegeben, die es in zwei Versionen – Z1 und Z2 – gab. Der Unterschied lag in der Unterstützung von Sprachpaketen und Multi-Sprachen-Verwendung. Vor allem Chinesisch und Koreanisch konnten nur mit den Z2-Versionen dargestellt werden, wovon es aber keine für v10.0.4 gab. 

Mit welchen Mac-Modellen war Mac OS X 10.0 Cheetah kompatibel?

Für die Installation und Nutzung wurde in 2001 mindestens ein Power Mac G3 oder ein Power Mac G4, ein iMac, ein PowerBook G3 oder ein PowerBook G4 bzw. ein iBook benötigt. Während das System auf Apple-Computern mit 64 MB Arbeitsspeicher lief, wurden 128 MB oder mehr empfohlen. Zudem wurde mindestens 1,5 GB freier Festplattenspeicher für das System benötigt. Im Hinblick auf die weitere Hardware wurde ein CD-Laufwerk für die Nutzung des Installationsmediums vorausgesetzt.

Verbesserungen und innovative Features in den folgenden Versionen

Das wahre Potenzial von Mac OS X, der damit kombinierten Technologien sowie dem neuen User-Interface konnte erst mit den Upgrades auf die Folge-Versionen so richtig entfesselt werden. Zwar wurde durch den holprigen Start der ersten Version schon einiger Rufschaden verursacht, dieser konnte aber mit der Zeit ausgebügelt werden. Hier eine Übersicht zu den Verbesserungen, die mit den nächsten fünf Hauptversionen eingeführt wurden (klickt auf die Links, um alles zu den Systemen zu erfahren, oder hier für die Übersicht aller Mac-System-Beiträge):

  • Mac OS X 10.1 Puma: Erschien im September 2001 und brachte Performance-Verbesserungen, einen DVD-Player, die Möglichkeit zum Brennen von CDs und DVDs, eine bessere Drucker-Unterstützung, 20% schnellere Grafik über OpenGL sowie weitere Verbesserungen mit. Weiterhin konnte das Dock an den Displayseiten platziert werden, und es gab erstmals Systemstatus-Symbole in der Menüleiste.
  • Mac OS X 10.2 Jaguar: Erschien im August 2002 und brachte 150+ Verbesserungen und Neuerungen mit sich. Integriert wurden neben neuen Hintergrund-Technologien (s. Links) auch für Nutzer/innen sichtbare Änderungen. Dazu zählte die bessere Netzwerkarbeit mit Windows-PCs, eine schnellere Nutzung des Finders, Bedienungshilfen wie die Tastaturmaus, Warn-Benachrichtigungen, Vorlesefunktion und Co. sowie QuickTime 6 mit MPEG-4-Unterstützung. Für die schnellere Einrichtung von Netzwerk-Geräten wurde Rendezvous integriert. Über iSync konnten Kontakte und Kalender nun u. a. mit dem Mobiltelefon synchronisiert werden. Für den Austausch übers Netz wurde iChat eingeführt.
  • Mac OS X 10.3 Panther: Erschien im Oktober 2003 und wurde zuvor mit einer Fülle von 100+ Anpassungen sowie neuen Funktionen angekündigt. Es ist das erste Mac-Betriebssystem, das Safari als Webbrowser einführte. Zuvor wurde der von Microsoft entwickelte Internet Explorer genutzt. Der Finder bekam ein User-orientiertes Design, und mit Exposé bekam man einen besseren Überblick über offene Programmfenster. Dank FileVault gab es nun eine Festplattenverschlüsselung und mit Xcode wurde eine eigene Developer-Umgebung angeboten. iChat AV erweiterte den integrierten Text-Chat um Audio- und Video-Funktionen.
  • Mac OS X 10.4 Tiger: Erschien im April 2005 und brachte neben neuen Technologien sowie neuen Funktionen und Apps auch den Wechsel von PowerPC- zu Intel-Macs mit sich. Es gab insgesamt über 200 große und kleine Änderungen im Vergleich zu Panther. So wurde z. B. die Spotlight-Suche eingeführt, Safari wurde um RSS-Feeds erweitert, iChat AV bekam noch ein paar Verbesserungen, der Automator wurde für Systemmakros eingeführt, QuickTime 7 unterstütze erstmals den H.264 Codec, und so weiter. Noch mehr Infos gibt es im verlinkten Beitrag.
  • Mac OS X 10.5 Leopard: Erschien im Oktober 2007, nachdem 10.4 Tiger über den Zeitraum des Wechsels von PowerPC- zu Intel-Prozessoren mit Updates versorgt wurde. Mit 10.5 Leopard kamen dann über 300 Neuerungen auf kompatible Mac-Modelle, u. a. das 3D-Dock, das erstmals Dock-Ordner unterstützte. Programmfenster wurden einheitlicher und man entfernte sich immer weiter von der Aqua-Oberfläche. Der Finder erhielt eine neue Seitenleiste und intelligente Ordner. Mit Boot Camp konnte nun Windows parallel zu Mac OS X installiert werden, das neue Dashboard wurde zum Anzeigen von Widgets genutzt, und Time Machine sollte das Backup so einfach wie möglich machen. Weitere Infos und ein Video im verlinkten Beitrag.

Mac OS X Cheetah Wallpaper – Schreibtisch-Hintergrund in 5K und 6K herunterladen

Seit dem ersten Zehner-Versionen in 2001 hat Apple jedes Mac-Betriebssystem mit einem eigenen Schreibtisch-Hintergrundbild ausgestattet. Diese Desktop Wallpaper sorgen dafür, dass man einzelne Versionen sofort erkennt, sogar ohne in den Einstellungen nach der Versionsnummer zu schauen. Auf der 512pixels-Webseite findet ihr die Sammlung all dieser Wallpaper, und ihr könnt sie sogar in 5K- sowie 6K-Auflösung herunterladen, um sie auf modernen, hochauflösenden Displays zu verwenden. Aktuell stehen die Hintergründe der letzten Jahrzehnte bis zu macOS 14 Sonoma aus 2023 zur Verfügung – hier gelangt ihr zur Übersicht mit allen Download-Optionen.

Mac OS X 10.0 Cheetah Handbücher und Anleitungen

Im Vergleich zu den anderen Beiträgen zu den Mac-Betriebssystemen seit 2001 habe ich in diesem hier bereits die Absätze zum Download und Kauf von Installationsmedien ausgelassen. Wenn ihr Mac OS X 10.0 installieren wollt, müsst ihr entweder eine alte CD auftreiben oder euch auf einen inoffiziellen Download verlassen. Auch Handbücher und Anleitungen gibt es nicht mehr im Handel, sondern nur noch Second Hand. Jedoch kann ich euch ein paar Informationsquellen an die Hand geben, zusätzlich zu den oben bereits verlinkten:

Meine Tipps & Tricks rund um Technik & Apple

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